Pflegepädagogik im Diskurs - PiD: Informationen

Nachlese: 3. Fachtagung für pflegeberufliche Bildung
in Düsseldorf am 15. März 2013

 

Am 15.03.2013 fand im Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) die 3. Fachtagung für pflegeberufliche Bildung "Pflegepädagogik im Diskurs" statt. Die Fachtagung wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Pflegebildung im DBfK gemeinsam mit dem Bildungszentrum des UKD veranstaltet.

Wie "ticken" Schülerinnen und Schüler heute?

Jugendliche werden heute in Familien und im Schulsystem anders sozialisiert als noch vor wenigen Jahrzehnten. Entsprechend werden Schülerinnen und Schüler in Pflegebildungseinrichtungen neu erfahren:
  • sehr verschieden
  • multikulturell
  • anspruchsvoll und kritisch
Die BAG Pflegebildung im DBfK greift mit dieser Fachtagung ein Thema von hoher Aktualität für die Lernorte auf. Ziel der Fachtagung ist es, ein fundiertes Verständnis für die Jugendlichen von heute anzubahnen. Das gewonnene Verständnis soll in pflegepädagogischen Bildungsprozessen dazu beitragen, belastungsfreiere und konstruktivere Lernarrangements zu gestalten.

Die Beiträge der Fachtagung rücken den Nutzen für die Praktiker in den Vordergrund, ohne die wissenschaftliche Fundierung dabei aus dem Blick zu verlieren. Eine Vielzahl von Workshops rund um die Pflegebildung und eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion runden das Programm ab.

 

Zwei Präsentationen sind online eingestellt. Die Kurzbeschreibung der Workshops unten auf dieser Seite
Download: Programmflyer mit allen Informationen

Zum Vormerken: 
4. Fachtagung für pflegeberufliche Bildung "Pflegepädagogik im Diskurs" am 7. März 2014

 
Wie ticken Jugendliche heute - die SINUS-Studie 2012
Maria Nesselrath, Stuttgart

Wie ticken Jugendliche - dieser Frage ist das Sinus-Institut im Auftrag renommierter Einrichtungen nachgegangen. Die Jugendlichen wurden zu ihrer Werthaltung und zu Themen wie berufliche Orientierung, Politik und Gesellschaft, Mediennutzung etc. befragt. Die Referentin stellt zentrale Ergebnisse der Studie vor und diskutiert deren Bedeutung für Einrichtungen, deren Aufgabe die berufliche Ausbildung der Jugendlichen zukünftig sein wird.   

Berufliche Sozialisation als moralische Desensibilisierung
Prof. Dr. Karin Kersting, Hochschule Ludwigshafen am Rhein

Die Referentin fragt nach den Auswirkungen alltäglicher moralischer Konfliktsituationen in der Pflege, in denen es um den normativen Anspruch und die Verhinderung seiner Verwirklichung geht. Die als "Coolout-Studien" bekannt gewordenen Forschungsergebnisse zur moralischen Desensibilisierung beschreiben Reaktionsmuster von Auszubildenden und Pflegenden auf die widersprüchlichen Anforderungen des Pflegealltags und erweitern das Verständnis der beruflichen Sozialisation im Feld der Pflege. In dem Zusammenhang gibt die Referentin auch einen Einblick in den Fortgang der Forschungsprojekte.

Quo vadis Pflegebildung
Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des DBfK

Die Referentin gibt einen Überblick über die unübersichtliche, durch berufsinterne und politische Impulse sowie durch eine sich ändernde Pflegebedürftigkeit geprägte Entwicklung der Pflegebildung. Davon ausgehend gibt sie einen Ausblick über die zukünftig zu erwartenden Kompetenzanforderungen und Qualifikationsprofile der Lehrenden sowie der Entwicklung der Ausbildungsstrukturen und Lernorte.   
 
   
Workshops

Workshop 1: Bedeutung der Qualifikationsrahmen EQF und DQR: für die Pflegebildung   
Gertrud Stöcker, Vize-Präsidentin des DBfK

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) ermöglicht erworbene Qualifikationen zu vergleichen. Im Mittelpunkt stehen dabei die mit einer Qualifikation verbundenen Lernergebnisse. Dem EQR angemessen zuzuordnen ist der deutsche Qualifikationsrahmen (DQR). Besondere Problemlagen ergeben sich dabei für die Zuordnung der Pflegeberufe.

Workshop 2: Interdisziplinarität in der Ausbildung im Gesundheitswesen   
Prof. Dr. Andreas Lauterbach, Hochschule für Gesundheit Bochum

Der demografische Wandel sowie die Gesundheitssystemveränderungen bedingen veränderte Berufsbilder und eine Umverteilung von Kompetenzen - vor allem aber verstärken Sie schon jetzt Forderungen nach interdisziplinärem Handeln.  Wie kann man dies bereits in der Ausbildung berücksichtigen? Im Zentrum des Workshops steht die Arbeit der Workshopteilnehmer/-innen an einem interdisziplinären Fall; im Rahmen dieser Projektarbeit werden zentrale Elemente interdisziplinärer Ausbildung erarbeitet.

Workshop 3: "Coolout-Studien" zur moralischen Desensibilisierung – Übertragung auf Praxisanleiter und Pflegelehrer   
Prof. Dr. phil. Karin Kersting und N.N., Hochschule Ludwigshafen am Rhein

Wie gehen PflegelehrerInnen und PraxisanleiterInnen mit dem Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit in ihren Arbeitsfeldern um?  Ergebnisse von „Coolout-Studien“ zur Situation dieser beiden Berufsgruppen werden vorgestellt und die Bedeutung dieser Studien für die Ausbildungsgestaltung wird diskutiert.

Workshop 4: Praxisbegleitung in der Pflegeausbildung   
Bernd Schramm, Leitung der Krankenpflegeschule Bergisches Land am Vinzenz Pallotti Hospital GmbH

„Praxisbegleitung“: Leicht gemacht?
„Praxisbegleitung“ wird bestimmt von normativen Vorgaben, den Ideen und Vorstellungen von Berufsverbänden oder einzelner PflegepädagogInnen sowie strukturellen Bedingungen im theoretischen und praktischen Ausbildungsfeld.
Die Vorgaben des Kranken- und Altenpflegegesetzes nebst ihrer Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen bleiben erfreulicherweise so offen, dass für die Bildungseinrichtungen ein relativer Spielraum zur Gestaltung der „Praxisbegleitung“ bleibt. Im Eckpunktepapier für das neue Pflegeberufegesetz wird eine „Aufwertung“ der Praxisbegleitung postuliert: Auch diese Aussage bleibt frei von weiterer Reglementierung.
Praxisbegleitung kann die Chance bieten, Praxis und Theorie im Sinne zielführender Ausbildung einander näher zu bringen. Wie kann Praxisbegleitung aussehen, wenn
•    der reflexive Austausch zwischen Theorie und Praxis Priorität haben soll,
•    den PraxisanleiterInnen zugetraut wird, dass sie ihre Aufgabe pädagogisch-fachlich     fundiert ausfüllen können,
•    die Lehrenden sich eingestehen, dass sie nicht (mehr) ExpertInnen für jeden Fachbereich     sein können,
•    ein offener, gemeinsamer Austausch zwischen SchülerInnen, PraxisanleiterInnen und     LehrerInnen gelebt wird?
Im Workshop soll versucht werden, auf der Basis einer Reflexion unter LehrerInnen und auch PraxisanleiterInnen Ideen von „Praxisbegleitung“ zu entwickeln: Ideen, die ein Weiterdenken über den Horizont der Ausbildungsstrukturen der eigenen Schule und des praktischen Ausbildungsfeldes möglich machen.

Workshop 5: Management von Pflegeschulen in einem sich rasant verändernden Bildungssystem   
Thomas Kutschke, Geschäftsführer der Kath. Bildungsstätte für Gesundheits- u. Pflegeberufe GmbH, Mönchengladbach

Das primäre Anliegen dieses Workshops ist es, eine Beschreibung der veränderten Schulleitungsaufgaben abzugeben und darüber hinaus aufzuzeigen, wie Schulentwicklung von Schulleitungen aktiv gesteuert werden kann.
Pflegebildungseinrichtungen passen neue Ideen an die schulspezifischen Verhältnisse der Einzelschule an. Dazu benötigen die Leitungen spezifische Strategien, um erfolgreich die Qualitätsentwicklung zu befördern. Aktive Steuerung durch Management der Einzelschule wird somit der entscheidende Schlüssel zur professionellen Schulleitung gerade für Pflegeschulen.

Workshop 6: Blended Learning in der Pflegebildung   
Cornelia Kühn-Hempe und Dirk Lichtinghagen, Caritas Erzbistum Köln
Abstract in Vorbereitung

Workshop 7: Unterricht aus Schülersicht – Ausbildungsreport 2012   
Judith Lauer und Mario Gembus, Gewerkschaft ver.di

In dem Workshop sollen die zentralen Inhalte des Ausbildungsreports Pflege dargestellt und diskutiert werden. Auf Grundlage des Reports und des Erfahrungswissens der Teilnehmer sollen zentrale Kriterien, die für die Ausbildungsqualität entscheidend sind gemeinsam erarbeitet werden.

Workshop 8: Medienkompetenzen - Social Media rund um den Unterricht   
Christian Paul Stobbe
Abstract in Vorbereitung

Workshop 9: Mediation an Pflegeschulen   
Dr. Susanne Egbert, Gießen

PflegeschülerInnen, PatientInnen, Lehrkräfte, Examinierte, ÄrztInnen haben unterschiedliche Standpunkte und Blickwinkel. Konflikte entstehen oft wie von selbst – Konfliktlösungen in der Regel nicht. Die Mediation mit ihren Voraussetzungen, Methoden, Möglichkeiten und Grenzen als Methode, Konflikte beizulegen, wird vorgestellt.

Workshop 10: Lernortkooperation 
Wolfgang Pasch und Sünke Burggraf, Kaiserswerther Diakonie Düsseldorf

Wie kann echte Lernortkooperation gelebt werden?
Nach einer Betrachtungen der unterschiedlichen Erwartungen der an der Ausbildung beteiligten Rolleninhaber und einer Standortbestimmung werden konkrete Möglichkeiten erörtert, wie Theorie und Praxis im Miteinander für das Gelingen einer guten Ausbildung in Pflegeberufen Sorge tragen können.

Workshop 11: Laerdal-Simulationsworkshop: Entwicklung und Umsetzung von SkillsLabs und konkrete Beispiele eines Simulationstrainings im Bereich der Krankenpflege aus Kundensicht   
Prof. Dr. Fesenfeld, Hochschule für Gesundheit Bochum

Dieser praxisorientierte Workshop, der in Kooperation mit Frau Prof. Fesenfeld (Hochschule für Gesundheit Bochum)
durchgeführt wird, beschäftigt sich mit dem Thema „didaktisch-pädagogischer Mehrwert einer Simulation“.
Der Workshop umfasst u. a. die Schwerpunkte: Entwicklung und Zielsetzung eines SkillsLab, verschiedene Formen
und Ausführungen von Simulationen (Schauspieler, Simulatoren etc.) und deren Vorteile,
Implementierung der Simulation sowie den derzeitigen Status an der Hochschule für Gesundheit Bochum.