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Notizen:


Ich berate auch eine Clearingstelle in Berlin, in der Jugendliche, die von zu Hause ausgezogen sind, betreut und orientiert werden. Diese Kinder lassen sich nichts sagen und schon gar nichts vorschreiben, sie zeigen eine körperliche Symptomatik oder Verwahrlosung, drohen mit Suizid oder üben offen Gewalt aus. In den Elterngesprächen erlebe ich relativ häufig absolute Hilflosigkeit, das Schwanken zwischen „schleifen lassen“ und andere Saiten aufziehen.

Auch im Bereich der Krankenbehandlung verändern sich die Vorstellungen und Erwartungen hinsichtlich der Interaktion zwischen Behandlern und Patienten. In Seminaren mit niedergelassenen Ärzten höre ich häufig die Klage, die Patienten würden so fordernd auftreten. Manchmal könne man sich gar nicht dagegen wehren.In Selbsthilfegruppen dagegen kommen die Klagen, daß man nicht ernst genommen werde als Patient, daß man sich abhängig und als hilfloser Bittsteller empfindet. Unter Ärzten wird das ganze häufig unter dem Stichwort „Compliance“ behandelt.

Auch im Bereich der Mitarbeiterführung hat man manchmal das Gefühl als hätten sich die Machtstrukturen umgedreht. Vorgesetzte fühlen sich hilflos. Sie finden niemanden, der bei Engpässen einspringt und müssen dann den Dienst selbst übernehmen.

Wieso hat das Wort Autorität einen so schlechten Klang?