Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) gehört zur Familie der mit spezifischen Aufgaben vertrauten Einrichtungen der Vereinten Nationen (UN). Sie ist eine supranationale Regierungsorganisation, das heißt: Mitglieder sind Staaten, soweit sie Mitglied der UN sind. Anliegen und Aufgabe der WHO ist, stark vereinfacht gesagt, die Gesundheit der Weltbevölkerung.
Dafür verfügt die WHO nur über beschränkte Ressourcen. Sie ist zum größten Teil darauf angewiesen, dass die Regierungen der Mitgliedsländer Beschlüsse und Strategien übernehmen und umsetzen.
Neben den Regierungen der Mitgliedsländer und anderen Programmen nutzt die WHO auch ein Netzwerk von Collaborating Centers (WHO CC) zur Umsetzung ihrer Strategien. Weltweit gibt es eine Reihe von WHO CC, allerdings nur 37 Center im Bereich Pflege und Hebammenwesen (Information zu WHO CC http://www.who.int/).
Die WHO CC für Pflege und Hebammenwesen haben ein globales Netzwerk gebildet, dessen Sekretariat sich seit 2004 an der Caledonian University in Glasgow befindet. Generalsekretärin ist Prof. Barbara Parfitt (www.whocc.gcal.ac.uk/). Das Netzwerk trifft sich alle 2 Jahre zum Austausch und zur Planung seiner Aktivitäten. Es gibt auch Teilnetzwerke, die sich auf die unterschiedlichen WHO-Regionen beziehen (der DBfK gehört zum Netzwerk WHO-EURO).
Die WHO CC und ihre Direktoren werden vom Generaldirektor der WHO nach Rücksprache und mit Zustimmung der jeweiligen Landesregierung für maximal 4 Jahre ernannt. Jedes CC ist Teil eines internationalen Netzwerks und unterstützt mit seinen Aktivitäten das Mandat der WHO für die internationale Gesundheit und seine Programmschwerpunkte. Eine spezifische Ausrichtung der Aufgaben kann schon im Titel des Centers erkennbar sein (z.B. WHO CC für Sicherheit und Unfallverhütung).
Grundlage für die Ernennung ist ein vereinbarter Arbeitsplan mit einem oder mehreren Arbeitsschwerpunkten. Allgemein formuliert können Aufgaben der Center sein:
- Sammlung und Verbreitung von Daten,
- Standardisierung von Terminologien und Nomenklaturen,
- Entwicklung, Anwendung und Evaluierung von angemessenen Technologien,
- Bildung und Training,
- Mitwirkung in Forschung,
- Information und Beratung zu wissenschaftlichen, technischen und politischen Fragen.
Die Aufgaben als WHO CC resultieren aus der jeweiligen Expertise und bilden Teil der täglichen Arbeit des Centers.
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe ist seit 1996 WHO-Collaborating Center Pflege. Er wurde zuletzt 2004 für weitere 4 Jahre ernannt. Direktor des Centers ist seit 2002 Franz Wagner. Weltweit gibt es nur 3 Berufsorganisationen, die den Status eines WHO CC haben.
Schwerpunkte der Arbeit des DBfK in seiner Rolle als WHO CC sind:
- die Zusammenarbeit mit den slowakischen und tschechischen Berufsverbänden zur Unterstützung von deren Aktivitäten und Entwicklung,
- die Umsetzung des Programms ‚Leadership for Change’ in Zusammenarbeit mit dem International Council of Nurses (ICN) in der Slowakei,
- der Austausch mit den Berufsverbänden in Österreich und Schweiz zur Verbreitung von Informationen und Wissen
- und die Mitwirkung in der multinationalen Machbarkeitsstudie Familiengesundheitspflege.
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