Der DBfK trauert um Marita Bauer

Berlin, den 5.1.2010

Nachruf auf Marita Bauer                

Am 1.1.2010 verstarb Marita Bauer, unsere langjährige Geschäftsführerin, in Saarmund im Alter von 53 Jahren. Wir sind betroffen und unser Mitgefühl gilt in besonderer Weise den Angehörigen.

Schon früh wusste Marita Bauer, dass sie Krankenschwester werden wollte. Nach dem Berufsabschluss im Jahr 1978 war sie im Endoskopie-Bereich des Berliner DRK Krankenhauses Mark Brandenburg tätig. Ihr Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen führte sie in ein Studium der Betriebswirtschaft an der Freien Universität Berlin. Im April 1986, noch während ihres Studienabschlusses als Diplom-Kauffrau, wurde sie Assistentin der Geschäftsführung im damaligen DBfK Landesverband Berlin e.V. Zu diesem Zeitpunkt leitete Margarete Winter ehrenamtlich in Doppelfunktion als Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende den DBfK Landesverband Berlin e.V. Bereits im Oktober 1986 wurde Marita Bauer als erste hauptamtliche Geschäftsführerin bestellt.

Die Wahrnehmung und Ausgestaltung der Aufgaben im DBfK hatten im Leben von Marita Bauer Priorität. In einer Vielzahl von Projekten, Initiativen und Aktivitäten auf regionaler und nationaler Ebene prägte sie das Gesicht der beruflichen Pflege in Deutschland entscheidend mit. Exemplarisch dafür stehen ihre Mitwirkung beim Aufbau der Sozialstationen, die fachlich und politische Mitgestaltung im Zusammenhang der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten und die vorausschauende Gestaltungskraft bei der Neupositionierung des Verbandes. Sobald sich im geeinten Deutschland die Möglichkeit eröffnete, kontaktierte und informierte sie zahllose Krankenhäuser und Einrichtungen. So entstand 1991 der DBfK Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. Nach dem Umzug der Geschäftsstelle in den verbandseigenen Neubau in Potsdam-Babelsberg im Jahr 1998 übernahm Frau Bauer zusätzlich die Geschäftsführung des DBfK Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. Die Landespflegeräte in Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern konstituierten sich aufgrund ihrer Initiative und sind heute eine wesentliche Stimme in der politischen Landschaft.

Vorrangiges Ziel des Engagements von Frau Bauer war stets die fundierte und qualifizierte Bereitstellung pflegerischer Leistungen für die Bevölkerung. Mit diesem Fokus initiierte sie u. a. die Gütegemeinschaft Qualitätsgeprüfter Ambulanter Pflegedienste. Gemeinsam mit Elke Bachstein konzipierte und etablierte Marita Bauer die Freiwillige Registrierung beruflich Pflegender, die schnell nationale Beachtung fand und heute als verbandsübergreifendes unabhängiges Zentralregister das Ziel einer künftig gesetzlich verpflichtenden Registrierung mit der Notwendigkeit zur kontinuierlichen Fort- und Weiterbildung verfolgt.

Im Februar 2007 meldete sich bei Frau Bauer eine bereits besiegt geglaubte schwere Krankheit zurück. Als die Hoffnung auf ein Vorübergehen der notwendigen Arbeitspause geringer wurde, legte sie noch im selben Jahr krankheitsbedingt die Geschäftsführung nieder und gestaltete den Übergang in eine neue Ära aktiv mit. Der Verband und seine berufspolitische Arbeit blieben ihr eine Herzensangelegenheit.

Die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 6. Oktober 2008 krönte ihren 21-jährigen außerordentlichen Einsatz für die berufliche Pflege in Deutschland. Zahlreiche Mitstreiter und berufspolitische Weggefährten freuten sich mit ihr über diese verdiente Ehrung.

Der DBfK hat mit Marita Bauer eine für die Belange der Pflege streitbare Persönlichkeit verloren. Für ihren überragenden Einsatz und ihre prägende Kraft werden wir sie stets dankbar in Erinnerung behalten.

Für den Vorstand und die Mitarbeiterschaft
Dr. Margarete Reinhart


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