PM _Intensivfachkraft in 3 Jahren – Lückenbüsser und Sackgasse

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P r e s s e m i t t e i l u n g

Intensivfachkraft in 3 Jahren – Lückenbüsser und Sackgasse

Absolventen mit mittlerer Reife sollen im Klinikverbund Südwest in Baden-Württemberg in nur drei Jahren zur Intensivfachkraft ausgebildet werden. Mit dieser neuen Ausbildung soll der akute Fachkräftemangel der Kliniken des Verbundes gelöst werden. „Was hier geschieht ist in höchstem Maße gefährlich gegenüber den Patienten und verantwortungslos gegenüber denjenigen, die sich auf eine solche Ausbildung einlassen“, kritisiert Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfKSüdwest e.V.) lehnt diese Qualifizierung grundsätzlich ab.

In einem höchst sensiblen und anspruchsvollen Arbeitsbereich der Kliniken, in dem es um Leben und Tod geht, in dem höchste Anforderungen im pflegerischen und auch im medizinischen und technischen Bereich bestehen und wo Menschen in einer existenziellen Krise versorgt werden, sollen künftig 16-jährige eine Ausbildung machen, die weder anerkannt ist noch finanziert wird. Aus gutem Grund müssen heute Pflegefachpersonen nach ihrer dreijährigen Ausbildung noch Berufserfahrung sammeln und eine zweijährige Weiterbildung absolvieren, damit sie fachkompetent in diesem Bereich arbeiten können.

Die Träger stehlen sich aus der Verantwortung für den selbst verursachten Pflegepersonalmangel. Statt in die Arbeitsbedingungen zu investieren, erfindet man neue Qualifikationen, die den fachlichen Anforderungen nicht gerecht werden und zudem eine Sackgasse darstellen. Der ständige Abbau von Pflegestellen, die sinkende Bereitschaft der Kliniken Mitarbeiter weiterzubilden und die sich ständig verschlechterndenArbeitsbedingungen der Pflegefachberufe haben diese Problematik noch verschärft. „Die Vorschläge und Konzepte zur Verbesserung der Situation liegen vor. Leider sind die Verantwortlichen nicht bereit die Ursache des Problems zu beheben“, sagt Uwe Seibel, Geschäftsführer des DBfK Südwest. Die Pflegenden haben heute die Wahl und gehen zu den Arbeitgebern, die ihre Qualifikation schätzen und dies mit Taten auch beweisen. Wer da nicht mithalten will, erfindet schnell mal die billigere – und schlechtere – Kopie.

„Als Vertreter der Pflegefachpersonen bleibt uns nur, zum Boykott dieser absurden Ausbildung aufzurufen, und denjenigen, die tatsächlich den Wunsch haben als Intensivpflegefachperson tätig zu werden, zu raten, den regulären Weg zu gehen. Es gibt schließlich auch Kliniken, die bereit sind in Personalentwicklung zu investieren, denn qualifizierte Pflege ist ein Beruf mit Zukunft“, findet Andrea Kiefer.

Stuttgart, 24.02.2012

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