Patientenedukation ist adäquater Ressourceneinsatz

- auch in der Familiengesundheitspflege -

Mit dem Workshop „Patientenedukation – neuer Begriff, alte Werte!“ war der DBfK Nordost e.V. Ende Januar am Kongress Pflege 2010 beteiligt. In seinem Vortrag zum Grundverständnis unterstrich Siegfried Huhn, Gesundheitspädagoge, dass Edukation auf Kompetenzentwicklung abzielt. Pflegende streben dabei in der Regel durch Informieren, Schulen bzw. Beraten ein definiertes Ziel an. Dabei bereite der Berater im besten Fall, als Spezialist für den Prozess, die Problemlösung lediglich vor. Der Spezialist für die Lösung sei der Klient selbst.
 
Als Praxisbeispiel für Patientenedukation stellte Doreen Boniakowsky-Jumtus, Dipl. Pflegewirtin (FH), Diakonisches Bildungszentrum Mecklenburg gGmbH) das Programm Sturzprävention in Mecklenburg-Vorpommern vor. „Es ist die Pflegefachkraft, in deren Verantwortung es liegt, die Situation einzuschätzen“, betonte sie. Wie lang und intensiv die einzelne Schulung ausfalle, richte sich individuell nach den Möglichkeiten des Klienten. Das Präventionsprogramm (120 Stunden) kann dank der Kooperation der AOK Mecklenburg-Vorpommern mit mehreren ambulanten Pflegediensten für die Versicherten kostenlos durchgeführt werden.
 
Anja Kistler, Geschäftsführerin DBfK Nordost e.V., nahm den Kontext der pflegerischen Professionalisierung in den Blick. Ihre These lautete: „Im Kontext von Patientenedukation besetzt Pflege weitere Themengebiete für sich und trägt so zur eigenen Professionalisierung bei.“ Als geeignet benannte sie: (Selbst-)Pflegerisiken, Primärprävention, Gesundheitsförderung sowie Themenstellungen von übergeordneter gesellschaftlicher Relevanz. Sie stellte die Familiengesundheitspflege als Beispiel vor. Pflegeexpertise kann hier durch Beraten und Begleiten von Familien in Krisen- und Umbruchsituationen präventiv und gesundheitsfördernd wirken. Das Curriculum für die modellhafte Weiterbildung Familiengesundheit für Pflegefachkräfte und Hebammen wurde in Anlehnung an das Rahmenkonzept der WHO entwickelt. Der Theorieanteil der neuen Zusatzqualifikation beträgt 720 Stunden und wird ergänzt durch ein gleichlanges Selbststudium sowie ein Praktikum (120 Stunden).

Der DBfK Nordost e.V. wird die Weiterbildung Familiengesundheitspflege ab Herbst 2010 in Potsdam anbieten. Weitere Infos: www.familiengesundheitspflege.de