Rettungsschirm für die Pflege gefordert

Mahnwache am 11. Mai:: Pflegende prangern Missstände an

München/Dresden, 11. Mai 2012 – „Personal hat wenig bis gar keine Zeit; außer den Rundgängen morgens und abends ist man sich selbst überlassen.“, „Ohne Angehörige ist man aufgeschmissen.“, „Ich hatte viele Fragen, wollte die überlasteten Pflegekräfte aber nicht aufhalten.“ –  Das sind Stimmen von Pflegebedürftigen und Patienten/innen und es sind keine Einzelfälle.

Den eklatanten Personalmangel in allen Einrichtungen haben Pflegende lange Zeit durch noch mehr Einsatz  und Engagement kompensiert. Jetzt zeigt sich, dass es so nicht weitergeht: Pflegeende werden krank, weil sie chronisch überlastet sind oder resignieren, weil sich nichts ändert.

Die Politik lässt die Pflegenden im Regen stehen: Passiert ist bisher nichts – im Gegenteil, die Probleme haben sich eher noch verschärft. Schon heute können tausende Fachkraftstellen nicht mehr besetzt werden.

-    Bis zum Jahr 2030 fehlen in Kliniken deutschlandweit über 350 000 Pflegefachpersonen
-    Der Pflegeheim Rating Report geht von einem Mangel von 175 000 Pflegefachpersonen im Jahr 2030 aus.
-    Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt bis dann um 40 Prozent auf fast 3,4 Millionen Menschen an.

Die demografische Entwicklung und die Zunahme chronisch Kranker lässt den Bedarf an professioneller Pflege weiter steigen. Die dramatische Situation im Gesundheitswesen mahnen die Pflegenden nun erneut an und fordern einen Rettungsschirm für die Pflegenden.

„Die Pflege muss sich regelmäßig anhören, für ein Mehr sei kein Geld da, das wollen wir  nicht länger hinnehmen“, so DBfK-Vorsitzende Sonja Hohmann.

Mit ihrer Aktion am Stachus wollen die Pflegenden darauf aufmerksam machen, dass das Geld falsch verteilt wird. Das deutsche Gesundheitssystem gehört, was die Ausgaben angeht, zur Weltspitze: 3500 Euro je Einwohner/in im Jahr 2010. Die Versorgungsqualität erreicht nur Mittelmaß, viel Geld versickert in aufgeblähter Verwaltung, Über- und Fehlversorgung. Mit Steuergeldern werden Banken gerettet und Finanzmanager vor den Konsequenzen der Fehlspekulationen geschützt. Das kann nicht sein.  (Seite 2)


Der Rettungsschirm für die Pflegenden ist weit dringlicher:

„Wir setzen uns damit für eine fachgerechte, qualifizierte und somit professionelle pflegerische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger ein. Letztlich geht es darum, die pflegebedürftigen Menschen vor unsachgemäßer Pflege zu schützen“, bekräftigt DBfK-Vorsitzende Sonja Hohmann.