BAG Ambulante Pflege
 
 

BAG Ambulante Pflege

Im Februar 2020 ist die neu gewählte BAG Ambulante Pflege zusammengekommen. Zehn Pflegefachpersonen aus ganz unterschiedlicher Trägerschaft und Bereichen der ambulanten Pflege treffen sich die nächsten vier Jahre zu aktuellen Themen. Es sind: Stefan Conrads, Uta Duffau, Steffen Heinrich, Dr. Michael Krisch, Eleonore Morina, Jürgen Retter, Ingo Schröder (Sprecher), Simone Thieme, Andrea Wagenführer und Ute Wiesing. Hauptamtlich betreut wird die BAG von Frank Stricker, stellvertretender Geschäftsführer des DBfK Südwest.

Der Bereich der Ambulanten Pflege befindet sich im Wandel und spielt in der öffentlichen Diskussion immer noch eine zu geringe Rolle. Wer nicht selbst im Angehörigenkreis mit Pflegebedürftigkeit konfrontiert ist, merkt aber vielleicht, dass die Anzahl der Autos von Pflegediensten im Straßenverkehr deutlich zugenommen hat.

Getrieben vom Personalmangel und den immer höheren Anforderungen nach individueller Berücksichtigung von Angehörigen-/Patientenwünschen und gewünschten Arbeitsbedingungen von Pflegefachpersonal und Hilfskräften gilt es, die Balance zu finden und thematisch an den pflegefachlichen Themen zu arbeiten. Deutlich zu spüren ist die Veränderung in der Wahrnehmung von Pflege und Pflegeleistungen. Seitdem immer mehr Reinigungs- und hauswirtschaftliche Dienste auf das Budget der Pflegeversicherungsleistungen zugreifen können, werden weniger Pflege- und mehr Reinigungsleistung mit Pflege in Verbindung gebracht. Die Pflege im Einsatzgebiet der Häuslichkeit steht damit auch vor der Herausforderung, sich deutlicher zu definieren.


Die BAG hat einige Themen für die nächsten vier Jahre zur Bearbeitung gewählt:

  • Ist Leiharbeit/Zeitarbeit in der Ambulanten Pflege ein Thema?
  • Personalmix und Delegation von Pflegetätigkeiten, Gefahr für die Patientensicherheit und Qualitätssicherung
  • Wo sind die akademisierten Pflegekräfte in der ambulanten Pflege?
  • Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung
  • Wie verändert sich die ambulante Pflege durch die Digitalisierung?
  • Welche Ideen gibt es für eine Versorgung im ländlichen Raum?
  • Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige
  • Psychische Belastung – wenn pflegende Angehörige zu Patienten werden
  • Kultursensible und transkulturelle Pflege – Migration und Einwanderung
 
 

Aktuelle Situation in der ambulanten Pflege

Die Corona Krise wird zur “Ambulanten Pflege – Krise”

In der AG ambulante Pflege erreichen uns immer mehr Meldungen, dass sich die Lage der ambulanten Pflege zuspitzt.

Die mediale Welle zur Corona Thematik führt zu einer hohen Verunsicherung bei Patienten, Angehörigen und beim Personal. Auch bei den Ärzten gibt es kein einheitliches Bild. Viele Ärzte schließen inzwischen die Praxen oder erschwerten verständlicherweise den Zugang, was gerade zum Quartalswechsel recht problematisch für Pflegedienste ist. Bei anderen Hausärzten entstehen hingegen lange Schlangen und Wartezeiten sowie unruhige Besucher, die vor den Praxen warten müssen.

Patienten verzichten aus Angst vor Ansteckung lieber auf direkte Kontakte, was die Pflegedienste in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt wenn die Leistungen wegfallen. Viele kleine Pflegedienste stehen damit wohl bald vor dem Aus.

Wir bekommen inzwischen auch Meldung zu Übergriffen auf Pflegepersonal. So wurde ein Kollege für eine Kita beschimpft, weil er seine Kinder in die Betreuung geben darf entgegen anderen Berufsgruppen. Eine Mitarbeiterin schreibt, das sie vor einer Arztpraxis beschimpft wurde, weil sie bevorzugt in die Praxis gelassen wurde. Ein andere schrieb das er von Angehörigen entsetzt begrüßt wurde, weil er keinen Mundschutz und Handschuhe getragen hatte.

Auch unter dem Personal wird heftig und kontrovers diskutiert. Während sich viele auf die hygienischen Schutzmaßnahmen verlassen und ihren Job machen, geraten andere in Hysterie sobald ein Husten zu vernehmen ist.

Der zunehmende Mangel an persönlicher Schutzausrüstung stellt die Pflegedienste ebenso vor große Herausforderung. Der geforderte ressourcenschonende Umgang lässt sich oft gar nicht einhalten, weil Patienten die Erwartung haben, dass man komplett vermummt erscheint oder Sie sonst die Hilfe ablehnen würden.

Immer mehr Patienten erleben wir inzwischen in traumatisierten Zuständen, durch das Erleben leerer Supermärkte und der panischen Gesichter in der Bevölkerung.

So wird der Spagat der Pflegedienst immer extremer.

  • Welche Patient kann zukünftig noch aufgesucht werden, wenn keine Schutzausrüstung vorhanden ist?
  • Was passiert mit den Patienten die jetzt in Massen aus den Kliniken entlassen werden, da Intensivbetten freigestellt werden?
  • Was passiert mit den Patienten die jetzt zu Hause bleiben müssen aber eigentlich auf eine dringende Operation gewartet haben?
  • Was geht es den Angehörigen, die bisher durch die Entlastungsleistungen auch mal zur Ruhe kommen konnten, mit der erhöhten Belastung?
  • Wie wirkt der Vorschlag, Angehörige könnten in der Not mehr Pflegeleistungen übernehmen, bei dem Angehörigen der unter der Belastung eines erkrankten leidet und gerade auf professioneller Hilfe angewiesen ist?

Unter der sowieso schon viel zu knappen fachliche Personalsituation und dem zunehmendem psychischen Druck, droht die Situation zu kollabieren.

Wir brauchen dringend Schutzkleidung, bessere Arbeitsbedingungen und ausreichendes qualifiziertes Personal in der ambulanten Pflege.

(Stand 26.3.2020)

 
 

Kontakt und Informationen zur BAG Ambulante Pflege

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V.

Bundesverband

 
 
 

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