BAG Pflegemanagement

„Pflege – Führung – Zukunft“: ein Rückblick

Die DBfK-Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Pflegemanagement musste am 10. November 2017 in Berlin mit drei zeitgleich in der Hauptstadt stattfindenden großen Pflege-Events konkurrieren. Umso erfreulicher war, dass mehr als 70 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich auf den Weg ins dbb Forum gemacht hatten. DBfK Bundesgeschäftsführer Franz Wagner eröffnete die Fachtagung und skizzierte die schwierigen Rahmenbedingungen und Herausforderungen, denen sich Führungskräfte der Pflege zu stellen haben: ökonomischer Druck, Fachkräftemangel, sich häufig ändernde gesetzliche Vorgaben, zunehmende Qualitätsansprüche bei reduzierten Ressourcen. Er wies aber auch darauf hin, welche Macht gute Führung entwickeln und wie viel Einfluss engagierte Führungskräfte nehmen können, wenn sie ihre Aufgabe an- und die damit verknüpfte Verantwortung ernst nehmen. Sein Dank zu Beginn galt den Mitgliedern der BAG, die mit viel Engagement die Tagung auf die Beine gestellt hatten und alle an unterschiedlichen Positionen im Verlauf des Tages beteiligt waren.

Anmoderiert von Doris Rohrhirsch und Dirk Elsenbruch legte Prof. Dr. Margitta Beil-Hildebrandt den theoretischen Unterbau des Tages mit ihrem Thema „Management ist Out – Leadership ist In“. Sie skizzierte die Entwicklung von Führungstheorien und –stilen in den vergangenen 80 Jahren und hob hervor, dass Pflegekräfte eine andere Führung erwarten als sie beispielsweise im produzierenden Gewerbe nötig ist. Denn ihr beruflicher Maßstab sind die fachlich begründete Autonomie und der pflegerische Ethikkodex, dem sie sich verpflichtet haben. Prof. Dr. Erich Schäfer beleuchtete – ausgehend vom „Pentagramm der Führungsstile“ – die vier Kerninhalte transformationaler Führung: Einladen, Inspirieren, Ermutigen und Ermöglichen. Mithilfe ihres eigenen Handy´s konnten die Anwesenden dabei gleich im „Mentimeter“-Verfahren eine Selbsteinschätzung vornehmen, wie sich ihr momentanes Führungsverhalten darstellt und welche Veränderungen sie sich persönlich wünschen.

Der Nachmittag war der praktischen Umsetzung von Führung vorbehalten. Einleitend stellte BAG-Sprecherin Sabine Brase das Thema „Führung in Veränderungsprozessen“ vor und legte hierbei einen kleinen Schwerpunkt auf den Umgang mit Widerständen. Drei Beispiele solcher Veränderungsprozesse folgten im Anschluss: Dr. Sabine Berninger berichtete über Schritte der Professionalisierung am Beispiel der Fachvisite; Cornelia Krause stellte die Entwicklung der Pflegepraxis am Krankenhaus Rummelsberg vor und Eva Trede-Kretzschmar lenkte den Blick auf die Welt der Langzeitpflege. Schwäbisch-pragmatisch stellte sie ihre Führungserfahrungen und –entwicklung über einen langen Zeitraum dar und betonte: „Mein Ziel ist es, dass es meinen Mitarbeiter/innen und ihren Familien gut geht!“

Den Abschluss bildete gewohnt spritzig der Vortrag von Prof. Frank Weidner „Pflegewissenschaft – Grundlage und Herausforderung für das Management in Pflegesettings“. Als Ausgangssituation beschrieb er Leadership „zwischen Anspruch und Zumutungen“ und im „Spannungsfeld als zentrale Überlebenskompetenz“. Unterlegt mit aktuellen Forschungsvorhaben und kürzlich veröffentlichten Studien zeigte er auf, welche Einfluss- und Veränderungschancen gute Führung hat und welchen Beitrag die Ergebnisse der Pflegewissenschaft dazu liefern können.
Einige Kernsätze, die an diesem Tag fielen und das Nachdenken lohnen:

  • "Gute Führungskräfte haben Follower!"
  • "Führungskräfte haben die Lust an Entscheidungen verloren."
  • "Mitarbeiterbindung kommt nicht voran. Innere Kündigung kostet Milliarden."
  • "Menschen wollen unterschiedlich geführt werden."
  • "Wir brauchen Passungsdialoge!"
  • "Ich arbeite mit denen, die wollen, und halte mich nicht mit denen auf, die nicht wollen!"
  • "Jeder, der sich Gedanken über morgen macht, verändert schon heute den Rahmen des Möglichen."
  • "Die Informationspolitik eines Unternehmens sagt viel über die Wertschätzung der Mitarbeiter/innen aus."
 
 

Die Tagung in Bildern

 
 

Die BAG Pflegemanagement im DBfK

Besonderes Augenmerk widmet die BAG der Weiterentwicklung des mittleren Managements der Pflege und dessen Stärkung insbesondere durch Erweiterung der Fach- und Managementkompetenz und Leadership, durch die Umsetzung der für gute Führung notwendigen Strukturen in den Einrichtungen sowie durch die Unterstützung und den Rückhalt durch die oberste Einrichtungs- und Klinikleitung bei der Umsetzung der erforderlichen Aufgaben im Pflegemanagement. Neben der Verbesserung des Patientenoutcomes folgt auch die Steigerung der Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit ist ein Imagefaktor für Pflegeeinrichtungen, Rehabilitationskliniken und Krankenhäuser erreicht.

Sprecherin der BAG Pflegemanagement ist Sabine Brase.

Veröffentlichungen:

 
 

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