Parteien müssen Gesundheitsversorgung auch jenseits von Hausarzt und Krankenhaus denken

DBfK Nordost veröffentlicht Forderungen zur Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern/ Online-Talk mit Pflegefachpersonen von SPD, CDU & Bündnis 90/Die Grünen am 7.9.

02.09.2026

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern den Einstieg in einen Systemwechsel für die Gesundheitsversorgung im Nordosten. Am kommenden Montag, 7. September diskutiert der Verband seine Forderungen mit Diana Goede (SPD), Harry Glawe (CDU) und Claudia Tamm (Bündnis 90/ Die Grünen). Alle drei sind Pflegefachpersonen und kandidieren bei der Landtagswahl (Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern/Rügen bzw. Nordwestmecklenburg).

Die jüngsten Reformempfehlungen der Gesundheitskommission MV weisen zwar in die richtige Richtung. Aber sie gehen angesichts der demographischen und finanziellen Herausforderungen nicht weit genug.

„Mecklenburg-Vorpommern braucht nicht nur eine andere Verteilung von bereits existierenden Versorgungsformen, sondern ein besseres Verständnis davon, wie Gesundheitsversorgung heute organisiert werden kann“, sagt Geschäftsführerin Heike Prestin. „Andere Länder, zum Beispiel Österreich, machen uns vor, wie der Umbau von einem arztzentrierten System mit starren Sektoren schrittweise gelingen kann, hin zu einer wohnortnahen Primärversorgung mit starken Pflegefachpersonen.“

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Auch in den skandinavischen Ländern ist ein solches System längst etabliert. Dort spielen Pflegefachpersonen bereits eine zentrale Rolle für die Gesundheitsförderung, Prävention und Therapie. Sie begleiten Familien oder chronisch kranke Menschen und übernehmen bei Bedarf auch den Erstkontakt und das Fallmanagement in Primärversorgungszentren. Patient:innen und Gesundheitsberufe profitieren gleichermaßen von einer solchen multiprofessionellen Rollenverteilung, wie sie auch viele Krankenkassen fordern.

Zum Einstieg braucht es eine konsequente Umsetzung der neuen bundesgesetzlichen Regelungen zur Kompetenzerweiterung von Pflegefachpersonen. An einigen Standorten können Krankenhäuser zu Primärversorgungszentren weiterentwickelt werden. Die Hochschulen in Greifswald, Rostock und Neubrandenburg bilden bereits jetzt Pflegeexpert:innen für diese Aufgaben aus. Die neue Landesregierung muss nun Stellen und Rahmenbedingungen schaffen, um sie in Mecklenburg-Vorpommern zu halten.

Die Förderung von Pflegeausbildung bzw. -studium ist dabei ebenso wichtig wie die Gewinnung, Anerkennung und Integration internationaler Pflegefachpersonen für die Gesundheitsversorgung in MV. Beides darf nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das gilt auch für die Arbeitsbedingungen beruflich Pflegender aller Qualifikationsniveaus in den einzelnen Versorgungsbereichen.

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