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12.05.2014: Ein Korb Zitronen für Pflegeministerin Melanie Huml: Pflegende fordern bessere Rahmenbedingungen

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13.05.2014

 

Beschreibung

Ein Korb Zitronen für die Ministerin

Pflegende fordern bessere Arbeitsbedingungen und bitten Politik um Unterstützung / Vitaminstoß für Melanie Huml am Tag der Pflegenden in Erlangen

 München, 12. Mai 2014 – Mit einer Zitrone drückten Schüler/innen der Alten- und Krankenpflege und Pflegefachpersonen anlässlich des Tags der Pflegenden symbolisch ihren Unmut über die Situation ihrer Ausbildung und im Berufsalltag aus. Sie möchten die problematischen Arbeitsbedingungen, die sie bereits in der Ausbildung vorfinden nicht mehr länger akzeptieren. Sie forderten beim Tag der Pflegenden am Montag, 12. Mai 2014 in der Erlanger Heinrich-Lades-Halle bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in der Pflege. Der Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml geben sie einen Korb Zitronen mit auf den Weg und fordern mit dem kräftigen Vitaminstoß die Soforthilfe und Unterstützung von der Politik ein.

„Seit September 2013 ist die neue Pflegeministerin im Amt und passiert ist bisher nichts. Jetzt muss gehandelt werden und nicht erst 2017“, sagte Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe DBfK Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V. Die Pflegenden wollen an diesem Tag der Ministerin drei zentrale Botschaften mit auf den Weg geben: Schüler/innen brauchen mehr Zeit zum Lernen und eine bessere Anleitung in der Praxis, Pflegende brauchen Sicherheit bei der Dienstplanung für eine verlässliche und planbare Freizeit und mehr Zeit für menschliche Pflege.

 Wegen der unattraktiven Arbeitsbedingungen bleibt der Pflegenachwuchs aus. Schon heute können tausende Pflegestellen nicht besetzt werden. Nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (pwc) sind es bayernweit 9000 Stellen, bis zum Jahr 2030 fehlen bayernweit 50 000 Fachkräfte im Gesundheitswesen. „Der Pflegeberuf muss für den Nachwuchs attraktiv sein, damit wir die Pflege in Zukunft sicherstellen können“, so Biederbeck. Zwar sei die Zahl der Schulabgänger leicht gestiegen, jedoch nicht in dem Maße, dass die Versorgung der Pflegebedürftigen sichergestellt werden kann. Der demographische Wandel trifft die Pflegelandschaft mit voller Wucht. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der über 75-Jährigen um rund 41 Prozent zunehmen, während die Zahl der unter 20 Jährigen um 12 Prozent sinken wird. Zukünftig wird es daher immer weniger junge Menschen geben, die den Pflegeberuf ergreifen. Gleichzeitig steigt aber die Zahl der Menschen, die versorgt werden müssen.

 

„Wir brauchen mehr Zeit zum Lernen“

Unterdessen beklagt der DBfK stellvertretend für die Pflegenden die prekären Arbeitsbedingungen schon in der Ausbildung: Viele Schüler werden aufgrund des Personalengpasses wie Vollkräfte eingeplant und verantworten nicht selten eine Station von 15 bis 20 Patienten/innen. „Die Schüler/innen sind Lückenbüßer, weil Personal auf der Station fehlt und müssen oft Aufgaben erledigen, die sie noch nicht gelernt haben.“ Das ist fatal, die Schüler werden nicht selten überfordert und es passieren häufiger Fehler. Pflegende geben schon in jungen Jahren durchschnittlich oft diesen Beruf wieder auf, weil er zu belastend ist. Auszubildende brauchen in ihrer Ausbildung mehr Zeit zum Lernen und eine bessere Anleitung in der Praxis.

 

„Wir brauchen Sicherheit bei der Dienstplanung“

Der Pflegeberuf ist in höchstem Maße anstrengend. Der Schichtdienst und der Stress im Pflegealltag sind eine hohe Belastung und bedeuten oftmals eine Einschränkung der Lebensqualität. Pflegende brauchen daher genügend Ruhezeiten und die gesetzlich vorgeschrieben Ruhephasen. Der zunehmende Pflegefachkräftemangel hat dafür gesorgt, dass die Personallücken in der Pflege immer größer und die Zahl der Überstunden immer höher werden. Für die allermeisten Pflegenden gehören Überstunden, häufige Dienstplanänderungen und zusätzliche Arbeitseinsätze zum Arbeitsalltag. Freie Tage oder geplanter Urlaub fallen kurzfristig weg, weil man zum Einspringen gerufen wird. Zu guten Arbeitsbedingungen im Beruf gehört die Dienstplansicherheit, um die Freizeit und das Privatleben besser planen zu können und nicht ständig auf Abruf zur Verfügung zu stehen.

 

„Wir fordern mehr Zeit für die Pflege“

Der Alltag in den Pflegeeinrichtungen ist aufgrund des Personalmangels gekennzeichnet von Zeitdruck. Immer mehr pflegebedürftige Menschen müssen in immer kürzerer Zeit versorgt werden. Für Zuwendung bleibt kaum Zeit. Professionelle Pflege ist in der Lage, Pflegebedürftigkeit zu verhindern und zu lindern. Dafür ist jedoch ausreichend Zeit notwendig. Pflegende möchten individuell, auf den Menschen bezogen pflegen, und wehren sich entschieden gegen „Pflege am Fließband“. Eine menschenwürdige Pflege ist jedoch nur mit einer ausreichenden Zahl fachlich qualifizierter Pflegenden möglich. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert daher die Einführung von analytischen Personalbemessungsinstrumenten, die sich an dem tatsächlichen Pflegedarf der bedürftigen Menschen orientieren. Qualitativ angemessene Pflege kann nur mit ausreichend gut qualifiziertem Pflegepersonal gewährleistet werden.

 

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