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Pflegethermometer - Versorgung demenzkranker Patienten im Krankenhaus dringend verbessern

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29.08.2014

 

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) in Köln hat im Pflegethermometer 2014 die bestehende Unterversorgung von demenzkranken Patienten in deutschen Krankenhäusern dokumentiert.

„Es ist erschreckend und beschämend, dass in einer großen Zahl deutscher Krankenhäuser  Menschen, die an einer Demenz leiden, nicht angemessen versorgt werden können, ja sogar gefährdet sind“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. Die vorhandenen wirksamen Konzepte zur Versorgung von an Demenz erkrankten Patienten müssen endlich in allen Krankenhäusern umgesetzt werden, fordert Bienstein weiter.

Das dip hat insgesamt 1844 Abteilungs- und Stationsleitungen in Deutschland über die Situation und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass in deren Stationen im Durchschnitt 23% der Patienten an Demenz erkrankt sind. Es gibt nach Einschätzung der Leitungspersonen Probleme mit der Versorgungskontinuität oder auch dem Schmerzmanagement. Patenten schaden oder verletzen sich selbst, indem sie Blasenkatheter oder Verbände entfernen. Im Durchschnitt einmal wöchentlich verlässt auf jeder Station ein demenzkranker Mensch unbemerkt seine Station und findet ohne Hilfe nicht zurück. Gefragt wurde auch nach Zahlen zu Fixierungen und Sedierungen. Diese sind erschreckend hoch.
Die Pflegenden wissen um die Probleme und es belastet sie, dass sie kaum etwas dagegen tun können. Denn es fehlt vor allem an ausreichend Personal, um die an Demenz Erkrankten angemessen und sicher versorgen zu können. Auch sind die meisten Stationen nicht für die besonderen Bedürfnisse ausgestattet. Haupthindernis für eine angemessene Versorgung sind also strukturelle und finanzielle Hürden. Die
Probleme lassen sich nur dann lösen, wenn die Entscheidungsträger dies auch wollen. Dazu gehört insbesondere, dass sich der Versorgungsaufwand für demenzkranke Patienten in der Personalbemessung abbilden muss. In der Arbeitsorganisation ist es zwingend geboten, neue pflegerische und medizinische Handlungsabläufe zu entwickeln und bereits bewährte Konzepte auszubauen. Zumal alle ernst zu nehmenden demografischen Projektionen belegen, dass die Anzahl der an Demenz erkrankten Menschen ansteigen werden wird.
Dem dip ist zu danken, dass es erneut mit einem Pflegethermometer das Augenmerk auf eine – dramatische – Problemstelle der gegenwärtigen Unterversorgung von Patientengruppen lenkt und nun bessere Daten zur Verfügung stehen. Das Pflegethermometer ist auf der Website des dip www.dip.de zu erhalten.

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