DBfK und ver.di fordern gemeinsam: Mehr Pflegepersonal im Krankenhaus!

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18.06.2015

 

Die prekären Arbeitsbedingungen der beruflich Pflegenden in den Krankenhäusern spitzen sich zu, die chronische Überlastung hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten. Die Patientensicherheit ist nicht gewährleistet, Versorgungsdefizite treten immer häufiger zutage. Der Gesetzentwurf zur Krankenhausreform jedoch greift all dies nicht auf. Im Widerstand gegen diese Gesundheitspolitik treten DBfK und die Gewerkschaft ver.di jetzt gemeinsam an Politik und Öffentlichkeit heran.

In einer heute in Berlin veröffentlichten gemeinsamen Erklärung fordern die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) die Bundesregierung auf, durch spürbar mehr Pflegepersonal endlich für gute Arbeitsbedingungen und mehr Patientensicherheit in den Krankenhäusern zu sorgen. „Eine gründliche Reform des deutschen Krankenhauswesens ist lange überfällig. Der seit 10. Juni 2015 veröffentlichte Gesetzentwurf zeigt: Verlierer werden erneut die beruflich Pflegenden und ihre Patientinnen und Patienten sein. An den seit langem mehr als prekären Arbeitsbedingungen wird nichts verändert. Wieder einmal ist die Bundesregierung vor den Länderinteressen eingeknickt; es bleibt dabei, dass notwendige Investitionen durch Quersubvention aus dem Topf der Pflege finanziert werden. Statt Personalstellen werden Baustellen bezahlt. Das können und werden wir nicht hinnehmen“, sagt DBfK-Präsidentin Christel Bienstein.

„Gute Qualität kann es nur mit genug Personal geben“, stellt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler fest. „Die Personalnot ist gefährlich für Patienten und gesundheitsschädlich für die Beschäftigten. Wenn der Gesetzgeber es hinnimmt, dass der Markt eine ausreichende Personalausstattung nicht sicherstellt und die Politik keine verbindlichen Vorgaben für die Personalausstattung macht, nimmt sie billigend in Kauf, dass Patienten zu Schaden kommen“, warnt Bühler.

Immer wieder hätten politische Vertreterinnen und Vertreter in der Öffentlichkeit betont, wie belastend gerade der Arbeitsalltag für Pflegende in den Krankenhäusern sei und dass mit Blick auf den Pflegefachpersonalmangel der Beruf aufgewertet und attraktiver gemacht werden müsse. Das jetzt auf den Weg gebrachte Krankenhaus-Strukturgesetz sei die Gelegenheit, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Fehlt der Großen Koalition der Mut, das Interesse oder die Durchsetzungskraft, eine bedarfs- und qualitätsorientierte Krankenhausbehandlung zu schaffen? Qualität sei vor allem das, was Patienten in der täglichen Versorgung wahrnehmen. Die durch zu wenig Pflegepersonal entstehenden Defizite seien längst nicht mehr zu kaschieren.

Seit Jahren weisen ver.di und DBfK auf die untragbaren Arbeitsbedingungen der Krankenhauspflege hin. Leere Versprechungen sind bisher die einzige Reaktion darauf von politischer Seite. Im Widerstand gegen diese Form der Gesundheitspolitik haben sich DBfK und ver.di jetzt verbündet und gehen mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit. Das Papier „Patienten brauchen Sicherheit und mehr Personal“ beschreibt wesentliche Fakten zur aktuellen Arbeitssituation der Pflege in deutschen Krankenhäusern und stellt eine Reihe von klaren Forderungen auf.

Die Gemeinsame Erklärung ist hier als Download abzurufen .

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