73 Prozent der Befragten stimmten für die Pflegekammer in Mecklenburg-Vorpommern

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08.12.2015

 

Die beruflich Pflegenden in Mecklenburg-Vorpommern fordern die Pflegekammer. Das gehört zu den Ergebnissen ihrer Befragung im Rahmen der Sozialberichterstattung. Der DBfK Nordost appelliert an die Regierung, das Votum zügig und entschlossen umzusetzen.

„Die zweithöchste Zustimmung zur Errichtung einer Pflegekammer von allen Länderbefragungen – das ist ein hervorragendes Ergebnis“, stellt Ulla Rose, Geschäftsführerin DBfK Nordost, fest. Es ist nachzulesen in der am 02.12.2015 veröffentlichten „Sozialberichterstattung zur Situation der Pflegeberufe in Mecklenburg-Vorpommern“.

Der DBfK Nordost drängt jetzt zu Taten. Rose appelliert an die Regierung, dem Land Rheinland-Pfalz nachzueifern: „Nach dem dortigen Spitzenwert von 75 Prozent Zustimmung wurde umgehend begonnen, den Willen der Berufsgruppe umzusetzen. Das fordern wir auch von der Koalition in Mecklenburg-Vorpommern. Wir begrüßen es, dass die SPD eine Aussprache in der nächsten Landtagssitzung beantragt hat.“

Lediglich 16 Prozent lehnen eine Pflegekammer ab und 11 Prozent sind unentschlossen. 61,6 Prozent der BefürworterInnen sind bereit, für die Pflegekammer einen Beitrag zu zahlen. Rose kommentiert: „Auch diese Ergebnisse zeigen, wie stark der Wunsch nach Selbstverwaltung ist. Die Angehörigen der Pflegeberufe wollen keine oberflächliche Imagepflege mehr, sondern eine institutionalisierte Vertretung.“

Der Beruf ist aus Sicht der Befragten unattraktiv. Er wird schon den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht. Die Befragung der Pflegenden, Laufzeit bis Mai 2014, hatte ergeben, dass fast 20 Prozent eher bis völlig unzufrieden mit dem Beruf sind. Nur besorgniserregende 33 Prozent sahen ihre berufliche Zukunft in der Pflege.

Bereits 2012 hatten die Fraktionen von CDU und SPD auf die problematischen Rahmenbedingungen reagiert und den Antrag eingebracht, die Errichtung einer Pflegekammer zu prüfen. Auf Druck der Arbeitgeber wurde er zurückgezogen. Das Kammerthema wurde in die Befragung zur Sozialberichterstattung geschoben und landete mit wenigen Fragen dazu auf den letzten Plätzen. Als Mitte Juni 2014 die Ergebnisse vorgestellt wurden, blieb das Kammerthema ausgespart. Mehr als zwei Jahre sind auf diese Weise tatenlos verstrichen. Nun ist Entschlossenheit nötig, die Situation der Pflegeberufe in Mecklenburg-Vorpommern grundlegend zu verbessern.
Wir fordern die Gesetzesinitiative zu einer Pflegekammer in Mecklenburg-Vorpommern!

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