Ausbildungsreform in der Pflege!?

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22.05.2017

 

Nachdem inzwischen ein volles Jahr Zeit seit der ersten Lesung des Pflegeberufsgesetzes im Bundestag verstrichen ist, soll nun in den letzten Wochen der Legislatur noch ein Kompromissvorschlag dazu durchgesetzt werden. So sehr der DBfK begrüßt, dass das Gesetz nun doch noch kommen soll, so große Bedenken muss man bezüglich der Umsetzbarkeit dieses Kompromisses allerdings haben.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) unterstreicht die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der Pflegeausbildung in Deutschland. Zur Ausbildungsreform gab es aber fast ein Jahr lang Stillstand im Bundestag. Der DBfK begrüßt es, dass jetzt doch noch der Versuch unternommen wird, die Reform zu retten. Allerdings ist es kurz vor Torschluss und einige der vorliegenden Eckpunkte für den Kompromiss erfüllen uns mit großer Sorge.


Der DBfK fordert den Bundestag auf, keine faulen Kompromisse einzugehen. Insbesondere die Überlegung, eine nach zwei Jahren Ausbildung abgebrochene Ausbildung als Assistenzausbildung anzuerkennen zeigt, zu welch geringem Grad Sachgründe eine Rolle spielen. Eine solche Option lehnen wir ab, da sie zu einer Deprofessionalisierung des Pflegeberufes führt. Das ist weder fachlich noch berufspädagogisch sinnvoll. Es ist zudem nach unserer Einschätzung verfassungswidrig. Eine bundeseinheitlich geregelte zweijährige Pflegeassistenzausbildung wäre der richtige Weg. Diese eröffnet für geeignete Bewerber/-innen auch den Zugang zur Ausbildung auf der Ebene Fachkraft – zusammen mit Berufspraxis sogar als Studium!

Andere Punkte werden die Schulen und die Träger der praktischen Ausbildung sowohl organisatorisch als auch pädagogisch vor große Herausforderungen stellen. Dies gilt in besonderem Maße für kleinere Einrichtungen. Die vorgeschlagene Möglichkeit der eigenständigen Abschlüsse in Altenpflege und Kinderkrankenpflege müssten – ungeachtet dessen, dass wir sie für nicht erforderlich halten - vor allem bei der Schulfinanzierung und der Gestaltung des Ausbildungsvertrages aufwändig abgefedert werden. Wir fordern die Abgeordneten des Bundestages auf, sorgfältig die Kompromissvorschläge auf Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit zu prüfen. Die generalistische Ausbildung ist der bessere Weg und wird sich sowieso durchsetzen.

Der Pflegeberuf muss weiter professionalisiert werden – auch in der Ausbildung! Der ursprüngliche Entwurf des Pflegeberufsgesetzes war dazu eine zielführende Vorlage. Die Einführung der Generalistik, die Möglichkeit einer hochschulischen Ausbildung als zweiter Zugang zum Beruf und erstmals die Regelung vorbehaltener Tätigkeiten wären eine gute Investition in den Pflegeberuf!

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