DBfK zur wahren Situation der Intensivpflege im Krankenhaus

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25.07.2017

 

Mit den Zahlen eines heute veröffentlichten DKI-Gutachtens versucht die Deutsche Krankenhausgesellschaft zu belegen, dass die pflegerische Versorgung von Intensivpatienten gut sei. Der DBfK schätzt dies völlig anders ein - belegt durch Fakten und authentische Berichte von Intensivpflegenden. Wir fordern erneut eine deutliche Verbesserung der gesamten Pflegepersonalausstattung in Krankenhäusern.

Gut ist sie nicht, die Lage der Pflegefachpersonen, die auf den Intensivstationen in deutschen Krankenhäusern arbeiten. O-Töne der Beschäftigten, die ihren Arbeitsalltag beschreiben, zeichnen ein völlig anderes Bild als das, was die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit ihren heute vorgestellten Zahlen (DKI-Gutachten zur Personalsituation in der Intensivpflege und –medizin) gern vermittelt hätte. Der DBfK fordert die DKG auf, endlich den Tatsachen ins Auge zu sehen und die eigene verfehlte Prioritätensetzung zu korrigieren. „An der Fluktuation und einer Vielzahl unbesetzter Pflegestellen lässt sich inzwischen ablesen, dass Pflegefachpersonen nicht länger bereit sind, sich unter Wert zu verkaufen und miserable Bedingungen hinzunehmen“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „Über Jahre hat man ignoriert, dass Patientinnen und Patienten in den Kliniken nicht nur Ärzte und Technik, sondern vor allem kompetente und verlässliche Pflege brauchen. Jetzt darauf zu verweisen, dass seit 2008 die Personalzahlen der Pflege wieder angestiegen seien und man also alles getan habe, um beruflich Pflegenden gute Bedingungen zu bieten, klingt zynisch.“

Der bescheidene Anstieg kann keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass im selben Zeitraum

  • die Zahl der Klinikärzte überproportional anstieg (jeder Arzt veranlasst weitere Arbeit für die Pflegenden),
  • die Komplexität der medizinischen Versorgung und die Fallzahlen kontinuierlich nach oben gingen,
  • mit dem demografischen Wandel und medizinischem Fortschritt einhergehend die Zahl der multimorbiden und älteren Patientinnen und Patienten enorm zugenommen hat; gerade sie brauchen Pflege in besonderem Maße,
  • ärztliche Routineaufgaben (Blutentnahmen, Injektionen, Infusionen, Dokumentation …) in großem Umfang an die Pflege übertragen wurden ohne adäquate Entlastung der Pflegenden (dies führt zu erheblichen impliziten Rationierungen von Pflegemaßnahmen),
  • die Anzahl und Dauer der berufsbedingten Erkrankungen bei Pflegepersonal von Jahr zu Jahr steigen und diese Fehlzeiten weiteren Druck auf die verbleibenden Pflegenden ausüben,
  • die Qualität der praktischen Ausbildung von Pflegeschüler/innen in den Krankenhäusern durchweg ungenügend ist, weil sie als willkommene Arbeitskräfte verwertet anstatt konsequent ausgebildet werden, und
  • die Personalbemessung in deutschen Krankenhäusern noch immer und mit weitem Abstand das Schlusslicht im Vergleich mit anderen Industrieländern bildet; deutsche Pflegekräfte sind am „produktivsten“.

Der Bundestag hat gegen Ende der noch laufenden Legislaturperiode ein Gesetz verabschiedet, das für verpflichtende Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen sorgen soll. Die DKG betrachtet dies als Gängelung und nicht umsetzbar, weil es an der Refinanzierung und am Bewerberangebot fehle. Wahr ist aber: Mit dem Gesetz zwingt die Politik die Arbeitgeber endlich dazu, Verantwortung für den Schutz und die Gesundheit ihrer Pflegekräfte wahrzunehmen. Bisher spielte dies kaum eine Rolle. Der DBfK fordert, die Regelung konsequent auszubauen und auf alle bettenführenden Bereiche im Krankenhaus auszuweiten!

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