Einzig wirksames Mittel gegen Pflegefachkräftemangel: gute Arbeitsplatzqualität

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06.09.2017

 

Heute hat das Statistische Bundesamt neue Daten zu "Qualität der Arbeit" in Deutschland vorgestellt. Der DBfK greift das Thema auf und fordert längst überfällige Verbesserungen der Arbeitsplatzqualität in den Pflegeberufen.

Das Statistische Bundesamt stellte heute in Berlin die neue Ausgabe seines Indikatorensets „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ vor. Das nimmt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zum Anlass, die Qualität der Arbeit in den Pflegeberufen auf den Prüfstand zu stellen. Denn die Arbeitsbedingungen für professionell Pflegende sind in Deutschland seit Jahren inakzeptabel, der bestehende Fachkräftemangel in der Branche wird dadurch weiter verschärft.

Die Qualität eines Arbeitsplatzes ergibt sich aus einem Abgleich der Bedürfnisse und Erwartungen der Beschäftigten mit den Rahmenbedingungen, die sie vorfinden. Erst kürzlich machten neue Prognosen über den sich zuspitzenden Pflegefachkräftemangel in Deutschland Schlagzeilen: Im Fachkräftereport errechnete die Prognos AG für das Jahr 2030 eine Fachkräftelücke von etwa 3 Millionen mit einem besonderen Schwerpunkt im Gesundheits- und Pflegebereich. Die Bundesarbeitsministerin bezeichnete die Herausforderung an der Fachkräftefront als „riesengroß“. Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellten ein Aktionsprogramm zur Aufwertung der Sozial- und Gesundheitsberufe vor. Ob das in der Berufsgruppe mehr als ein müdes Lächeln auslöst? Vollmundige politische Versprechen hat es schon viele gegeben, insbesondere in Wahlkampfzeiten. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind trotzdem auch nach vier Jahren Regierungszeit der Großen Koalition nicht besser geworden.


„Während beim Stichwort Pflegefachkräftemangel die einen zur Senkung der Fachkraftquote aufrufen, empfehlen andere die Anwerbung aus Fernost. Und bis zur Lösung des Problems wird die Pflegearbeit auf immer weniger Schultern abgeladen und bei Personalausfall die verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genötigt, auf Pausen, Urlaub und freie Tage zu verzichten. Wie kann man nur glauben, unter solchen Bedingungen gut ausgebildete Pflegefachpersonen im Unternehmen und im Beruf halten zu können? Was muss eigentlich noch passieren, bis Verantwortliche in Politik und Betrieben begreifen, wie attraktive Arbeitsplätze heute aussehen müssen?“, kritisiert DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „In Zeiten eines Fachkräftemangels spielen die „weichen“ Faktoren eine immer größere Rolle. Pflegefachpersonen erwarten gute Teamarbeit, spürbare Anerkennung ihrer Kompetenz und Leistung, weitgehende Autonomie, Mitbestimmung, ein Gleichgewicht zwischen Arbeitsanfall und den verfügbaren Zeitressourcen, berufliche Entwicklungschancen und vor allem eine gute Work-Life-Balance. Wer das nicht bietet, kann nur noch auf ein Übermaß an Loyalität und die Leidensbereitschaft seiner Belegschaft hoffen. Aber auch die haben Grenzen!“

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