Immer mehr Betreuungskräfte: Entlastung, aber mit Risiko…

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27.10.2017

 

Als Erfolg hat gestern Bundesgesundheitsminister Gröhe den immensen Zuwachs an Betreuungskräften in stationären Pflegeeinrichtungen zwischen 2013 und heute verkündet. Diese Entwicklung muss bei aller Euphorie aber auch mit Skepsis und Augenmaß betrachtet werden, so die Meinung des DBfK. Ein bereits 2016 veröffentlichtes DBfK-Positionspapier zeigt Chancen und Risiken beim Einsatz von Betreuungskräften auf.

Bundesgesundheitsminister Gröhe hat gestern einen weiteren Aspekt seiner „Legislaturbilanz“ präsentiert: Durch die Pflegereform konnte die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen von 2013 rund 28.000 auf heute ca. 60.000 mehr als verdoppelt werden. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) betrachtet diese Entwicklung zwar als durchaus positiv, denn Pflegebedürftige profitieren davon und bei den professionell Pflegenden kann diese zusätzliche Betreuung für spürbare Entlastung sorgen. Dennoch gibt es Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Der DBfK hat bereits im Mai 2016 in einem Positionspapier zu Betreuungskräften nach § 87b SGB XI‘ die Chancen und Risiken aufgezeigt und daraus abgeleitete Forderungen gestellt.

„So begrüßenswert die Verbesserungen der Betreuung von Pflegebedürftigen durch den Zuwachs an Betreuungskräften auch sind, sie dürfen keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass es in den Einrichtungen seit langem und bundesweit an Pflegefachpersonal fehlt. Die Anstrengungen, Arbeitsplätze für Pflegefachpersonen in der Langzeitpflege attraktiv zu machen und so qualifiziertes Pflegepersonal zu halten, dürfen nicht nachlassen. Nur bei einem guten Personal- und Grade-Mix sowie den entsprechenden Rahmenbedingungen können Betreuungskräfte einen wertvollen Beitrag für eine gute Versorgung der Bewohner – insbesondere mit einer Demenzerkrankung – leisten“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „Der Grad der Pflegebedürftigkeit ist hoch bei den Menschen, die in den Heimen versorgt werden müssen, das erfordert pflegerische Fachkompetenz und Erfahrungswissen. Pflege kann deshalb nicht von Personen erbracht werden, die dafür keinerlei Qualifikation erhalten haben. Das zeigen auch die Ergebnisse des gestern veröffentlichten DAK-Pflegereport 2017. Zwei von drei Befragten wünschen sich bei Pflegebedürftigkeit und Demenz mehr Unterstützung durch professionell Pflegende. Leider verleitet der Zuwachs an Betreuungskräften vielfach dazu, ihnen pflegerische Aufgaben zu übertragen – das wird gefährlich für die zu pflegenden Menschen. Ein Missverhältnis zwischen Fach- und Assistenzkräften erhöht zudem Arbeitsintensität und Verantwortung der Pflegefachpersonen und sorgt so für weiter sinkende Attraktivität des Berufs.“

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