Menschen mit Demenz brauchen Pflegepotenzial statt potenter Psychopharmaka

Share
FacebookTwitterShare on Google+Diesen Beitrag per E-Mail empfehlen/versenden

06.04.2017

 

Der gerade veröffentlichte Pflege-Report 2017 von AOK und WIdO zeigt die Not in Pflegeheimen beim Umgang mit demenzkranken Menschen. Der DBfK verweist auf bewährte Pflegekonzepte, die allerdings Fachkompetenz und vor allem Zeitressourcen erfordern.

Für den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sind die gestern veröffentlichten Ergebnisse des Pflege-Reports 2017 über den Einsatz von Psychopharmaka in Pflegeheimen keine Überraschung. „Der Report zeigt trotz eines Rückgangs der Verordnung von Psychopharmaka, wie dringend weiterer Handlungsbedarf besteht. Für die Betreuung von Menschen mit Demenz und den Umgang mit ihren Krankheitssymptomen gibt es wissenschaftlich evaluierte bewährte Pflegekonzepte. Sie im Alltag umzusetzen erfordert allerdings hohe fachliche Kompetenz und die nötigen Zeitressourcen. An beidem wird seit langem gespart, Personalnot und stetig zunehmender Zeitdruck führen zu einer Überlastung der Pflegefachpersonen im Umgang mit schwer demenziell erkrankten Pflegeheimbewohnern. Das Ruhigstellen durch den ‚chemischen Cocktail‘ kann und darf aber keine Lösung sein“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff definiert kognitive Einschränkungen und auffällige psychische Verhaltensweisen als einen Teil dieser Erkrankung und hebt die Bedeutung der pflegerischen Betreuung im Leistungsumfang hervor. Diese Zeit muss den beruflich Pflegenden auch zur Verfügung gestellt werden. Bisher lässt man sie mit den Problemen allerdings weitgehend allein.

Der DBfK sieht den Handlungsbedarf mit den neuen Personalschlüsseln seit der Überleitung der Pflegestufen in die Pflegegrade noch nicht beendet. Zwar zielt die Entwicklung eines Personalbemessungsinstruments in die richtige Richtung, ausreichend ist dies aus Sicht des DBfK jedoch nicht. Die Politik muss langfristig nicht nur den Personalbedarf erkennen, sondern auch gesetzlich verankern. Und die Unternehmen müssen erkennen, dass sie sich heute mit schlechten und krankmachenden Arbeitsbedingungen die eigene unternehmerische Grundlage für morgen entziehen. Wer heute seine Mitarbeiter verschleißt, wird morgen keine mehr haben.

Aus- und Fortbildung in den Pflegeberufen müssen viel stärker als bisher für die Versorgung der Menschen mit Demenz qualifizieren, ein besonderes Augenmerk ist dabei auch auf nicht-medikamentöse Behandlungsformen zu richten. Letztlich zeigen die Ergebnisse des Pflege-Reports 2017 aber auch erneut, wie dringend Deutschland eine Pflegeausbildung braucht, die eine breite Basis an Fachkompetenz vermittelt und den Menschen nicht nach Altersstufen betrachtet.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V.

Bundesverband

Aufruf

neue Fachgruppe Überleitung

Sind Sie tätig im Bereich Pflegeüberleitung?
Dann laden wir Sie ein
...

Mitglied werden

Wie das geht und warum es sich lohnt ... hier

Junge Pflege

Reinschauen und dabei sein

Selbstständige/ Unternehmer/innen

Angebot für Pflegeunternehmer

Allgemeines zum Pressebereich

Zur Aufnahme in unseren Presseverteiler melden Sie sich hier an.
Für Informationen, Anfragen und Interviewpartner zu eher  regionalen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Presse-Verantwortlichen unserer Regionalverbände.

Ihre Ansprechpartnerin

Inhalt rechts

Knüppel, Johanna

Bundesverband

Referentin
Presse

DBfK Bundesgeschäftsstelle
Alt-Moabit 91
10559 Berlin
030 / 219157-0
030 / 219157-77
presse@dbfk.de