Münchner Erklärung zum Tag der Pflegenden verabschiedet

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10.05.2017

 

München – „Wir brauchen dringend eine Soforthilfe für die professionelle Pflege. Die sichere Versorgung der Patienten/innen ist akut gefährdet“, sagte Sonja Hohmann, Vorsitzende des DBfK Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V. anlässlich des DBfK-Kongresses zum Tag der Pflegenden heute in München. Mit der Münchner Erklärung „Personalnot in der Pflege stoppen – jetzt“ fordert der DBfK Sofortmaßnahmen für eine deutliche Verbesserung der Personalausstattung und des Arbeitsumfelds der Pflegenden.

Die Personalsituation in der Pflege hat sich dramatisch zugespitzt. Stationen sind chronisch unterbesetzt, eine Normalversorgung ist kaum noch möglich. Die Zahlen sind brisant – eine Besserung ist nicht in Sicht. Aufgrund des Personalnotstandes in der Pflege müssen jetzt schon Abteilungen geschlossen und OPs verschoben werden. Die Münchner Erklärung wurde an den Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath, stv. Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag übergeben. Die Forderungen beziehen sich auf die Arbeitsbelastung der Pflegenden, die Patientensicherheit, die Personalschlüssel, die Ausbildungsreform sowie eine starke Interessensvertretung zur besseren Durchsetzbarkeit der pflegerischen Belange.  „Schluss mit Überstunden und Überlastung der Pflegenden. Wir fordern bessere Personalschlüssel in der Pflege,“ sagte Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführung des DBfK Südost e.V.


"Chronische Unterbesetzung gefährdet Gesundheit der Pflegenden"
Rund 60 000 Pflegestellen wurden in den letzten 20 Jahren in Krankenhäusern abgebaut. Mittlerweile fehlen auf Normalstationen in Krankenhäusern nach Berechnungen von Prof. Michael Simon rund 100 000 Pflegefachpersonen, während die Zahl der Patienten/innen deutlich zugenommen hat. Hinzu kommt, dass offene Stellen in der Krankenpflege durchschnittlich rund 4,5 Monate nicht nachbesetzt werden. Massenweise Überstunden (36 Millionen Überstunden in den Krankenhäusern) und die Verantwortung für zu viele Patienten/innen pro Schicht sind die Folge. Im Schnitt kümmert sich eine Gesundheits- und Krankenpflegerin um bis zu 14 Patienten/innen. Das ist ein Vielfaches mehr als in anderen Ländern vorgeschrieben ist, wie zum Beispiel Kalifornien und Australien (5) auf internistischen und chirurgischen Normalstationen.

„Diese skandalös chronische Unterbesetzung gefährdet die Patientenversorgung und die Gesundheit der Pflegenden gleichermaßen“, heißt es in der Münchner Erklärung. Die Zahlen sind brisant – eine Besserung ist nicht in Sicht. Bis zum Jahr 2030 fehlen laut Bertelsmann Stiftung rund 500 000 Pflegefachpersonen in Deutschland alleine in der Altenpflege, ohne Berücksichtigung der Lücken in den Krankenhäusern. Einer Prognose der Stiftung zufolge werden allein in der Altenpflege in Bayern bis dahin etwa 62 000 Fachkräfte fehlen.

Gute Pflege in Bayern braucht gute Arbeitsbedingungen: In einem Schulterschluss mit der Politik und den Einrichtungen fordert der DBfK in seiner Münchner Erklärung folgende Sofortmaßnahmen:


Die Münchner Erklärung

1. Schluss mit Zeitdruck und Hetze im Pflegealltag – Patientensicherheit geht vor!
Pflegende brauchen mehr Zeit für die Pflege. Die Arbeitsbelastung in der Pflege ist an ihrer Grenze, Pflegende sind erschöpft und ausgebrannt. In keinem anderen Beruf ist der Krankenstand so hoch. Die Pflegenden fordern Bedingungen, die ein menschenwürdiges und professionelles Arbeiten ermöglichen. Nur so lässt sich die Patientensicherheit gewährleisten.

2. Schluss mit Sonderwegen in der Ausbildung – Wir fordern die sofortige Reform der Pflegeausbildung nach europäischen Standards!
Der Pflegeberuf unterliegt einem ständigen Wandel. Heute und in Zukunft mehr denn je: Durch die Alterung der Gesellschaft und die immer kürzeren Krankenhausaufenthalte benötigt die Altenpflege die Kompetenzen der Krankenpflege und umgekehrt: Wir fordern Mut zur Reform des Pflegeberufs, nur so wird der Beruf zukunftsfähig und attraktiv für kommende Generationen.

3. Schluss mit der Fremdbestimmung – Wir fordern eine starke und unabhängige Vertretung der Pflegenden!
Die Pflege hat für die Versorgung der Bevölkerung eine hohe Relevanz und Verantwortung. Deshalb fordern die Pflegenden auch in Bayern eine pflegerische Selbstverwaltung, um ihre Belange selbst regeln zu können, so wie dies auch für andere Berufe im Gesundheitswesen selbstverständlich ist.

4. Schluss mit Überstunden und Überlastung der Pflegenden – Wir fordern bessere Personalschlüssel in der Pflege!
Nur mit einer guten Personalausstattung kann die professionelle Pflege die Versorgungsqualität gewährleisten. Der DBfK unterstützt die Personaluntergrenzen für die Pflege, auf die sich die Politik jetzt verständigt hat, jedoch nur, wenn es keine Personalumverteilung aus anderen Bereichen gibt. Fachlichkeit und Qualität müssen gesichert sein.


Pflegende können mit ihrer Unterschrift die Initiative des DBfK Südost e.V. unterstützen.

Download Münchner Erklärung und Unterschriftenliste


DBfK Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V.
Edelsbergstraße 6
80606 München
Tel. (089) 179970-0
Fax (089) 1785647
suedost@dbfk.de

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