Wir brauchen endlich Lösungen für die Pflege!

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09.11.2017

 

Das Sachverständigengutachten der Wirtschaftsweisen gestern und heute der Pflegereport 2017 der BARMER zeigen: wesentliche Probleme der Pflege in Deutschland sind zwar bekannt, aber noch lange nicht gelöst. Zuallererst ist hier der anhaltende und sich weiter verschärfende Pflegefachkräftemangel zu nennen. Der DBfK fordert die neugewählten Abgeordneten des Bundestags auf, endlich nach echten und nachhaltigen Lösungen zu suchen.

Aus Anlass des heute in Berlin veröffentlichten BARMER Pflegereports 2017 weist der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) erneut auf die zahlreichen großen Herausforderungen hin, die im deutschen Pflegesystem unbewältigt auf Lösungen warten. „Die Zahl der Leistungsbezieher steigt kontinuierlich, die Anzahl der Heimplätze auch. Doch woher die Pflegefachpersonen kommen sollen, die heute und morgen eine verlässliche und qualitativ gute Pflege sicherstellen, wird scheinbar immer noch ausgeblendet“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. „Wir sind bei der Bewältigung des Pflegefachkräftemangels keinen Schritt vorangekommen. Es gab und gibt viele politische Lippenbekenntnisse, dass der Beruf attraktiver gemacht werden müsse. Alles in allem ist es aber bislang bei leeren Versprechungen geblieben. In der Praxis hat sich die Arbeitssituation professionell Pflegender in der Zwischenzeit weiter verschärft. Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs ab Januar 2017 war lange überfällig. Sie hat nun viele Hoffnungen geweckt und bietet eine Menge Potenzial, das jetzt für alle Beteiligten aber auch mit Leben erfüllt werden muss.
Bei der Entwicklung guter Wohn- und Betreuungskonzepte ist pflegerische Expertise maßgeblich einzubinden. Vorhandenes Fachkräftepotenzial muss gezielt aktiviert werden durch

  • gute und gesunde Arbeitsbedingungen, die zum Bleiben am Arbeitsplatz motivieren,
  • glaubwürdige Angebote an Beschäftigte in Teilzeit sowie Berufsaussteiger, den Vertragsumfang zu erhöhen bzw. ihren Beruf wieder aufzunehmen,
  • wirksame Anreize an interessierte erfahrene Pflegende, sich zur Fachkraft qualifizieren zu lassen,
  • Lernen von Best Practice Beispielen. Es gibt viele sehr gute Arbeitgeber in der Pflege, die in qualifiziertes Personal und angenehme, förderliche Bedingungen für Bewohnerinnen und Bewohner investieren. Und damit nicht nur messbare Erfolge erzielen, sondern verlässlich schwarze Zahlen schreiben.

Wir fordern erneut die zur Zeit sondierenden Parteien und darüber hinaus alle Abgeordneten im Bundestag auf, nach echten und nachhaltigen Lösungen für die Pflege in Deutschland zu suchen. Der DBfK ist gern bereit, seine Kompetenz und Vorschläge einzubringen“, so Biensteins Angebot an die künftige Bundesregierung.

Erst gestern wiesen die Wirtschaftsweisen in ihrem neuen Gutachten darauf hin, dass der Fachkräftemangel – gerade in der Gesundheitswirtschaft – künftig die weitere positive Entwicklung deutlich einschränken, sogar ausbremsen kann. Es gibt also zahlreiche Gründe, wirksam gegen den Pflegefachkräftemangel vorzugehen – spätestens ab sofort. Viel zu viel Zeit ist bereits vergeudet worden, in der motivierte Pflegefachpersonen ihren Beruf verlassen und interessierte Schulabgänger die Berufsoption Pflege wegen der unattraktiven Rahmenbedingungen verworfen haben.

Die Zeit drängt, die hilfebedürftigen Menschen heute und morgen haben das Recht auf eine gute Versorgung. Und wer sich darauf verlässt, dass auch in der Pflege die Digitalisierung der Silberstreif am Horizont des Fachkräftemangels werden wird, könnte schon heute feststellen: Der Kollege Roboter wird in ferner Zukunft allenfalls Unterstützung geben können, mehr nicht. Die fachlich qualifizierte, am individuellen Bedarf ausgerichtete aktivierende und nachhaltige Pflege durch den Menschen wird er niemals ersetzen.

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