„Das Landesamt für Pflege ist kein Instrument, um die fachliche Pflege zu stärken“

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20.09.2018

 

Das erklärte Ziel des Freistaates Bayern, Menschen bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit angemessen zu versorgen, steht auf dem Spiel. Der DBfK warnt vor der dramatischen Lage in allen Bereichen der Pflege, der Markt an qualifizierten Kräften ist leer gefegt und damit die Versorgung nicht mehr sicher. Derzeit wirft die Regierung mit Wahlgeschenken – zum Beispiel 1000 Euro für alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 – um sich. Da scheint es nun in der Hochphase des Wahlkampfes passend, mit dem Landesamt für Pflege auch noch eine Behörde zu eröffnen, welche diese Gelder auszahlt. „Das Landesamt für Pflege ist kein Instrument, um die fachliche Pflege zu stärken“, erklärt Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK Südost e.V.

Und weiter: „Bayern braucht dringend gute und verlässliche Angebote, damit Bürgerinnen und Bürger im häuslichen Umfeld gut und angemessen versorgt werden können.“ Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert die Politiker auf, endlich in die professionelle Pflege zu investieren, um die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger langfristig zu sichern.

Professionell Pflegende brauchen bessere Arbeitsbedingungen, eine dem Beruf angemessene Bezahlung, Personaluntergrenzen in allen stationären Bereichen, eine berufsständische Vertretung zur Stärkung der Berufsgruppe in Form einer Pflegekammer sowie Förderprogramme für die fachliche Pflege, um den Beruf attraktiver zu gestalten. Das von der Regierung geschnürte Pflege-Paket mit zusätzlichen Pflegeplätzen oder den Rechtsanspruch auf einen Heimplatz könne auch nur umgesetzt werden, wenn in Personal investiert werde. Mit Imagekampagnen alleine sei es nicht getan, um den Pflegemangel zu beheben, warnt der DBfK.

„Es ist erfreulich, dass Pflegebedürftige nun mit dem Landespflegegeld mehr in der Tasche haben. Allerdings ist völlig unklar, welche Art von Unterstützungsleistungen mit umgerechnet 80 Euro im Monat finanziert werden können“, so Dr. Biederbeck. Wer sorgt dafür, dass pflegende Angehörige entlastet werden, dass ambulante Pflegedienste mit ausreichend qualifiziertem Personal alle pflegebedürftigen Menschen professionell versorgen können? „Wir vermissen hier ein echtes Interesse, etwas für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger zu tun. Die Einrichtung einer Behörde ist überflüssig und verschlingt Steuergelder, die letztlich nicht den bedürftigen Menschen zugute kommen.“

Die Lage ist unterdessen weiter dramatisch: Ambulante Pflegedienste finden kein Personal mehr und müssen Klienten abweisen, Krankenhäuser verschieben Operationen und sperren Betten, weil Personal fehlt. Die aktuellen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft haben ergeben, dass im Jahr 2035 rund vier Millionen Pflegebedürftige versorgt werden müssen und dafür ein Zuwachs von 44 Prozent Pflegefachpersonal erforderlich sei.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK Südost e.V.

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