Der Koalitionsvertrag in Bayern steht – Chance verpasst

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05.11.2018

 

DBfK: „Wieder nur Brosamen für die professionelle Pflege“

Die Regierung in Bayern steht, der Koalitionsvertrag ist unterzeichnet. Der DBfK als Vertreter der professionellen Pflege bedauert, dass für die Pflegefachpersonen in der nächsten Legislaturperiode keine großen Schritte zu erwarten sind. Weder Förderprogramme für die Pflege, wie sie der DBfK analog zur Medizin gefordert hatte noch eine starke Selbstverwaltung standen offenbar zur Debatte. „Das ist eine verpasste Chance. Für die professionelle Pflege gibt es wieder nur Brosamen“, so Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, DBfK Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V. Und weiter: „Wir bedauern sehr, dass die Freien Wähler, die sich über viele Jahre als überzeugte Befürworter für die Pflegekammer eingesetzt und die Einrichtung einer starken Selbstverwaltung auch im Wahlprogramm haben, sich an dieser Stelle nicht durchsetzen konnten.“

Die professionell Pflegenden in Bayern setzen dennoch hohe Erwartungen an die Koalition. Schließlich steht nicht weniger als die Versorgungssicherheit der Menschen auf dem Spiel. Die professionelle Pflege ist hier ein wichtiger Partner: Zukunftsfähig wird der Pflegeberuf allerdings nicht alleine mit „gezielten Anreizen“, wie es im Koalitionsvertrag steht und die besonders die Anwerbung ausländischer Fachpersonen im Fokus haben. Dringend notwendig sind bessere Arbeitsbedingungen, eine dem Beruf angemessene Bezahlung, eine starke Selbstverwaltung und Förderprogramme für die Pflege. „Die Zeichen der Zeit wurden leider bis jetzt nicht erkannt. Mit 1000 weiteren stationären Pflegeplätzen und 500 Kurzzeitplätzen sind noch keine zusätzlichen Fachpersonen auf dem Markt, die wir so dringend benötigen“, so Dr. Biederbeck weiter.

Was die Attraktivität des Pflegeberufs anbelangt, so wird der Freistaat Bayern langfristig nicht an einer Pflegekammer vorbeikommen. Damit gewinnen Pflegefachpersonen an Selbstbestimmung – das ist entscheidend, wenn es um das Ansehen des Berufs Pflege geht. Mit einer starken Selbstverwaltung können Standards gesetzt und Qualifikationen definiert werden. Lediglich für die Medizin sollen laut Koalitionsvertrag 2000 neue Studienplätze geschaffen werden – warum nicht auch für die Pflege? Gute Medizin und professionelle Pflege gehen Hand in Hand, wenn es um die Versorgungssicherheit der Bürgerinnen und Bürger geht, und können nicht separat gesehen werden – die künftige bayerische Staatsregierung muss sich daher künftig noch mehr für die Förderung der Pflegeberufe einsetzen. Dringend benötigt werden auch Lehrstühle für Pflegewissenschaft an Universitäten und Stipendiengelder für Studierende der Pflege und der Pflegepädagogik. Denn auch Lehrende für Pflegeberufe sind Mangelware.


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