Wohin damit? Leitfaden zum Umgang mit opioidhaltigen Schmerzpflastern

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05.06.2018

 

Mehr als 30 Millionen opioidhaltige Schmerzpflaster mit den Wirkstoffen Fentanyl und Buprenorphin werden jährlich von den Apotheken in Deutschland ausgegeben. Die Wirkstoffe sind hochpotent und können auch gefährlich werden. Im Rahmen des heutigen Aktionstages gegen den Schmerz hat der DBfK einen neuen "Leitfaden für den Umgang mit opioidhaltigen Schmerzpflastern" vorgestellt.

Leitfaden

In einer Pressekonferenz in Berlin aus Anlass des bundesweiten ‚Aktionstags gegen den Schmerz‘ hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) heute einen 12-seitigen „Leitfaden für den Umgang mit opioidhaltigen Schmerzpflastern“ vorgestellt. Die Broschüre wurde geschrieben von den DBfK-Pflegeexperten Schmerz. Sie ergänzt die Gebrauchsinformationen der Pharma-Hersteller mit praxisnahen Tipps und Empfehlungen aus der langjährigen Erfahrung professionell Pflegender in der Anwendung dieser Pflaster.
„Knapp 31 Millionen opioidhaltige Schmerzpflaster sind 2016 von öffentlichen Apotheken ausgegeben worden – eine große Menge. Die Wirkstoffe, um die es hier geht, sind Fentanyl und Buprenorphin. Beides hochwirksame synthetische Opioide, die neben ihrer schmerzlindernden Wirkung auch ganz erhebliche Nebenwirkungen haben und gefährlich werden können. Fentanyl ist bis zu hundertmal stärker als Heroin, das macht gebrauchte Schmerzpflaster interessant für Drogenabhängige. Umso wichtiger, dass einerseits die Schmerzpatienten selbst, andererseits aber auch diejenigen, die sie pflegen und versorgen, gut Bescheid wissen und sorgsam mit diesen Pflastern umgehen“, sagte DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein bei der Pressekonferenz.

Im Rahmen der Arbeit am Leitfaden hat sich die DBfK-Fachgruppe besonders dem Thema der Entsorgung gebrauchter Schmerzpflaster gewidmet. Aus gutem Grund, denn die Pflaster enthalten noch bis zu 70% der ursprünglichen Wirkstoffmenge, das wissen auch Drogenabhängige. Das Opioid Fentanyl kommt inzwischen mehr und mehr in der Drogenszene an. Abhängige suchen die Pflaster im Müll von Kliniken, Heimen und Hospizen, kochen sie aus und injizieren den Wirkstoff. Die Droge ist mittlerweile für zahlreiche Todesfälle unter Drogenabhängigen verantwortlich.

Die Entsorgung der Pflaster ist bisher gesetzlich nicht geregelt, nur in wenigen Einrichtungen gelten interne Vorgaben. Die Unsicherheit ist groß, wie mit gebrauchten Schmerzpflastern umzugehen ist. Angesichts der Gefahren und des zunehmenden Missbrauchs empfiehlt der DBfK Einrichtungsleitungen und Pflegedienstbetreibern, innerbetriebliche Anweisungen vorzugeben. Das Bundesgesundheitsministerium sollte eine Konkretisierung des Betäubungsmittelgesetzes prüfen.

Der „Leitfaden für den Umgang mit opioidhaltigen Schmerzpflastern“ kann als Download  abgerufen oder kostenlos im DBfK-Shop bestellt werden. Die Broschüre richtet sich an Betroffene, pflegende Angehörige, aber auch an Pflegefachpersonen in Kliniken, Heimen und in der häuslichen Pflege.

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