Experten und Politiker diskutieren Wege aus der Pflegekrise

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07.05.2018

 

Vor einem Zusammenbruch des Pflegesystems in Bayern warnt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK): „Es ist bereits fünf nach 12 Uhr und die Politik hat bislang keine konkreten Lösungen auf den Tisch gelegt, wie der gravierende Pflegemangel in Bayern behoben werden kann“, sagt Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK Südost e.V. anlässlich des bevorstehenden DBfK-Kongresses zum Tag der Pflegenden am 8. Mai in Nürnberg.

 Aktuelle Daten zeigen ganz deutlich – der Arbeitsmarkt bietet jetzt schon keinerlei Reserven mehr. Welche Wege tatsächlich aus der Pflegekrise führen könnten, damit beschäftigen sich ausgewiesene Pflegeexperten/innen aus Wissenschaft und Pflegepraxis beim DBfK-Kongress zum Tag der Pflegenden am morgigen Dienstag. Und auch Politiker/innen das Wahljahres 2018 werden sich an diesem Tag den Fragen der Pflegenden stellen müssen, welche wirksamen Lösungen sie vorschlagen, um den Pflegemangel zu beheben.

Beispiel Altenpflege: Nach Recherchen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip) gibt es in den Kreisen und kreisfreien Städten in Bayern nahezu keine arbeitslos gemeldete Fachkraft (Ausnahmen sind Nürnberg und München) und fast 30 Prozent der ambulanten Dienste in Bayern mussten Klientenanfragen aufgrund von Personalmangel ablehnen. Und während in Bayern die Zahl der Pflegebedürftigen in den letzten 15 Jahren um knapp 20 Prozent auf 348 253 angestiegen ist, blieb die Zahl der Auszubildenden nahezu stabil. „Von der Politik angestrengten Maßnahmen und Kampagnen zur Fachkräftesicherung blieben leider wirkungslos“, bewertet Dr. Biederbeck. Nach aktuellen Studien werden unterdessen im Jahr 2030 bis zu 500 000 Pflegefachpersonen deutschlandweit fehlen.

„Noch ist der politische Wille nicht erkennbar, an der Situation wirklich etwas ändern zu wollen“, beurteilt der DBfK die Vorschläge der Landesregierung. Alleine die Einführung des Landespflegegeldes betrachtet der DBfK als reines Wahlgeschenk: „Wie sollen denn 1000 Euro, die an alle pflegebedürftigen Menschen ab Pflegegrad II gezahlt werden, den Pflegemangel in den Kliniken lösen?“, so Dr. Biederbeck. Den Ernst der Lage habe man scheinbar noch nicht erkannt, denn der Blick in die Einrichtungen zeigt es: Es ist keine Seltenheit, dass Pflegende für 30 und mehr pflegebedürftige Menschen zuständig sind und immer häufiger werden Pflegefachpersonen aus dem Frei zum Dienst gerufen, weil die Versorgung der Patientinnen und Patienten akut gefährdet ist. Die Krankheitsrate im Pflegeberuf ist extrem hoch, und wenn die älteren Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gehen, ist der Pflegekollaps vorprogrammiert.

„Was wir brauchen, sind mehr Menschen, die sich für den Pflegeberuf begeistern. Diejenigen, die den Beruf bereits seit Jahren ausüben, müssen wir hegen und pflegen. Das kann nur mit mehr Geld, mehr Einfluss, mehr Anerkennung und wirklich guten Arbeitsbedingungen für alle Pflegefachpersonen gelingen. Zeit für die Pflege ist der Garant für gute Pflege. Nur so werden einzelne von Teilzeit wieder in Vollzeit wechseln, länger im Beruf bleiben oder auch nach einer längeren Pause in den Beruf wieder zurückkehren“, so Dr. Biederbeck.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK Südost e.V.

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