Pflegerische Versorgung im Nordwesten Deutschlands ist akut gefährdet

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28.05.2018

 

Allein in Niedersachsen fehlen insgesamt 51.000 Pflegefachpersonen bis zum Jahr 2030. Von dieser Zahl geht die Niedersächsische Landesregierung aus. Dem steht eine steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen gegenüber. Laut Aussage des Niedersächsischen Landesamts für Statistik aus dem Januar 2017 erhielten am Stichtag des 15. Dezember 2015 mehr als 300.000 Personen Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI). Das ist im Vergleich zu Dezember 2013 ein Anstieg um 10,2 Prozent. Mit einer weiteren Steigerung ist zu rechnen.

Im Ergebnis führt dies dazu, dass die pflegerische Versorgung nicht sichergestellt werden kann. „Aufgrund von fehlenden Pflegefachpersonen sind wir leider seit geraumer Zeit gezwungen Anfragen von Patienten und Angehörigen zu Leistungen der gesetzlichen Pflege- und auch Krankenversicherung abzulehnen. Durch den Austausch mit anderen Pflegediensten und den Überleitungspersonen aus den Krankenhäusern, weiß ich, dass sich die Situation dort auch nicht anders darstellt und beispielsweise Patienten nicht entlassen werden können, da die Nachversorgung nicht sichergestellt werden kann“, sagt Frank Linnemann, Fachbereichsleiter von zwei ambulanten Pflegediensten in Südniedersachsen und Beiratsmitglied der Pflegeunternehmerinnen und -unternehmer Niedersachsen im DBfK Nordwest.

In den anderen Bundesländern im Nordwesten von Deutschland sieht es nicht besser aus.
In Niedersachen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen kippte bereits zwischen den Jahren 2014 und 2015 das Verhältnis der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Stellen und der Zahl der Arbeitssuchenden Fachpersonen in der Pflege. In Hamburg war das bereits zwischen 2010 und 2011 der Fall. Seitdem gibt es mehr freie Stellen als Arbeitssuchende auf dem Arbeitsmarkt.

„Die Entwicklung ist also nicht neu. Umso unverständlicher, dass seitens der Politik nicht bereits bessere Maßnahmen ergriffen wurden. Deshalb fordern wir eine deutliche Steigerung der Ausbildungsplätze bei gleichzeitiger Umsetzung des Pflegeberufegesetzes, die Förderung von flexiblen Ausbildungsformen (beispielsweise an einer Abendschule), mehr Studienplätze und Stipendienprogramme die die Aufnahme eines Pflegestudiums ermöglichen (beispielsweise Pflegepädagogik) und eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Vergütung damit der Beruf wieder attraktiver wird und sich Menschen dann auch tatsächlich für den Beruf entscheiden“, so Martin Dichter, Vorstand des DBfK Nordwest e.V.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK Nordwest e.V.

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