DBfK erwartet von der Bayerischen Staatsregierung wirkungsvolle Strategien gegen den Pflegenotstand

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10.04.2018

 

„Wir vermissen schlagkräftige Ideen für die professionelle Pflege“, wertet Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK Südost e.V.) die heute präsentierten Vorschläge von Ministerpräsident Markus Söder zur Verbesserung der Pflege in Bayern wie zum Beispiel das Landespflegegeld zur Entlastung pflegender Angehöriger, die Errichtung eines Landesamts für Pflege und eine bessere Hospizversorgung. Die Situation in der Pflege ist mittlerweile derart eklatant, dass Operationen verschoben, Abteilungen geschlossen und Patienten und Bewohner abgewiesen werden müssen. „Wir brauchen dringend eine Akutversorgung und eine langfristige Therapie für die Patientin Pflege. Ziel muss es sein, für die Pflege nicht nur kleinteilige Maßnahmen zu ergreifen, sondern einen umfassenden Masterplan zu entwickeln.“

 Die professionell Pflegenden in Bayern erwarten daher wirkungsvolle Lösungen und Strategien gegen den Pflegenotstand in Bayern: Das sind neben besserer Arbeitsbedingungen und einer dem Beruf angemessene Bezahlung Personaluntergrenzen in allen stationären Bereichen, eine Pflegekammer für Bayern sowie Förderprogramme für die Pflege, um den Beruf attraktiver zu gestalten.

Der DBfK warnt davor, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen in der Pflege und der eklatante Fachkräftemangel sich bereits in der Versorgungssicherheit und der Qualität der Pflege auswirken. „Als reiches Bundesland wie Bayern können wir uns das nicht leisten. Wir müssen anfangen, den Wert der professionellen Pflege zu würdigen und dafür zu sorgen, dass Pflegende gute und menschenwürdige Arbeitsbedingungen vorfinden. Zur Wertschätzung gehört es auch, dass die Fachkräfte der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege endlich besser vergütet werden“, so Dr. Biederbeck.

Der DBfK wiederholt außerdem seine Forderung nach einer besseren personellen Ausstattung der stationären Einrichtungen: Die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen in Berlin angeführten bundesweiten 8000 Stellen für die stationäre Pflege seien lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Das ist gerade einmal eine halbe Stelle pro Einrichtung. Wir brauchen jedoch fünf Stellen pro Station, damit Verbesserungen spürbar werden", so Dr. Biederbeck. Nicht berücksichtigt seien außerdem das Krankenhaus oder die ambulante Pflege. Auch hier werden dringend mehr Pflegefachpersonen gebraucht. Weitere Maßnahmen sind verbindliche Personaluntergrenzen für alle Bereiche der Pflege, damit eine adäquate Versorgung der Patienten und Bewohner möglich ist.

Zentrale Forderung für die Pflege in Bayern ist die Einführung einer Pflegekammer zur Stärkung der Berufsgruppe Pflege. „Ohne Registrierung aller Pflegefachpersonen liegen künftig weiterhin keine validen Zahlen zur Anzahl und Qualifikation im Pflegefachbereich vor. Diese Daten sind aber entscheidend, um den Pflegefachpersonenmangel langfristig und planvoll abzuwenden“, so Dr. Biederbeck weiter.

Auch in punkto Attraktivität des Pflegeberufs kann der Freistaat Bayern etwas tun: Weiterhin werden dringend Förderprogramme für die Pflege benötigt, ähnlich wie sie in den vergangenen Jahren für die Medizin aufgelegt wurden. Zwischen 2012 und 2016 wurden 26 Mio. € für die hausärztliche Versorgung im ländlichen Bereich zur Verfügung gestellt. Medizinstudenten erhalten ein Stipendium von 300,- € monatlich und in Augsburg sollen 250 neue Studienplätze für Mediziner entstehen. Im Schnitt kostet ein Medizinstudium 150.000 €, das sind in Summe fast 40 Mio €. „Mindestens in dieser Form muss sich die Staatsregierung für die Förderung der Pflegeberufe einsetzen. Dringend benötigt werden Lehrstühle für Pflegewissenschaften an Universitäten und Stipendiengelder für Studierende der Pflege. Nur so lässt sich die Pflege langfristig attraktiver gestalten.“

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