Erfolgsprojekt „Familiale Pflege“ wird Regelversorgung

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30.10.2018

 

(Bad Schwartau) Mit dem Ziel, pflegende Angehörige zu stärken, soll das Projekt „Familiale Pflege“ ab dem 1. Januar 2019 in die Regelversorgung überführt werden. Die AOK Nordwest und Rheinland-Hamburg als finanzierende Pflegekassen wollen dabei offenbar zentrale Qualitätsmerkmale des Projektes nicht fortsetzen.

Die „Familiale Pflege“ dient der Begleitung und Kompetenzförderung von pflegenden Ehepartnern und Angehörigen im Übergang vom Krankenhaus in die poststationäre Versorgung durch dafür extra qualifizierte Pflegefachpersonen. Seit 2013 werden in Schleswig-Holstein im Rahmen des Modellprojektes Pflegefachpersonen methodisch und didaktisch dafür qualifiziert, Angehörige auf die häusliche Pflegesituation im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt vorzubereiten. Die nun von der AOK Nordwest vorgelegten Verträge sehen keinerlei Qualifizierung der Pflegefachpersonen vor, die aber für die komplexen häuslichen Versorgungsituationen dringend notwendig sind. „Es kann nicht sein, dass Kostenträger entscheiden, welche pflegefachliche Expertise für eine qualitätsgesicherte Versorgung nötig ist“ sagt Swantje Seismann-Petersen, stellv. Vorsitzende des DBfK Nordwest.

Friederike Hohmann, (Geschäftsführerin des Diakonissenkrankenhauses Flensburg und Mitglied im DBfK), kritisiert ferner, dass die Inhalte der Pflegekurse für Angehörige von der Pflegekasse festgelegt und vorgeschrieben werden. Auch die nun vorgelegte Finanzierung entspricht in weiten Teilen nicht dem Modellprojekt.

„Es ist offensichtlich, dass bei der durch die Kostenträger eingeschlagene Vorgehensweise Kosteneinsparungen und nicht die Interessen der Patient*innen und ihrer Familien im Vordergrund stehen.“, so Seismann-Petersen weiter. Um die Versorgung weiterhin sicher gewährleisten zu können, fordert der DBfK Nordwest die Kostenträger auf, die Verträge für die Regelversorgung entsprechend der guten Ergebnisse des Modellprojekts zu gestalten.

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