Beruflich Pflegende sind auch pflegende Angehörige – mit dem Recht auf planbare, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen

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08.11.2018

 

Der heute erschienene BARMER Pflegereport 2018 zeigt Ergebnisse einer Umfrage zur Belastbarkeit pflegender Angehöriger. Noch ist die Bereitschaft, eigene Angehörige zu pflegen, in Deutschland groß. Diese Säule könnte allerdings schnell ins Wanken geraten, wenn solche Pflegearrangements nicht besser unterstützt werden. Beruflich Pflegende sind überdurchschnittlich häufig auch im Privatleben Pflegende - der DBfK fordert auch deshalb gute und verlässliche Arbeitsbedingungen, die eine Vereinbarkeit möglich machen.

‚Der größte Pflegedienst der Nation droht zu kollabieren!‘ Die Botschaft des heute in Berlin veröffentlichten BARMER Pflegereports 2018, dass die Bereitschaft und Fähigkeit zur Pflege von Angehörigen sinkt, lässt aufhorchen. Vor allem mit Blick auf die weitere demografische Entwicklung der Bevölkerung und den sich zuspitzenden Pflegefachkräftemangel. „Wir sind auf diese wichtige Säule ganz dringend angewiesen. Beruflich Pflegende fehlen heute überall, freie Fachkraftstellen sind nur mit viel Mühe und langem Zeitverzug zu besetzen. Es muss alles getan werden, um pflegende Angehörige zu stützen, zu entlasten und somit physisch und psychisch so lange wie möglich gesund und dieses Versorgungsarrangement stabil zu halten. Die Versorgung wäre ohne sie weder zu leisten noch im heutigen System zu finanzieren“, mahnt Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Aber auch beruflich Pflegende selbst übernehmen private Sorgearbeit – sogar überdurchschnittlich häufig. Weil sie es durch ihren Beruf gelernt haben, weil die Familie es schlicht voraussetzt, weil die Umstände es erfordern, weil das Geld fehlt, um andere Arrangements zu finanzieren usw. Gerade diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in besonderem Maße angewiesen auf Planbarkeit, normale Arbeitsbelastung, gesunderhaltende Bedingungen und Unterstützung im Beruf. Arbeitgeber in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen tun gut daran, das zu bieten, um wertvolle Fachkräfte nicht zu verlieren“, so Bienstein weiter.

Auch für Beschäftigte mit doppelter Pflegeverpflichtung – im Beruf und privat – ist ihr Arbeitsplatz eine wichtige Ressource, die sie dringend brauchen. Der Beruf bietet Abstand und Ablenkung von der häuslichen Last, das Kollegenteam stützt und schützt vor sozialer Isolation, Gehalt und Sozialleistungen sind als finanzielle Absicherung auch für das Alter unverzichtbar. Verlässliche Dienstpläne, normales Arbeitstempo, gesetzliche Pausen, Überstunden nur in Ausnahmefällen, kein Holen aus dem Frei – das sind angemessene Arbeitsbedingungen, auf die beruflich Pflegende ein Anrecht haben. Pflegende Angehörige benötigen sie besonders dringend.

Der DBfK weist im Rahmen seiner Aktion „Mein Beruf: Pflegen“ in diesem Monat besonders auf das Thema Arbeitsbedingungen und Lohnniveau in Pflegeberufen hin – aus gutem Grund. Denn nach wie vor sind die hochbelastenden Anforderungen im Berufsalltag der Hauptgrund, warum Pflegefachpersonen sich in die Teilzeit bzw. ganz aus ihrem Beruf zurückziehen. Ohne dass die Arbeitsbedingungen auf breiter Front und sehr spürbar besser werden, kehren Berufsaussteiger nicht zurück und lassen sich junge Menschen nicht dauerhaft in die Pflegeberufe locken.

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