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Sterbende brauchen gute Begleitung

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21.11.2018

 

Im September 2010 ist die "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland" erschienen - als Richtschnur für die Gestaltung des Umgangs mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase und als Verpflichtung für politische Strategieentwicklung. Dass dennoch in vielen Kliniken und Pflegeeinrichtungen keine würdevollen Bedingungen für ein begleitetes Sterben gegeben sind, greift eine Expertengruppe des DBfK auf und fordert, den Bedürfnissen und Rechten schwerstkranker und sterbender Menschen tatsächlich Geltung zu verschaffen.

Dass Wunsch und Wirklichkeit häufig auseinander klaffen, ist keine große Überraschung. Dass dieses Phänomen gerade bei den letzten Dingen so deutlich auftritt, hingegen schon: Während die meisten Menschen sich wünschen, zu Hause ihre letzten Stunden zu verbringen, stirbt doch die Überwiegende Zahl im Krankenhaus. Im krassen Widerspruch dazu steht, dass in deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vielfach immer noch nicht die Bedingungen vorzufinden sind, die ein würdevolles Sterben und eine entsprechende Begleitung durch beruflich Pflegende ermöglichen. Darauf verweist die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Palliative Care im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) angesichts der Jahreszeit zwischen Allerseelen und Totensonntag.

Die Expertengruppe befürchtet, dass der Mangel an gut qualifiziertem Pflegepersonal auch dazu führt, dass sterbende Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nicht die Begleitung erfahren, die sie erwarten. So müsse sich ein zivilisiertes Land wie Deutschland den Vorwurf gefallen lassen, dass hierzulande Menschen unter häufig unwürdigen Umständen und ohne gute und geschulte Begleitung ihre letzte Lebensphase abschließen. Das belastet nicht nur die Sterbenden oder deren Angehörige – das belastet in besonderem Maße auch die Pflegefachpersonen, die ohne entsprechende Vorbereitung die auch für sie belastende Begleitung erbringen sollen. Eine Investition in die Schulung von Pflegefachpersonen lohnt sich: Sie bereitet auch diese besser auf Situationen vor, die für viele Menschen nicht alltäglich sind.

Die Expertengruppe, die sich aus Pflegenden des Handlungsfeldes Palliative Care zusammensetzt, hat Anfang des Jahres „Impulse zu den Handlungsempfehlungen der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ herausgegeben. Damit haben die Pflegefachpersonen der Expertengruppe Empfehlungen und Bedingungen formuliert, die eine würdevolle Begleitung sterbender Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ermöglichen. Zugleich leisten sie damit einen Beitrag zur Diskussion, welchen Stellenwert professionelle Pflege in der Begleitung von Menschen in allen Lebensphasen hat.

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