Die Erwartungen sind groß – jetzt muss ‚geliefert‘ werden!

Share
FacebookTwitterShare on Google+Diesen Beitrag per E-Mail empfehlen/versenden

03.07.2018

 

Heute fiel der Startschuss zur "Konzertierten Aktion Pflege", die bereits im Koalitionsvertrag angekündigt worden war. Ob sie tatsächlich eine Verbesserung für die Arbeitssituation in den Pflegeberufen bringt bleibt abzuwarten. Der Problemdruck ist so hoch wie nie zuvor - Lösungen müssen her, mit leeren Versprechen ist es nicht getan.

Ab heute gibt es in Deutschland also eine „Konzertierte Aktion Pflege“ – gestartet von Bundesfamilienministerin Giffey, Bundesarbeitsminister Heil und Bundesgesundheitsminister Spahn. Die gemeinsame Initiative von gleich drei Bundesministerien zeigt immerhin, dass die Lage sehr ernst sein muss und hohe Dringlichkeit braucht. „Das war schon lange bekannt, die Probleme hätten bereits vor Jahren wirksam angepackt werden müssen“, sagt Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Der Pflegenotstand hat in Deutschland mittlerweile Dimensionen angenommen, die man kaum für möglich gehalten hätte. Ein wirtschaftlich blühendes, reiches Land leistet sich ein teures Gesundheitssystem, in dem die Hilfesuchenden unzureichend versorgt sind und die Pflegefachpersonen verschlissen werden. Immer wieder gab es Runde Tische zu Pflege, ein Jahr der Pflege wurde 2011 ausgerufen, zahllose Expertengespräche geführt – an den im Alltag erlebten Bedingungen in der Pflege hat sich dadurch nichts verbessert. Da wundert es nicht, dass professionell Pflegenden das Vertrauen in den Gestaltungswillen und die Reformkompetenz der Politik abhanden gekommen ist. Dieses Mal muss es endlich anders laufen: Wir brauchen konkrete Lösungen, Ergebnisse, mutige und wohlbegründete Vorschläge für positive Veränderungen sowie Selbstverpflichtungen für eine Realisierung. Die Konzertierte Aktion Pflege ist vermutlich die allerletzte Chance, das Steuer noch einmal herumzureißen. Jetzt heißt es Sensibilität beweisen, hinhören, nachfragen, innovative Ideen und Ansätze prüfen – und genügend Courage und Stehvermögen an den Tag legen, damit gute Lösungen auch eine Chance bekommen“, so die DBfK-Präsidentin.

Die Konzertierte Aktion soll an 5 Schwerpunktthemen arbeiten:

  • Ausbildung und Qualifizierung
  • Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
  • Innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung
  • Pflegekräfte aus dem Ausland
  • Entlohnungsbedingungen in der Pflege.

Pflegefachpersonen gewinnt und bindet man für diesen Beruf nur, wenn sie verlässliche und gute, motivierende Arbeitsbedingungen vorfinden. Das gilt für Ausbildungsinteressierte genauso wie für langjährig Beschäftigte oder Fachkräfte aus dem Ausland. Lange hatte dies keinerlei Priorität – jetzt zeigen sich die Folgen mit aller Deutlichkeit.

Wer den Pflegefachkräftemangel beheben will, muss ein großes Portfolio an Maßnahmen einsetzen, dazu gehören auch Ausbildungsinitiativen, Digitalisierung und Anwerbung aus dem Ausland. Aber der Erfolg steht und fällt mit der richtigen Reihenfolge: Denn es sind die Stammbelegschaften, die das Mehr an Ausbildung leisten müssen. Von ihnen hängt es ab, ob – neben der Hauptaufgabe einer guten und sicheren pflegerischen Versorgung – die Integration von Beschäftigten aus dem Ausland gelingt und die kulturellen Unterschiede und zum Teil gravierenden Sprachprobleme kompensiert werden können. Zuallererst sind daher alle Möglichkeiten zu nutzen, um das Potenzial der bestehenden Belegschaften besser auszuschöpfen und für spürbare Entlastung zu sorgen – z.B. durch wirksame Anreize zur Aufstockung von Teilzeit. Erst wenn die Teams ihre Strukturen gefunden haben und wieder zu einem angemessenen Arbeitstempo zurückkehren konnten, sind sie auch wieder in der Lage und bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V.

Bundesverband

Inforeihe
Pflegeberufegesetz

Pflegeberufegesetz

Mitglied werden

Wie das geht und warum es sich lohnt ... mehr Infos

Junge Pflege

Reinschauen und dabei sein

Selbstständige/ Unternehmer/innen

Angebot für Pflegeunternehmer

Allgemeines zum Pressebereich

Zur Aufnahme in unseren Presseverteiler melden Sie sich hier an.
Für Informationen, Anfragen und Interviewpartner zu eher  regionalen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Presse-Verantwortlichen unserer Regionalverbände.

Ihre Ansprechpartnerin

Inhalt rechts

Knüppel, Johanna

Bundesverband

Referentin
Presse

DBfK Bundesgeschäftsstelle
Alt-Moabit 91
10559 Berlin
030 / 219157-0
030 / 219157-77
presse@dbfk.de