DBfK Nordwest rügt Dortmunder Kliniken für ‚Antrag auf Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen'

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13.11.2018

 

(Hannover) „Die Qualität der pflegerischen Versorgung muss in den Mittelpunkt des strategischen Krankenhausmanagements rücken“, fordert Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest e.V., als Reaktion auf einen offenen Brief von fünf Dortmunder Klinikgeschäftsführungen. Diese hatten zuvor eine Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) für den Dortmunder Raum gefordert, da sie die durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erlassenen Mindestpersonalbesetzungen für Intensivstationen zum 01.01.2019 nicht einhalten könnten.

„Es ist in der Vergangenheit zur Gewohnheit kaufmännischer Klinikdirektoren geworden, der Pflegepersonalausstattung erst Aufmerksamkeit zu schenken, wenn diese gesetzlich und mit drohenden Sanktionen zu verbessern eingefordert werden“, so Martin Dichter. „Zu oft knickte die Politik in der Vergangenheit ein und korrigierte Qualitätsanforderungen nach unten – das darf nicht zur politischen Gewohnheit werden. Wir müssen uns klaren Herausforderungen stellen und diese angehen, auch, wenn der Weg dorthin unangenehm wird“. Mit der PpUGV werden Personaluntergrenzen gefordert, die noch unter den seit Jahren geforderten Untergrenzen der Fachgesellschaften zurückbleiben und sich an den schlechtesten 25% der der deutschen Kliniken orientieren. „Manche Kliniken haben die Forderungen in Pflegepersonal zu investieren schlicht jahrelang ignoriert, da dies im Zweifel sogar kurzfristig wirtschaftlich war. Da nun Sanktionen bei Nichteinhalten der Untergrenzen drohen werden plötzlich Alarmstufe Rot und ‚ethische Dilemmata‘ der Geschäftsführer ausgerufen und sich paradoxerweise auf die Gefährdung der Versorgungssicherheit berufen. Man muss auch hier ganz klar sagen: wer nicht rechtzeitig investiert, muss irgendwann reparieren. Ethische Dilemmata dürfen nicht mehr auf dem Rücken der beruflich Pflegenden ausgetragen werden. Hier sind wir jedoch angekommen und es ist ganz klar, dass viele Kliniken in Deutschland in der Vergangenheit zu wenig getan haben um Pflegepersonal zu gewinnen und im Beruf zu halten, sonst hätten wir andere Arbeitsbedingungen als sie im Schnitt aktuell vorzufinden sind.“, so Dichter weiter.

Den vollständigen Kommentar des offenen Briefes finden mit Verweis auf eben solchen hier.

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