Postboten sind keine Lösung zur Einschätzung gesundheitlicher Bedürfnisse alter Menschen

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10.04.2018

 

(Bremen) Ab Mitte April bietet die Deutsche Post in der Hansestadt ein Modellprojekt mit dem Titel „Post persönlich 2.0“ an. Postboten der Deutschen Post sollen hier künftig zusätzliche Aufgaben übernehmen, um eingeschränkte Seniorinnen und Senioren zu unterstützen: Sie sollen Geldbestellungen der Senioren ausliefern sowie Freiwillige für die Seniorenarbeit werben. Soweit so gut.

Eine weitere Zusatzaufgabe soll darin bestehen älteren Menschen die Post persönlich zu übergeben und bei dieser Gelegenheit einen möglichen Hilfebedarf festzustellen und diesen im Bedarfsfall an den Notdienst der Johanniter zu melden. Darüber hinaus sollen die Postboten über die Dienstleistungen von Bremer Wohlfahrtsvereinen informieren.

„Die Idee die gesundheitlichen und sozialen Bedarfe alter Menschen von kurzfristig geschulten Postboten einschätzen zu lassen lehnen wir strikt ab. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Post sind fachlich überhaupt nicht dafür ausgebildet solche Bewertungen adäquat abgeben zu können. Ihnen diese Aufgabe zu übertragen wird sie hoffnungslos überfordern. Zur Ersteinschätzung bedarf es Zeit und einer fachlichen Qualifikation als Pflegefachperson“, erklärt Martin Dichter, Vorstand des DBfK Nordwest.

Das Projekt ist Teil eines Verbunds unter dem Namen „Herbsthelfer“. In diesen Verbund investiert unter anderem die Stadt Bremen 460.000 Euro und auch die AOK Bremen/Bremerhaven und die Sparkasse Bremen unterstützen das Projekt finanziell. Die Koordination liegt bei der Behörde der Bremer Finanzsenatorin Karoline Linnert (Bündnis 90/Die Grünen).

„Das Geld, das für das Projekt im Bremer Haushalt eingeplant ist, wäre in anderen Projekten zur Unterstützung alter Menschen wesentlich sinnvoller investiert. Denkbar wären etwa ein Konzept wie das der GemeindeschwesterPlus aus Rheinland Pfalz oder andere Ansätze zur Umsetzung präventiver Hausbesuche durch Pflegefachpersonen“, so Dichter weiter.

Für den kostenpflichtigen Service der Deutschen Post, der zunächst in ausgewählten Stadtteilen in Bremen angeboten werden soll, müssen sich die Seniorinnen und Senioren vorab anmelden. Ab Anfang April will die Deutsche Post ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre neuen Aufgaben schulen. Mehr Personal soll dafür zunächst nicht eingestellt werden. Es ist lediglich geplant die Zustellbezirke zu verkleinern.

Begleitet wird das Projekt vom Institut für Informationsmanagement. Ende des Jahres soll bewertet werden wie die neuen Angebote bei den Kunden ankommen. Bereits 2015 wurde im Ruhrgebiet ein ähnliches Pilotprojekt wegen zu geringer Nachfrage wieder eingestellt.

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