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Neuorientierung, gute Ideen und Mut zu echten Innovationen sind nötig

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04.04.2019

 

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) weist anlässlich des bevorstehenden Weltgesundheitstags 2019 am 7. April auf die Herausforderungen und ungelösten Probleme im deutschen Gesundheitswesen hin.

„Unser Gesundheitssystem gilt nach außen hin als umfassend, leistungsfähig und verlässlich. Und es kostet sehr viel Geld. Wer es allerdings in Anspruch nimmt, stellt in der Regel schnell fest, wo die Lücken und Qualitätsdefizite in der Versorgung liegen“, erklärt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

„Vom Fachkräftemangel über geringe Gesundheitskompetenz der Bevölkerung, Hygienemängel, ökonomische Fehlanreize, Versorgungsbrüche an Sektorengrenzen, Folgen ungesunder Lebensweise, Auswirkungen von Klima- und Umweltveränderungen bis hin zu der Bedrohung durch multiresistente Erreger sind zentrale Herausforderungen ungelöst. Und die verfügbaren Human- und Finanzressourcen sind begrenzt, auch in Deutschland. Wir müssen deshalb endlich hin zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen, zu einer konsequenten Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen, die Hilfe suchen, zur Neuausrichtung interprofessioneller Zusammenarbeit im System und zum Abbau von Sektorengrenzen und Doppelstrukturen. Gerade das Potenzial der Pflegeberufe und ihre hohe Kompetenz im Umgang mit kranken und pflegebedürftigen Menschen sind eine Chance, die besser als bisher genutzt werden muss. Andere Länder haben uns das längst vorgemacht – insbesondere in der Primärversorgung und im Sinne von erweiterten Rollen für die Pflegeberufe (Advanced Practice Nursing). Dieses Neuland sollten wir endlich betreten“, fordert die DBfK-Präsidentin.

Nach einer Meldung des Statistischen Bundesamts vom 21. März 2019 beliefen sich die Gesundheitsausgaben in Deutschland in 2017 auf 375,6 Milliarden Euro oder 4 544 Euro je Einwohnerin beziehungsweise Einwohner. Wie Destatis weiter mitteilt, entspricht dies einem Anstieg um 4,7 % oder 16,9 Milliarden Euro gegenüber 2016. Der Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag somit bei 11,5 %. Die Gesundheitsausgaben überschritten damit erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag. Für das Jahr 2018 wird ein weiterer Anstieg auf 387,2 Milliarden Euro geschätzt, das wären 3,1 % mehr als im Jahr 2017.

Zum Weltgesundheitstag 2019 macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Thema „Universal Health Coverage“ auf die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam und setzt ihre Kampagne aus 2018 fort. Laut WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus muss eine universelle Gesundheitsversorgung dafür sorgen, dass jeder Mensch medizinische Versorgung in Anspruch nehmen kann, ohne dabei in eine finanzielle Notlage zu geraten. Sicherzustellen ist, dass jeder die medizinische Versorgung erhält, die er braucht und wann immer er sie braucht.

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