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Befragung zur Pflegekammer Niedersachsen ausgesetzt – Moratorium unerlässlich

09.06.2020

 

Die Evaluation der Pflegekammer Niedersachsen stand schon vor dem Start in der Kritik: falscher Zeitpunkt, langer Fragenkatalog und suggestive Fragestellungen. Jetzt führt eine Datenschutzpanne zum vorläufigen Aus der Befragung. Und manifestiert abermals die Überforderung der niedersächsischen Landesregierung mit dem Thema Pflegeberufekammer.

„Auch wenn hier offenbar das Dienstleistungsunternehmen versagt hat, fällt das eindeutig in den Verantwortungsbereich der niedersächsischen Gesundheitsministerin“, sagt Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest e.V. „Wir erleben hier genauso ein Abschieben der Verantwortung wie bei der Errichtung der Pflegeberufekammer. Noch mehr Pleiten, Pech und Pannen des Ministeriums auf Kosten von Steuerzahlern und Pflegefachpersonen darf es nicht geben. Es ist an der Zeit für ein Moratorium in Sachen Pflegekammer Niedersachsen.“ Mit einem endgültigen Stopp der Evaluation zum jetzigen Zeitpunkt ließe sich noch größerer Schaden vermeiden. „Es ist zwar außerordentlich ärgerlich, dass sich einige Tausend Pflegefachpersonen dann vergeblich die Zeit genommen hätten, auf die Befragung zu antworten“, so Dichter weiter. „Aber wir sehen eine Chance darin, dass sich die Kammer unter ihrem neuen Vorstand zusammenfinden und in Ruhe ihre Arbeit aufnehmen kann.“

Die junge Pflegeberufekammer in Niedersachsen vermisste seit ihrer Gründung sowohl finanzielle als auch professionelle Unterstützung von Seiten der Landesregierung. Auch Zeit und Ruhe gab es bisher keine – schließlich stand die Kammer von Anfang an im Kreuzfeuer von Kammergegnern und politischen Vertreter/innen, die sich von diesen vereinnahmen ließen. Für den DBfK Nordwest ist klar: „Eine neue Institution ist logischerweise erst einmal mit sich selbst beschäftigt und nicht aus dem Stand heraus in der Lage, die entsprechende Außenwirkung zu entfalten. Sie braucht Struktur und Satzung, um arbeitsfähig zu sein. Das alles steht jetzt. Die Befragung kam zur Unzeit, weil sie den Arbeitsprozess wieder ins Stocken gebracht hat und zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine echte Evaluation gar nicht möglich ist.“

Deshalb fordert der DBfK Nordwest den sofortigen Stopp und einen Reset mit angepasstem Fragenkatalog frühestens in einem Jahr.

Die Pressemitteilung als PDF.

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