Presse
 
 

Pflegefachpersonen mehr zutrauen! Für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems

16.12.2020

 

Beim gestrigen PolitTalk des DBfK Nordwest für Schleswig-Holstein zum Thema Pflege & Gesellschaft waren sich alle Beteiligten einig, dass das Gesundheitssystem in seiner jetzigen Form weder demografie- noch zukunftsfest ist. Daraus wurden konkrete Forderungen an die Politik abgeleitet.

Zu starr, zu sehr auf Finanzierungsfragen zugespitzt und zu wenig die Ressourcen im Blick: das deutsche Gesundheits- und Sozialwesen bedarf einer grundlegenden Reform. Für Brigitte Kaack, Kinderkrankenschwester und Vorstandsmitglied der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, gehören für eine zukunftsfähige Ausrichtung die Pflegefachpersonen in die Mitte des Versorgungsprozesses. Dazu bedarf es einer Übertragung von Aufgaben, die von Pflegenden in der Praxis häufig ausgeführt, aber ihnen weder berufs- noch leistungsrechtlich zugestanden werden. Die Pflegeberufekammer setzt sich deshalb in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer dafür ein, die Aufgabenverteilung zwischen allen Gesundheitsfachberufen in Schleswig-Holstein neu zu denken.

Dafür warb auch Professor Dr. Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, und schlug vor, die Trennung der Sozialgesetzbücher V und XI abzuschaffen und durch ein gemeinsames Buch zu ersetzen. Dabei soll der Patient/die Patientin im Mittelpunkt stehen, d.h. die erste Prämisse für ein neues Gesetzbuch ist die Sicherstellung einer aus Patient/innen-Perspektive bestmöglichen Versorgung. Laut Herrmann funktioniert das nur, wenn alle Gesundheitsprofessionen gemeinsam agieren und nicht in Abgrenzung zueinander. Diejenige Berufsgruppe, die eine Gesundheitsleistung am besten erbringen kann, soll sie auch übernehmen. Der Vertreter der Ärztekammer ist froh, mit der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein einen mandatierten Ansprechpartner zu haben.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Birte Pauls, selber Pflegefachperson, sprach sich für die vollständige Umsetzung eines adäquaten Personalbemessungsschlüssels als einzige Lösung des Pflegepersonalmangels aus. Dafür müssten Pflegende den Rücken gerade machen, sich zusammentun und das mit erhöhtem Druck einfordern. Pflege steht sich oft noch selbst im Wege, mit mangelndem Selbstbewusstsein, mit dem Verständnis, einen „Hilfsberuf“ auszuüben und das auszuführen, was andere anordnen. In der Gesellschaft kursieren immer noch Sprüche wie „Pflege kann jeder“. Und die Politik dreht an unzureichenden Stellschrauben wie z.B. der Schaffung von weiteren Stellen für Pflegehilfspersonen – ohne die Frage zu lösen, wer sie besetzen soll. „Es braucht massive finanzielle Investitionen in Pflegende und Mut zur Umsetzung echter Veränderungen im Gesundheitssystem“, resümiert Swantje Seismann-Petersen, stellvertretende Vorsitzende des DBfK Nordwest, den Abend. „Und in der Gesellschaft brauchen wir ein weit verbreitetes Bewusstsein, dass gute Pflege kostet.“

Da kommt die Berufsstandkampagne der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein gerade recht. Sie wirbt für mehr Anerkennung in der Gesellschaft und bessere Arbeitsbedingungen für beruflich Pflegende und ist zugleich der Startschuss ist für eine Mitmach-Aktion zur Unterstützung von Pflegenden. Der DBfK unterstützt die Kampagne und fordert seine Mitglieder, aber auch die Öffentlichkeit zu einer Beteiligung an dieser bundesweit einmaligen Kampagne auf.
Alle Informationen dazu unter https://pflegeberufekammer-sh.de/aktuelles/pflege-verdient-mehr/

Die Teilnehmer/innen des PolitTalks:
Prof. Dr. Henrik Herrmann (Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein)
Dr. Simone Inkrot (Pflegewissenschaftlerin, langjährig als Clinical Nurse Specialist in NZ tätig)
Brigitte Kaack (Vorstandsmitglied der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein)
Birte Pauls (SPD, Landtagsmitglied)
Swantje Seismann-Petersen (stellv. Vorsitzende des DBfK Nordwest)
Burkhardt Zieger (Geschäftsführer DBfK Nordwest), Moderation

Die Pressemitteilung als PDF

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK Nordwest e.V.

Regionalverband Nordwest

Bödekerstraße 56
30161 Hannover

0511 - 69 68 44-0
0511 - 69 68 44-299
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