Presse
 
 

Alarmierende Personalausfallzahlen in der Pflege

15.09.2021

 

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Nordost e.V. (DBfK Nordost) sieht sich in seinen Forderungen bestätigt, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern. Hohe Personalausfallzahlen sind nicht nur Folge der Pandemie.

Der Fehlzeitenreport des AOK-Bundesverbandes zeigt die Belastungssituation in der Arbeitswelt auf. Ein besonderes Augenmerk lenkt die Krankenkasse auf die Beschäftigten in Pflegeberufen. Gerade in den nordöstlichen Bundesländern sind die Personalausfallzeiten besonders hoch. Der DBfK Nordost mahnt, dass mehr in die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals investiert werden muss.

„Die Zahlen des AOK-Fehlzeitenreports sind erschreckend. Auch wenn nicht neu ist, dass die Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen vielerorts verbesserungswürdig sind, setzt der Report ein außerordentliches Alarmsignal“, sagt DBfK-Vorstandsmitglied Anja Katharina Peters. Sie verweist auf die überdurchschnittliche Belastung des Pflegepersonals in Mecklenburg-Vorpommern, das sich im Ranking der Personalausfallzahlen in der Pflege den zweiten Platz mit Berlin teilt.

Ihr Vorstandskollege, Markus Lauter, macht auf die hohe Belastungssituation des Pflegepersonals aufmerksam: „Die Kolleginnen und Kollegen schultern nicht erst seit der Pandemie einen großen Teil der Versorgung. Es werden immer mehr Menschen, die auf Pflege angewiesen sind. Wir können deshalb nicht hinnehmen, dass Versäumnisse der Vergangenheit heute und erst recht nicht in Zukunft auf dem Rücken der Beschäftigten in der Pflege ausgetragen werden. Es muss etwas passieren – jetzt.“

Beide DBfK-Vorstände sehen mit Sorge, dass ausgerechnet die drei Bundesländer Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die traurigen Spitzenplätze im Ranking einnehmen und damit über dem Bundesdurchschnitt liegen.

Peters ist sich sicher: „Ganz gleich, wer zukünftig in Mecklenburg-Vorpommern die Regierungsgeschäfte führt: Jede Landesregierung wird von den Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern, den Reha- und Pflegeeinrichtungen, den Pflegediensten und den Wohngemeinschaften daran gemessen werden, ob sich der Arbeitsalltag in der Pflege spürbar verändern wird. Pflegefachleute dürfen nicht Gefahr laufen, berufsbedingt Pflegefälle zu werden.“ Lauter fügt an: „Nicht nur die betriebliche Gesundheitsförderung muss ausgebaut werden. Auch die grundlegenden Probleme müssen angepackt werden, die wir bei der Arbeitsorganisation, der Personalausstattung und den Mitsprachemöglichkeiten von Pflegefachpersonen sehen. Auch und gerade in Berlin muss sich die Situation für das Pflegepersonal spürbar verändern. Das ist eine der hauptsächlichen Hausaufgaben für den nächsten Senat. Keine Großstadt ohne Gesundheitsversorgung, keine Gesundheitsversorgung ohne Pflegepersonal.“


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