Presse
 
 

„Engpass in der Pflege spitzt sich massiv zu"

10.11.2021

 

Pflegepersonal arbeitet am Limit / DBfK fordert klares Signal der Politik an die Berufsgruppe

Die vierte Welle rollt mit voller Wucht und besonders hart trifft es erneut das Pflegepersonal: „Wir warnen vor einem massiven Versorgungsengpass in allen Bereichen der Pflege. Besorgniserregend ist die Situation in der Intensivpflege, aber auch in der ambulanten Pflege und in der stationären Altenhilfe fehlt es an Pflegefachpersonen“, berichtet Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK Südost e.V. Und weiter: Die Landesregierungen müssen jetzt ein deutliches Zeichen zur Stärkung des Pflegeberufs setzen.“ Gleichzeitig ruft der DBfK in dieser dramatischen Lage alle Menschen auf, sich impfen zu lassen, um die Überforderung des Gesundheitspersonals abzuwenden. „Nur so wird sich der drohende Kollaps in der Pflege verhindern lassen“, so Dr. Biederbeck. Der DBfK spricht sich unterdessen weiter gegen eine Impfpflicht alleine für die Berufsgruppe Pflege aus: „Es kann nicht sein, dass die mangelnde Impfbereitschaft der Bevölkerung auf eine einzelne Berufsgruppe, die ohnehin extrem belastet ist, abgewälzt wird“, so Dr. Biederbeck.

Bayern, Sachsen und Thüringen besonders betroffen
Die dramatische Lage auf den Intensivstationen verdeutlicht die aktuelle Umfrage des Deutschen Krankenhaus Institutes (DKI): Diese legt die Abwanderung des Personals aus der Intensivpflege in den letzten Monaten offen: 72 Prozent der Krankenhäuser haben derzeit durch Kündigungen, interne Stellenwechsel oder Arbeitszeitreduktionen weniger Intensivpflegepersonal zur Verfügung, als noch am Ende des vergangenen Jahres. In rund einem Drittel der befragten Kliniken sind sogar zehn Prozent des Pflegepersonals abgewandert. Die Folge: Intensivbetten können nicht mehr betrieben werden, es drohen derzeit weitere Bettenschließungen. Angesichts ansteigender Corona-Fälle werden die Intensivstationen noch schneller als erwartet überlastet sein. „Die Lage spitzt sich weiter zu, derzeit vor allem in Bayern, Sachsen und Thüringen“, warnt Dr. Biederbeck.

Pflegepersonal arbeitet am Limit
Nicht nur die Zahl der Infizierten sei besorgniserregend, sondern auch die Zahl der Pflegenden, die am Limit arbeiten: Einerseits fehlen überall Kolleginnen und Kollegen, andererseits sind sie unter erschwerten Bedingungen im Einsatz, ausgerüstet mit spezieller Schutzkleidung, Maske, Haube, Mundschutz und Handschuhen. Die Pflegenden fühlen sich von der Politik nicht ernst genommen, weil trotz der dramatischen Lage immer noch keine handfesten Lösungen für den gravierenden Personalengpass in Sicht sind.

DBfK fordert klares Signal der politisch Verantwortlichen und einen Masterplan für die professionelle Pflege
Besonders enttäuscht zeigt sich der DBfK als Interessenvertretung der professionell Pflegenden von den Initiativen der Landesregierungen, die über Vorschläge und Versprechungen bisher nicht hinausgehen. Der DBfK fordert:

1. Eine deutliche Verbesserung der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen durch klare Vorgaben. Die finanziellen Mittel müssen tatsächlich den Pflegenden zu Gute kommen, nur so lässt sich die Versorgung sicherstellen.
2. Die Mitsprache in allen relevanten Gremien: Die Pflegenden müssen gehört und ernst genommen werden
3. Die Förderung von Entwicklungsmöglichkeiten im Pflegeberuf durch Stipendien und Förderprogramme für die Fort- und Weiterbildung oder ein Studium in der Pflege.
4. Die Stärkung der Ausbildung in der Pflege durch ausreichende Finanzierung.

Es braucht jetzt ein klares Signal der politisch Verantwortlichen für die Aufwertung des Pflegeberufs, es braucht einen Masterplan für die Pflegeberufe, so der DBfK.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK Südost e.V.

Regionalverband Südost

Edelsbergstraße 6
80686 München

089 - 17 99 70-0
suedost@dbfk.de

Aktuelle Positionspapiere
des DBfK

Positionspapiere

Mitglied werden

Wie das geht und warum es sich lohnt ... mehr Infos

Junge Pflege

Reinschauen und dabei sein

Selbstständige/ Unternehmer/innen

Angebot für Pflegeunternehmer

Allgemeines zum Pressebereich

Zur Aufnahme in unseren Presseverteiler melden Sie sich hier an.
Für Informationen, Anfragen und Interviewpartner zu eher  regionalen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Presse-Verantwortlichen unserer Regionalverbände.

Ihre Ansprechpartnerin

 

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Schriftarten, Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Diensten und zum Widerruf finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Ihre Einwilligung dazu ist freiwillig, für die Nutzung der Webseite nicht notwendig und kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.