Presse
 
 

Pflegestudierende am Limit

15.10.2021

 

Studierende der Alice-Salomon-Hochschule, der Charité und der Evangelischen Hochschule Berlin weisen in einem offenen Brief auf die prekären Verhältnisse hin, die ihnen das Studium extrem erschweren.

„Dieser Brief ist ein Hilferuf!“: So lautet die Überschrift des offenen Briefes, der am 13.10.2021 von den Bachelorstudierenden an die Verantwortlichen im Senat, im Abgeordnetenhaus und im Bundestag gerichtet wurde.

„Die darin eindringlich geschilderten Nöte der Studierenden sind lange bekannt“, weiß Katja Boguth, Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin und stellvertretende Vorsitzende des DBfK Nordost. „Wenn Deutschland den Empfehlungen des Wissenschaftsrates wirklich nachkommen und die Quote von akademisierten Pflegekräften auf 10 Prozent anheben will, muss jetzt dringend gehandelt und den Studierenden finanziell geholfen werden!“, fordert Boguth.

Finanzierung von Praxiseinsätzen durch Studierende inakzeptabel

Es könne nicht angehen, dass die Student:innen ihre Praxiseinsätze vollumfänglich selbst finanzieren müssten, aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht ausreichend Zeit zum Lernen hätten und im schlimmsten Fall das Studium abbrechen müssten. Ohnehin gäbe es nicht ausreichend Lehrstühle für Pflegestudiengänge. Und wenn den vorhandenen Lehrstühlen die Student:innen wegbrächen, weil die Belastungen zu groß sind, würde damit auch das Ende der Studiengänge eingeläutet. Dies geschah zuletzt an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar, wo die Fakultät für Pflegewissenschaften mangels Studierender schließen musste.

Hochschulen zentral für eine zukunftsfähige Pflege

„Die Weichen für die pflegerische Versorgung der Zukunft werden auch an den Hochschulen gestellt, die politisch Verantwortlichen müssen das jetzt erkennen und endlich handeln!“, so Boguth abschließend.


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