Coronavirus
 
 

Informationen für Pflegefachpersonen zur CoViD-Pandemie

 
 

Deutschland steht im Zeichen des Kampfs gegen das Coronavirus - in allen Lebensbereichen sind die Auswirkungen spürbar. Der Fokus liegt nun auf der Funktionsfähigkeit und Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung, an der Sie als Pflegefachpersonen unmittelbar beteiligt sind. Das verdient großen Respekt, vor allem aber brauchen Sie dabei Unterstützung, denn unzählige Fragen stellen sich nun im (Arbeits)alltag. Wir unterstützen Sie dabei bestmöglich und haben für Sie hier Tipps, Informationen sowie häufige Fragen und Antworten zusammengefasst.

Wir bitten Sie zu beachten, dass wir nicht die tagesaktuelle Entwicklung bundesweit bzw. zur Lage in jedem Bundesland in Deutschland abbilden können, sondern an dieser Stelle spezifische Informationen zum Umgang mit der Corona-Krise vor allem für Pflegefachpersonen aufbereiten. Am Ende der Seite listen wir weiterführende Links zu den bekannten bundesweiten Institutionen wie Robert Koch Institut, Bundesgesundheitsministerium und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärungetc. auf.

Beachten Sie bitte auch, dass es aufgrund der förderalistischen Struktur Deutschlands Informationen und Regelungen zu spezifischen Fragestellungen gibt, die in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden, weil sie den Entscheidungen der jeweils verantwortlichen Landesbehörden unterliegen - bspw. zur Situation in der Pflegeausbildung.

Unsere Einschätzungen zu aktuellen Themen der CoViD-Pandemie finden Sie in unseren  Pressemitteilungen

Hinweis in eigener Sache

Natürlich wissen wir um die Situation der Pflegefachpersonen in Deutschland und um ihre Arbeitsbedingungen. Wir werden diese auch gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit benennen und uns weiter für eine spürbare Aufwertung der Arbeitsbedingungen der Pflegefachberufe einsetzen. Die aktuelle Situation fordert uns als Gesellschaft insgesamt und unsere ganze Solidarität miteinander. Wir wollen als Berufsverband unseren Teil zu einer verantwortungsvollen Bewältigung der Krise beitragen.

Den uns übertragenen politischen Auftrag nehmen wir dennoch ernst und sind bereits dabei, Lehren aus der Krise zu ziehen. Wir sammeln jetzt - auch auf der Grundlage der Rückmeldungen unserer Mitglieder - wo dringender Handlungsbedarf ist, mit dem Ziel, dies nach der Krise in politische Entscheidungen zu überführen, um für die nächste Krise besser gewappnet zu sein.

Internationale Unterstützung

Audio-Botschaft von Schwester Liliane Juchli

Liliane Juchli

Aus dem Internationalen Jahr der Pflegenden ist ein Jahr für die Pflege geworden - Florence Nightingale wäre stolz auf die beruflich Pflegenden gewesen: Eine Audio-Botschaft der 87-jährigen Ordensschwester Juliane Juchli an alle Kolleginnen und Kollegen, die jetzt in der CoViD-Pandemie im Einsatz sind.

Videobotschaft des International Council of Nurses an Pflegende in Deutschland

Pressemitteilung des DBfK vom 26.3.

Gemeinsamer Appell von zwölf europäischen Verbänden

Zwölf Verbände des Gesundheitswesens aus ganz Europa - darunter die European Federation of Nurses Association (EFN), in der der DBfK Mitglied ist -, fordern gemeinsam die Europäische Kommission und europäische Regierungen auf, die Mitarbeiter/innen im Gesundheitswesen mit Schutzausrüstung zu versorgen und damit deren Gesundheit und die Gesundheit der Patient/innen zu schützen.

Pressemitteilung des DBfK vom 29.3.

Forderungen der Gesundheits-Berufsverbände in Europa nach wirksamem Schutz für ihre Mitarbeitenden vor Ort

Brief des International Council of Nurses (ICN) an den DBfK

Auch der Weltverband der Pflege ICN (International Council of Nurses), in dem wir als DBfK Mitglied sind, steht voll und ganz hinter unseren Anliegen und bringt das in einem Brief vom 20.3. an DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein zum Ausdruck:

Germany support COVID-19

 

Psychotherapeutische Telefonberatung für beruflich Pflegende

Psychologische Beratung

Egal ob Sie in Kliniken, in der Altenpflege oder der häuslichen Versorgung beschäftigt sind.

Hier können Sie kurzfristig und bundesweit 30-minütige Beratungstermine bei Psycholog/innen buchen, auch in Ihrer Nähe.

Die Beratung ist ein gemeinsames Hilfsangebot des DBfK und der Bundespsychotherapeutenkammer unter der Schirmherrschaft von Bundespflegekammer und Deutscher Pflegerat.

 

Zur Terminvereinbarung:
www.psych4nurses.de

Derzeit läuft eine Umfrage, mit der wir unser zukünftiges Leistungsangebot und das bestehende Angebot Psych4Nurses weiter an Ihren Bedarf anpassen möchten. Geben Sie uns Ihre Rückmeldung!

Jetzt teilnehmen: Zur Umfrage

 
 

Webinar zur psychologischen Beratung mit Dr. Henrike Zellmann

#PflegeNachCorona: Die Neubewertung der Pflege!

Pflege nach Corona



Zum internationalen Tag der Pflegeden geht die Aktion #PflegeNachCorona an den Start.

Wir bieten hier eine Plattform, auf der beruflich Pflegende ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft u.a. zu den Themen Mitsprache, Gehalt, Arbeitsbedingungen, Bildung und Gesundheit formulieren können. Bundesweite Aktionen werden den gesammelten Forderungen bis zu einer Abschlusskundgebung am 11./12. November 2020 Nachdruck verleihen.

Adressaten sind Gesundheitsministerien auf Landes- und Bundesebene, Bundeskanzlerin und Bundespräsident.


In den Sozialen Medien macht der Hashtag #PflegeNachCorona auf die Aktion aufmerksam. Wir ermutigen ALLE beruflich Pflegenden, sich an der Kampagne zu beteiligen.


Jetzt Forderungen stellen: www.pflegenachcorona.de

Pflege nach Corona Webseit
 

Corona Online-Schulung von Bibliomed

Corona Online-Schulung

Unser Kooperationspartner Bibliomed CAMPUS bietet eine Online-Schulung zum "Selbstschutz im Umgang mit Covid 19"

Um die Sicherheit von Pflegenden zu verbessern, vermittelt das E-Learning-Modul zeit- und ortsunabhängig das Wichtigste zum Coronavirus sowie zum Umgang mit einer Covid-19 erkrankten Person. Die 3 Kapitel thematisieren praxisnahes Wissen zur Basishygiene sowie das An- und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung.


Die erfolgreiche Teilnahme am 15 bis 20 Minuten langen Corona-E-Learning wird mit einem Zertifikat bestätigt. Das Modul ist kostenlos, es ist lediglich eine persönliche Anmeldung nötig.


Zur Corona Online-Schulung

 

Arbeitsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit CoViD-19

Organisation des Alltags mit Kinderbetreuung und/oder Betreuung hilfsbedürftiger Angehöriger, Veränderungen in der Arbeitsorganisation: Beruflich Pflegede stehen derzeit vor erheblichen Herausforderungen. Daraus ergeben sich auch eine Reihe arbeitsrechtlicher Fragen - die wichtigen Fragen und Antworten haben wir hier zusammengefasst.

Fragen zu Arbeitsorganisation/Einsatzplanung

Kann ich der Arbeit fernbleiben, wenn Kindergärten und Schulen schließen und ich mich um mein Kind kümmern muss?

Nein. Dass Eltern ihre Kinder selbst zuhause betreuen müssen, ist kein Grund, um nicht zur Arbeit zu kommen. Es ist mit dem Arbeitgeber abzusprechen, wie das geregelt werden kann.

Ich möchte mein Kind nicht in die Notbetreuung der Kita geben, um meine Familie zu schützen. Kann mein Arbeitgeber die Inanspruchnahme der Notbetreuung von mir verlangen?

Der Arbeitgeber kann nicht eine konkrete Möglichkeit der Betreuung verlangen. Da die Betreuung der Kinder nach wie vor in der Verantwortung der Eltern liegt, ist eine Leistungsverweigerung wegen nicht vorhandener Betreuung nicht zulässig.

Kann mein Arbeitgeber auch kurzfristig einen bereits genehmigten Urlaub wegen CoViD wieder verweigern?

Grundsätzlich nein. Lediglich in eng begrenzten Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber den Urlaub einseitig verlegen. Eine Ausnahme kann die CoViD-Pandemie sein, wenn dadurch so viele Mitarbeitende ausfallen, dass der Betrieb ohne den Widerruf der Urlaubsgenehmigung nicht mehr aufrechtzuerhalten ist.

Mein Arbeitgeber verlangt, dass wir im Urlaub abrufbereit sind. Ist das zulässig?

Nein. Urlaub dient ausschließlich der Erholung der Arbeitnehmenden. Eine Abrufbereitschaft kann daher nicht verlangt werden.

Kann der Arbeitgeber wegen CoVid einzelnen Mitarbeitenden Urlaub oder Überstundenabbau anordnen?

Urlaub kann vom Arbeitgeber nicht einseitig angeordnet werden, da der im Bundesurlaubsgesetz verankerte Erholungszweck in diesem Fall nicht gewahrt werden würde. Außerdem hat der Arbeitgeber die Urlaubswünsche der Mitarbeitenden bei der Urlaubsgewährung einzubeziehen. Es gibt keinen Zwangsurlaub.

Überstundenfrei kann dagegen vom Arbeitgeber einseitig angeordnet werden.

Kann der Arbeitgeber Pflegefachpersonen in die Pflegepraxis entsenden, die mittlerweile mit anderen Aufgaben befasst sind (z.B. Pflegepädagogen)?

Nein. Der Arbeitgeber kann der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer im Rahmen seines Weisungsrechts nur gleichwertige Aufgaben übertragen. Die Gleichwertigkeit bemisst sich daran, welche Tätigkeit inhaltlich vertraglich vereinbart wurde. Somit können Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen nicht per Weisungsrecht des Arbeitgebers in die Pflegepraxis entsendet werden.

Kann der Arbeitgeber mich in ein Arbeitsgebiet abordnen, in dem ich keine Erfahrungen habe (z.B. vom OP in die Intensivpflege)?

Ja. Die Intensivpflege ist eine gleichwertige Tätigkeit für OP-Pflegende und umgekehrt. Der Arbeitgeber muss dann die Einweisung in das Arbeitsgebiet sicherstellen.

Kann ich von meinem Arbeitgeber innerhalb meines Trägers in einen anderen Bereich versetzt werden, z.B. von der Tagespflege in den ambulanten Dienst oder innerhalb des Krankenhauses in eine andere Abteilung?

Ja, eine Versetzung von einer Abteilung in eine andere im gleichen Krankenhaus ist bereits im Rahmen Direktionsrechts des Arbeitgebers möglich. Die Versetzung vom
stationären in den ambulanten Bereich wird als überwiegende organisatorische Maßnahme vorübergehend möglich sein.

Kann mich der Arbeitgeber auch in eine andere Einrichtung des Trägers an einen anderen Ort versetzen?

Ja, aufgrund des Arbeitsvertrages, wenn eine konzernweite Versetzungsklausel vereinbart wurde. Andernfalls nur unter den einschränkten Bedingungen eines
Notfalles.

Bedarf es derzeit einer Genehmigung durch den Arbeitgeber, um im Homeoffice bleiben zu können?

Ja. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Homeoffice. In Betrieben, in denen das Arbeiten im Homeoffice schon geübte Praxis ist, können Arbeitnehmende in Absprache mit dem Betrieb zuhause arbeiten. Umgekehrt kann der Arbeitgeber Homeoffice nicht einseitig anordnen.

Ich bin Pflegefachperson und bereits im Ruhestand - kann ich im Katastrophenfall vom Gesetzgeber verpflichtet werden, vorübergehend in einer Pflegeeinrichtung zu arbeiten?

Das würde schon daran scheitern, dass der Gesetzgeber keinen Kontakt zu Ihnen hat und es keine zentrale Registrierung von ehemaligen Pflegefachpersonen gibt. Die Katastrophenschutzgesetze auf Landesebene sehen eine ausdrückliche Möglichkeit der Verpflichtung von Pflegefachpersonen nicht vor. In den Krankenhausgesetzen ist hingegen vorgesehen, dass die Krankenhäuser an der Bewältigung von Großschadensereignissen mitzuwirken haben. Zudem kann das zuständige Ministerium z.B. ermächtigt werden, Zugriffsrechte des Einsatzpersonals bei Großschadensereignissen durch Rechtsverordnung zu regeln.

Mit anderen Worten: Der Dienstherr hat über seine ihm als Arbeitgeber zugesprochenen Rechte einen Zugriff auf seine Angestellten – eine Verpflichtung von Ruheständlern ist schon aus praktischen Gründen kaum möglich.

Kann der Arbeitgeber mich aus dem 'Frei durch Überstundenausgleich' holen?

Nein. Der Arbeitgeber hat nach wie vor kein Recht zur Dienstverpflichtung der Mitarbeitenden in der Freizeit.

Kann mein Arbeitgeber von mir die Herausgabe meiner private Handynummer jetzt verlangen?

Nein. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung berechtigt die Arbeitnehmenden, die Bekanntgabe der Handynummer zu verweigern.

Mein Arbeitgeber will Kurzarbeit anmelden. Kann er das ohne Weiteres?

Nein. Eine einseitige Anordnung von Kurzarbeit ist nicht möglich. Die Möglichkeit, Kurzarbeit durch den Arbeitgeber anordnen zu können, muss im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt sein. Kurzfristig ist eine einvernehmliche Vertragsänderung möglich, in der der Arbeitsvertrag um die Anordnungsmöglichkeit von Kurzarbeit ergänzt wird.

Was ist, wenn ich im Urlaub bin und der Betrieb in dieser Zeit wegen Kurzarbeit geschlossen wird?

Der Urlaub wird durch die Kurzarbeit nicht berührt. Bis zum Ende des Urlaubs erhalten Mitarbeitende die Urlaubsvergütung ganz normal. Danach bekommen sie Kurzarbeitergeld.

Kann ich einer Versetzung auf die Intensivstation widersprechen?

Nein. Der Vertrag als Pflegefachperson beinhaltet auch einen Einsatz in Funktionsbereichen.

Können Freiberufler eingesetzt werden wegen Personalausfällen aufgrund von Covid-19?

Nein, da sie in den Betrieb eingebunden und weisungsgebunden ohne unternehmerisches Risiko im Betrieb tätig sind. Freiberufler können jedoch fest angestellt werden.

Kann meine bereits laufende oder geplante Elternzeit wieder rückgängig gemacht werden?

Nein. Es gibt keine Rechtsgrundlage, wonach der Arbeitgeber die Elternzeit wieder kassieren kann. Nachträgliche Veränderungen der Elternzeit sind nur im Einvernehmen möglich.

Können die Mitbestimmungsrechte von MAV und Betriebsrat derzeit außer Kraft gesetzt werden?

Nein. Auch wenn derzeit eine Ausnahmesituation vorliegt, kann der Arbeitgeber keine mitbestimmungspflichtigen Maßnahmen ohne Mitarbeitervertretung oder Betriebsrat durchführen.

Können MAV und Betriebsrat ihre Sitzungen per Video- oder Telefonschaltungen abhalten und Beschlüsse fassen?

Es können virtuelle Sitzungen abgehalten werden, jedoch keine wirksamen Beschlüsse gefasst werden. Für Beschlüsse gilt rechtlich der Anwesenheitsgrundsatz.

Ergibt sich auf Grund des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes eine Einschränkung der arbeitsrechtlichen Rechte der Pflegenden?

Nein. Die Katastrophenschutzbehörden können zwar gemäß Art. 9 BayKSG von jeder Person (nicht explizit sind Pflegefachpersonen genannt) Dienstleistungen verlangen und nach Art. 8 BayKSG Krankenhäuser verpflichten, Notfallpläne aufzustellen. Das bedeutet aber nicht, dass das Weisungsrecht des Arbeitgebers, zum Beispiel im Hinblick auf die Versetzung von Pflegenden, erweitert ist. Somit gibt es auch in dieser Lage kein Recht des Arbeitgebers zur Dienstverpflichtung seiner Beschäftigten. Eine Dienstverpflichtung kann nur eine Behörde vornehmen.

Welche Besonderheiten regelt das Infektions- und Befugnisgesetz NRW?

Die heftig umstrittene Regelung zur Zwangsverpflichtung von Pflegenden, die der Gesetzesentwurf vorsah, wurde – auch nach Protest des DBfK – gestrichen (zum Protest sh. DBfK-Pressemitteilung vom 31.3.2020: Mit Zwang zur Pflege: NRW-Epidemiegesetz schießt weit übers Ziel hinaus)

Fragen zum Arbeitsschutz

Kann ich wegen CoVid der Arbeit fernbleiben, um mich selbst nicht anzustecken?

Nein. Die CoVid-Pandemie berechtigt nicht, sich als Arbeitnehmende selbst zu beurlauben oder freizustellen.

Kann der Arbeitgeber von mir verlangen, infizierte Patienten ohne Schutzkleidung zu betreuen?

Laut § 3 des Arbeitsschutzgesetzes ist der Arbeitgeber verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen.

Das Robert-Koch-Institut hat Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen einer Behandlung von Patienten mit einer Infektion mit CoViD auf seiner Internetseite wie folgt herausgegeben:
Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, dicht anliegender Atemschutzmaske (FFP2 bzw. FFP3 oder Respirator bei ausgeprägter Exposition gegenüber Aerosolen, z.B. bei Bronchoskopie oder anderen Tätigkeiten, bei denen Aerosole entstehen können) und Schutzbrille.

Die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung werden in der TRBA250 bzw. in der KRINKO-Empfehlung Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten spezifiziert.

Daran sollte der Arbeitgeber sich halten.

Kann ich ablehnen, einen Patienten mit einer diagnostizierten CoVid-Infektion zu betreuen?

Nein. Die Behandlung von Patienten gehört zum Aufgabenfeld von Pflegenden und anderem medizinischen Personal.

Kann mich der Arbeitgeber anweisen trotz Krankheitssymptomen (Husten, Schnupfen) oder Symptome anderer Art zum Dienst zu erscheinen?

Nein, wenn der Arbeitnehmer nach Beurteilung seines Arztes arbeitsunfähig krank und damit an der Ausübung der Tätigkeit verhindert ist, kann der Arbeitgeber keine gegenteilige Weisung erklären.Das Weisungsrecht des Arbeitgebers berechtigt diesen nicht, einen kranken Arbeitnehmer zur Arbeitsaufnahme zu verpflichten.

Ist der Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt, hat der Arbeitnehmer gem. § 3 EFZG einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für die Dauer von 6 Wochen, soweit nach dem Tarif- oder Arbeitsvertrag keine längeren Fristen gelten. Arbeitsunfähig erkrankt ist der Arbeitnehmer, wenn er aufgrund der Krankheit nicht in der Lage ist die arbeitsvertragliche Tätigkeit zur verrichten.

Arbeitnehmer mit leichten Atemwegserkrankungen können sich derzeit telefonisch von ihrem Arzt für bis zu sieben Tage krankschreiben lassen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband am 09.03.2020 verständigt. Die Regelung gilt für Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege ohne eine schwere Symptomatik vorzuweisen oder die Kriterien des RKI für einen Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 erfüllen. Diese Vereinbarung galt zunächst für vier Wochen und wird derzeit fortgesetzt. Bei Vorliegen von Krankheitssymptomen wird daher empfohlen, sich vom Hausarzt krankschreiben zu lassen.

So lange der Arbeitnehmer keiner AU-Bescheinigung vorlegt, kann der Arbeitgeber den Arbeitslohn zurückbehalten. Daneben besteht aber auch eine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber Mitarbeitern, Patienten und Bewohnern, die dazu führt, dass der Arbeitgeber Mitarbeiter mit Symptomen nach Hause schicken muss.

Kann mein Arbeitgeber anordnen, dass ich in der Einrichtung bleibe, auch über die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes hinaus?

Nach der COVID-19-Arbeitszeitverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) vom 09.04.2020 kann die höchstzulässige tägliche Arbeitszeit von 10 Stunden auf 12 Stunden erweitert werden. Außerdem können die Ruhezeiten um 2 Stunden auf 9 Stunden verkürzt werden. Das gilt bei der medizinischen Behandlung sowie bei der Pflege, Betreuung und Versorgung von Personen einschließlich Assistenz- und Hilfstätigkeiten.
Die Verordnung ist bis zum 30.06.2020 befristet.

Kann der Arbeitgeber anordnen, dass ich in der Einrichtung übernachte, also die gesetzlichen Ruhezeiten in der Einrichtung verbringen?

Nein. Eine Anwesenheitspflicht ist nur bei bezahltem Bereitschaftsdienst gegeben.

Wenn ich im Rahmen meiner Arbeit und evtl. auch in der Folge unzureichender Schutzmaßnahmen selbst erkranke, bin ich auch für langwierige Rekonvaleszenzen oder gar Rehabilitation ausreichend versichert?

Die Erkrankung infolge einer nachweislich beruflich erworbenen Infektion mit dem Corona-Virus wird als Berufskrankheit anerkannt. Die Betonung liegt auf „nachweislich“. Wenn zweifelsfrei feststeht, dass Pflegende sich in Ausübung ihrer Tätigkeiten infiziert haben, kommt die Berufsgenossenschaft für Heilbehandlung und Rehabilitation auf. Das wird im Einzelfall schwierig festzustellen sein. Ansonsten sind die Krankenkassen zuständig.

Weitere Informationen bietet die Berufsgenossenschaft BGW in diesem Informationsblatt, das im Wesentlichen auch für Pflegefachpersonen gilt:

Informationen zum Versicherungsschutz von Ärztinnen und Ärzten in Kliniken bei einer Infektion mit dem Corona-Virus

Wer haftet, wenn in meiner Schicht lediglich angelerntes Personal (z.B. Medizinstudenten) einen Fehler mit z.B. tödlichen Folgen begehen?

Es haftet zunächst der Verursacher des Schadens im Rahmen seiner Durchführungsverantwortung. Der Arbeitgeber haftet aus Organisationsverschulden, wenn er nicht ausreichend qualifiziertes Personal eingesetzt hat.

Ich gehöre zu einer Risikogruppe, da meine Immunabwehr durch eine Autoimmunerkrankung eingeschränkt ist. Bisher habe ich das für mich behalten. Muss ich dem AG meine Erkrankung jetzt mitteilen?

Eine Verpflichtung, chronische Krankheiten dem Arbeitgeber mitzuteilen, solange diese die vertraglich vereinbarte Leistung nicht beeinträchtigen, ist nicht gegeben. Kann die Tätigkeit am Arbeitsplatz in der Pflege infolge der CoViD-Situation nicht oder nicht mehr vollständig ausgeübt werden, muss der Arbeitgeber jedoch Bescheid wissen. Zu empfehlen ist zunächst ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt und mit dem Betriebsarzt.

Kann ich es ablehnen, in die Bedienung von Beatmungsgeräten eingewiesen zu werden?

Nein. Bei einer arbeitsvertraglich vereinbarten Anstellung als Pflegefachperson besteht die Verpflichtung, alle Tätigkeiten im pflegerischen Dienst auszuüben. Auch neue, bisher nicht ausgeübte Aufgaben wie die Beatmung müssen dann neu erlernt werden.

Ich bin Pflegefachperson und über 60 Jahre alt. Darf ich in der Versorgung von Patienten eingesetzt werden, die mit dem CoViD 19 infiziert sind?

Ja. Es gilt keine generelle Altersgrenze bei der Pflege und Behandlung von infizierten Patienten.

Ob die konkret übertragene Tätigkeit nicht oder nur eingeschränkt ausgeübt werden kann, ist letztlich nicht arbeitsrechtlich zu entscheiden, sondern vom Arbeitsmediziner zu begutachten. Wenden Sie sich bei Zweifeln daher an Ihren Betriebsarzt.

Weitere Informationen

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard  der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

 
 

Fragen zu Entgelt/Vergütung

Bekomme ich mein Gehalt auch, wenn ich in Quarantäne geschickt werde?

Ja. Das Infektionsschutzgesetz regelt einen Anspruch auf so genannte Verdienstausfallentschädigung für Arbeitnehmende, die als „Ausscheider, Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger oder als sonstiger Träger von Krankheitserregern“ von der Behörde (örtliches Gesundheitsamt) mit einem beruflichen Tätigkeitsverbot belegt wurden, (§ 56 Infektionsschutzgesetzes (IfSG)). Die Entschädigung wird in Höhe des Bruttogehalts für insgesamt sechs Wochen gezahlt. Der Arbeitgeber muss das Gehalt weiterzahlen und gegenüber der zuständigen Behörde einen Erstattungsanspruch geltend machen. Nach Ablauf der sechs Wochen wird Krankengeld gezahlt.

Habe ich Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn ich mich um mein Kind kümmern muss?

Nein. Nur wenn das Kind erkrankt ist, gilt die allgemeine Regelung nach § 45 SGB V, wonach pro Kind und Elternteil eine Freistellung für 10 Tage gewährt werden muss, bei Alleinerziehenden 20 Tage.

Kann mich der Arbeitgeber von der Arbeit freistellen und was passiert bei Freistellung mit meinem Anspruch auf Lohnzahlung?

Ja, der Lohnanspruch besteht bei Freistellung von der Arbeit fort. Der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer aufgrund seines Weisungsrechtes von der Arbeit freistellen, wenn das Interesse des Arbeitgebers an der Suspendierung das Interesse des Arbeitnehmers an der vertragsmäßigen Beschäftigung überwiegt. Die Freistellung aufgrund des Verdachts auf Vorliegen einer Infektion mit Covid-19 ist möglich. Eine Freistellung bei Schließung einer Station wegen Covid-19 wird ebenfalls möglich sein. Der Arbeitnehmer behält aber bei Freistellung seinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Habe ich Anspruch auf eine Erschwerniszulage (z.B. wie in § 19 TVÖD), wenn ich Patienten mit Verdacht auf CoVid-Infektion betreue?

Es kommen die üblichen Zulagen für Pflegende in Betracht, zum Beispiel nach den Protokollerklärungen der P-Tabelle im TVöD:

1. Beschäftigte der Entgeltgruppen P 5 bis P 9, die die Grund- und Behandlungspflege zeitlich überwiegend bei
a) an schweren Infektionskrankheiten erkrankten Patientinnen oder Patienten (z.B. Tuberkulose-Patientinnen oder -Patienten), die wegen der Ansteckungsgefahr in besonderen Infektionsabteilungen oder Infektionsstationen untergebracht sind,

2. Beschäftigte der Entgeltgruppen P 5 bis P 9, die zeitlich überwiegend in Einheiten für Intensivmedizin (Stationen für Intensivbehandlungen und Intensivüberwachung sowie Wachstationen, die für Intensivüberwachung eingerichtet sind) Patientinnen oder Patienten pflegen, erhalten für die Dauer dieser Tätigkeit eine monatliche Zulage von 46,02 Euro.

Entscheidend ist die zeitlich überwiegende Beschäftigung, das heißt, Pflegende müssen mit mehr als 50 % ihrer Arbeitszeit mit den zuschlagspflichtigen Tätigkeiten beschäftigt sein.

Wichtige Voraussetzung: Damit das in Anspruch genommen werden kann, muss ein entsprechender Tarifvertrag angewendet werden. Ist dem Arbeitsvertrag kein solcher Tarifvertrag hinterlegt, kann eine Erschwerniszulage nicht in der o.a. Form eingefordert werden.

Darf ich zu Hause bleiben, wenn ich laut RKI zu einer Risikogruppe gehöre? Wer bezahlt mein Gehalt, wenn ich aufgrund meiner Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe zuhause bleibe?

Nein! Nach RKI zählen zu den Risikogruppen, insbesondere ältere Personen (ab 50), Raucher und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen im Bereich Herz-Kreislauf, Diabetes
mellitus.
Die abstrakte Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe befreit nicht von der Verpflichtung zur Arbeit, außer es wird ein konkretes Beschäftigungsverbot ausgesprochen. Ein allgemeines Zurückbehaltungsrecht des Arbeitnehmers, weil er sich anstecken könnte, steht dem Arbeitnehmer daher nicht zu. Dieses allgemeine Lebensrisiko trägt grundsätzlich der Arbeitnehmer. Die Pflicht zur Arbeitsleistung wird daher durch die Pandemie grundsätzlich nicht berührt und es obliegt dem Arbeitgeber im Einzelfall besondere Schutzmaßnahmen zu treffen und ggf. einzelne Arbeitnehmer freizustellen.

Allgemein gilt im Arbeitsrecht „ohne Arbeit kein Lohn“. Ausnahmen von diesem Grundsatz bilden Entgeltfortzahlung und Urlaub. Bleibt der Arbeitnehmer unentschuldigt/unberechtigt der Arbeit fern, droht die Abmahnung oder auch die Kündigung und damit der Verlust des Arbeitsplatzes. Ob die Arbeitsagentur beim Verlust des Arbeitsplatzes bei befürchteter Gesundheitsgefährdung eine Sperrzeit verhängen dürfte, ist nach der hier vertretenen Ansicht zweifelhaft, da einem Angehörigen einer Risikogruppe die Tätigkeit unter erhöhten Gesundheitsrisiken, wohl nicht zumutbar ist.

Soweit Sie als Arbeit-nehmer die bestehenden Risiken am Arbeitsplatz im Rahmen der Pandemie als höher und für sich als Angehöriger einer Risikogruppe für zu hoch einstufen und sich daher entschließen zu Hause zu bleiben, haben sie verschiedene Möglichkeiten. Suchen Sie das Gespräch mit dem Arbeitgeber und weisen z.B. auf fehlende ausreichende Schutzvorkehrungen (z.B. fehlende Schutzkleidung) hin. Versuchen Sie eine gemeinsame Lösung (z.B. Abbau von Ur-aub und Überstunden, unbezahlte Freistellung) zu finden. Findet sich keine einvernehmliche Lösung, sollten sie ausstehenden Arbeitslohn gerichtlich geltend machen und sich unter Beachtung der drei Wochenfrist nach Zugang der Kündigung gegen die Kündigung gerichtlich zur Wehr setzen. Einer durch die Arbeitsagentur verhängten Sperrfrist sollten sie ebenfalls fristgerecht widersprechen.

Welche Möglichkeiten haben Selbstständige, um sich für einen Verdienstausfall entschädigen zu lassen?

Selbständige haben einen unmittelbaren Anspruch auf Entschädigung nur dann, wenn sie aufgrund behördlicher Anordnung in Quarantäne müssen. In diesem Fall erhalten Selbständige vom jeweiligen Bundesland pro Monat ein Zwöfltel des im Vorjahr erzielten Jahreseinkommens. Diese Entschädigung gilt für einen Zeitraum von sechs Wochen. Danach erhalten sie eine Entschädigung in Höhe des gesetzlichen Krankengeldes. Sind Selbständige gesund und nicht in Quarantäne, gibt es keine generelle Entschädigung. Hierzu berät die Bundesregierung zurzeit noch über Maßnahmen zu erleichterten Kreditvergaben und/oder steuerlichen Erleichterungen.

Ich bin Freiberufler und mir wurde vor dem Hintergrund von CoVid ein Auftrag entzogen – habe ich Anspruch auf Schadensersatz vom Auftraggeber?

Die AGB der Vertragspartner enthalten meistens eine Klausel, wonach bei „höherer Gewalt“ kein Entschädigungsanspruch bei Ausfall der Veranstaltung besteht. Wenn infolge behördlicher Anordnung Veranstaltungen abgesagt und Bildungseinrichtungen geschlossen werden, ist das ein Fall von höherer Gewalt. Weder die Freiberufler noch deren Auftraggebende haben die Absage z.B. eines Vortrags zu verantworten. Daher besteht es auch kein Anspruch auf Schadensersatz.

In der Tagespflege, in der ich arbeite, ist Kurzarbeit angeordnet worden. Die Arbeit wird komplett eingestellt. Wer zahlt jetzt das Gehalt?

Der Arbeitgeber zahlt das Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 % bzw 67 % zum vereinbarten Gehaltzahlungstermin an seine Arbeitnehmenden aus und lässt sich das von der Bundesagentur für Arbeit erstatten.

Kann mein Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld zurückbehalten, bis er die Erstattung vom Arbeitsamt erhalten hat?

Nein. Der Arbeitgeber muss dem Arbeitsamt nachweisen, dass er Kurzarbeitergeld bezahlt hat.

Ich bin schwanger und im Beschäftigungsverbot. Mein Betrieb ist derzeit geschlossen. Mein Arbeitgeber hat bei der Arbeitsagentur für alle Mitarbeitenden Kurzarbeitergeld beantragt. Bekomme ich weiterhin den vollen Mutterschutzlohn (100 %) nach § 18 MuSchG?

Nein. Auch schwangere Mitarbeiterinnen im betrieblichen Beschäftigungsverbot bekommen bei Kurzarbeit nur 60 % bzw. 67 % (Unterhaltspflichtige) des bisherigen Nettogehalts.

Wirkt sich das Kurzarbeitergeld mindernd auf mein späteres Elterngeld aus?

Nach derzeitiger Rechtslage ist das so, da das Elterngeld auf der Grundlage der zwölf Monate vor dem Geburtsmonat des Kindes berechnet wird. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend arbeiten zurzeit an einer Lösung, um die Verminderung des Elterngeldes aufgrund Corona-bedingter Kurzarbeit abzumildern.

Bekommen Minijobber/innen auf 450-Euro-Basis auch Kurzarbeitergeld?

Nein, da beim Minijob keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung geleistet werden.

Mein Arbeitgeber hat meinen 450,- € Job verboten, darf er das? Als Begründung wurde genannt, dass dies zur Einschränkung des Kreises von Kontaktpersonen not-wendig sei, um die Infektionskette zu verkürzen. Als weitere Gründe wird der höhere Bedarf bzw. allgemein die Pandemie genannt.

Nein! Es fehlt an einer konkreten Beeinträchtigung des Arbeitsverhältnisses durch die Nebentätigkeit, wenn der Arbeitgeber den Widerruf mit der Pandemie begründet, die derzeit das gesamte öffentliche Leben und Arbeiten beeinträchtigt. Die Nebentätigkeitsgenehmigung ist grundsätzlich nur widerrufbar, wenn sie unter Erlaubnisvorbehalt steht und ein Widerrufsgrund besteht. Der Widerruf ist daher nur möglich, wenn die betrieblichen Interessen beeinträchtigt werden.

Dabei geht es um eine konkrete, nicht nur abstrakte Beeinträchtigung. Dies ist der Fall, wenn die Nebentätigkeit sich als Verletzung der Arbeitspflicht darstellt und wäre gegeben, wenn die arbeitsvertraglich geschuldete Arbeitsleistung vernachlässigt wird. Ein allgemeines Verbot der Nebentätigkeit via Intranet ist vor diesem Hintergrund unzulässig. Der notwendige konkrete Bezug zum Vertrag des einzelnen Arbeitnehmers und der von diesem im Einzelfall ausgeübten Nebentätigkeit, ist nicht ersichtlich. Möchte der Arbeitgeber ei-nen erhöhten Bedarf decken, so kann er entweder im Rahmen der arbeitsvertraglichen Vereinbarung Überstunden anordnen oder mit dem Arbeitnehmer eine gegenseitige vertragliche Vereinbarung auf Erhöhung der vertraglichen Arbeitszeit treffen.

Auswirkungen auf die Pflege-Ausbildung

Die Entscheidung, sämtliche Schulen einschließlich derjenigen für Berufsbildung bis auf weiteres zu schließen, betrifft natürlich auch die Auszubildenden in der Pflege. Die allgemeinbildenden Schulen öffnen schrittweise wieder, je nach Bundesland mit unterschiedlichen Regelungen. Auch für die Pflegeschulen gibt es keine einheitliche Linie und wenig konkrete Verfügungen und Erlasse. Wir recherchieren laufend und stellen hier die uns vorliegenden Informationen zur Verfügung.

DBfK-Positionspapier vom 2.4.2020: Ausbildungsqualität auch in der Pandemie gewährleisten - Lernende schützen

Welche Auswirkungen hat die CoViD-Pandemie auf die Pflege-Ausbildung?

Nach den Unterrichtsaussetzungen der letzten Wochen, die auch die Auszubildenden und Studierenden der Pflegeberufe betrafen und zum Teil immer noch betreffen, öffnen die Schulen nun schrittweise wieder – je nach Bundesland mit zum Teil unterschiedlichen Regelungen.

Wir fassen an dieser Stelle allgemeine oder beispielhafte Regelungen der Bundesländer, die im Zusammenhang mit der Pflegeausbildung während der Corona-Pandemie stehen, zusammen. Allgemeingültige und konkrete Informationen zu Einschränkungen und Lockerungsmaßnahmen erfolgen jeweils seitens der Schul- und Wissenschaftsbehörden der einzelnen Bundesländer an die Pflegeschulen und Hochschulen, die wiederum konkrete Maßnahmen ableiten und Lehrende, Lernende und Verantwortliche in den Praxiseinrichtungen darüber informieren.

Im Einzelfall ist es ratsam, individuelle Fragen zu Praxiseinsätzen, Prüfungszulassungen, Prüfungsterminen oder -formaten direkt mit den Verantwortlichen der Pflegeschule oder der Hochschule abzustimmen, da seitens der Aufsichtsbehörden meist Handlungs- oder Ermessensspielräume gegeben werden, die von den Bildungseinrichtungen individuell ausgestaltet werden.


  • Unterrichtsbetrieb und Praxiseinsätze:

Seit Ende April/Anfang Mai nehmen die Schulen – auch die Pflegeschulen – den Unterrichtsbetrieb schrittweise wieder auf. Dieser erfolgt unter strengen Infektionsschutzauflagen und gestaffelt sowie nach einem umschichtigen Verfahren mit an die räumlichen Rahmenbedingungen angepassten Gruppengrößen. Hinsichtlich der Staffelung (Zeitpunkte und Schulformen/Klassen) agieren die Länder unterschiedlich. Prioritär findet der Unterricht zunächst für Klassen, die sich in der Prüfungsvorbereitung befinden, statt und für Ausbildungsstarter. Für diejenigen, die noch nicht wieder am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen, werden Distanzlernangebote geschaffen, analog und webbasiert, oder es gilt der Einsatz in der Pflegepraxis. Auszubildende mit Krankheitssymptomen dürfen die Schulen nicht betreten. Auszubildende, die aufgrund von Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe zählen, werden vom Unterricht befreit.

Auch der Umgang mit den Praxiseinsätzen wird von den Ländern und von den Ausbildungsträgern unterschiedlich gestaltet. Theorie- und Praxisphasen können nach einer anderen als der ursprünglich geplanten Systematik stattfinden, die Wechsel zwischen den Einsatzorten und den Schulen werden gering gehalten. Praxiseinsätze, die z.B. aufgrund von Zugangsbeschränkungen nicht stattfinden konnten, können zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden, sofern es organisatorisch möglich ist und die Ausbildung dadurch nicht verlängert würde. Andernfalls werden sie als abgeleistet angerechnet und nicht als Fehlzeit gewertet.


  • Prüfungszulassung und -durchführung

Für das Versäumnis vorgeschriebener Theorie- und Praxisstunden haben die zuständigen Behörden großzügige Ausnahmeregelungen geschaffen, sodass keine Nachteile für die Absolventinnen und Absolventen bei der Prüfungszulassung entstehen. Die Prüfungstermine weichen vielerorts von der ursprünglichen Planung ab. Auch für die Prüfungsdurchführung werden andere Maßstäbe angesetzt, die sich an den Infektionsschutzvorkehrungen orientieren. Inhaltliche und zeitliche Modifizierungen für schriftliche und mündliche Prüfungen sind möglich. Praktische Prüfungen können unter bestimmten Voraussetzungen als Simulationsprüfung stattfinden. Die Entscheidungen treffen die Bildungseinrichtungen gemeinsam mit den zuständigen Behörden.


  • Generalistische Pflegeausbildung

Auch hinsichtlich des Starts der neuen Pflegeausbildung agieren die Länder und Bildungseinrichtungen unterschiedlich. Entweder wurde der Ausbildungsstart verschoben oder die Lernenden begannen mit einem Schulblock, der über Distanzlernangebote sichergestellt wird. Auch die aus DBfK-Sicht schlechteste Lösung – nämlich die Auszubildenden ohne schulische Vorbereitung in den Orientierungseinsatz zu entsenden – wurde mancherorts gewählt.

Können Auszubildende in Zwangsurlaub geschickt werden?

Nein. Für Auszubildende gilt das gleiche wie für Arbeitnehmende.

Kann aufgrund des Unterrichtsausfalls eine Verschiebung der Examensprüfungen durch Auszubildende eingeklagt werden?

Vielerorts wurden Pflege-Auszubildende aufgrund der Schulschließungen aufgefordert, in der Praxis zu arbeiten. Einige Schulen haben in diesem Zeitraum keine Distanzlernangebote geschaffen. Arbeitseinsätze, unterschiedliche Lern- oder Besprechungsangebote in den Schulen und eine unterschiedliche mediale Ausstattung bei den Lernenden führen zu einer Ungleichheit in der Vorbereitung auf die anstehenden Examensprüfungen.

Da Bildung Ländersache ist, haben wir insbesondere in diesem Bereich unterschiedliche Erlasslagen. Eine längere Vorbereitungszeit kann nicht eingeklagt werden. Die geltenden Berufsgesetze lassen sich nicht darüber aus, wie eine gute Examensvorbereitung zu erfolgen hat. Einige Eilanträge von Schüler/innen allgemeinbildender Schulen auf Verschiebung der Abiturprüfungen wegen mangelnder Vorbereitungszeit wurden von den Verwaltungsgerichten abgewiesen. Diese Entscheidungen dürften auf Pflegeauszubildende in ähnlicher Situation übertragbar sein.

Einige Länder haben aufgrund der mangelnden Vorbereitungszeit auf die Prüfungen infolge der Krisenlage eine großzügige Gewährung von Rücktritten von der Abschlussprüfung beschlossen. Danach würde die Prüfung erst zu einem Wiederholungstermin abgelegt werden. Das Vorgehen ist im Einzelfall mit der Schule und der Prüfungsbehörde abzustimmen. Ansonsten kann den Auszubildenden nur geraten werden, die Prüfungen durchzuführen und bei Nichtbestehen oder schlechten Noten gegen das Prüfungsergebnis gerichtlich vorzugehen.

Webinar: Fragen an Rechtsanwältin Anja Sollmann zu Arbeitsrecht und Corona

Webinar: Fragen an den Virologen Prof. Dr. med. Ortwin Adams zu Pflege und Corona

 

Hilfsangebote und Beratung

Für beruflich Pflegende

Telefonseelsorge Poster

Wie können beruflich Pflegende Betroffene häuslicher Gewalt unterstützen oder selbst Hilfe in Anpruch nehmen?

Eine Übersicht von Hilfsangeboten von Signal e.V. - Intervention im Gesundheitsbereich gegen Gewalt.

Beratungsangebote
 

BGW Krisen-Coaching per Video oder Telefon

Angebot der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zur Stärkung der psychischen Gesundheit für Führungskräfte und Personen in Verantwortung:
mehr Informationen

 
 

CoViD-19 als Berufskrankheit

Informationen für Beschäftige im Gesundheitswesen von Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI): Informationsblatt

Informationen der AWO zu Sonderregelungen

Für krankenversicherte und pflegebedürftige Menschen sowie pflegende Angehörige gibt es, zeitlich begrenzt, unterschiedliche finanzielle Hilfen durch gesetzliche Änderungen. Der AWO Bundesverband hat das Informationsblatt zu „Leistungen in Corona-Zeit“ aktualisiert (Stand 16.10.2020). Ein schneller Überblick für Ratsuchende und Berater/innen: Informationsblatt

Registrierung für #pflegereserve

Wenn Sie Pflegefachfrau oder -mann sind, aktuell nicht in einem Pflegeberuf arbeiten, aber trotzdem während der Covid-19-Pandemie helfen möchten, können Sie sich auf der Plattform #pflegereserve registrieren. Sie können dann Angebote für Einsätze in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erhalten. Über den Umfang Ihres Engagements entscheiden Sie.

#pflegereserve ist eine Initiative aus der Zivilgesellschaft, unter anderem unterstützt von der Bundespflegekammer und vom Deutschen Pflegerat, in dem der DBfK Mitglied ist.


Zur Webseite #pflegereserve

Fragen und Antworten zu #pflegereserve

Auf regionaler Ebene bieten auch die Pflegekammern Meldestellen an:

Meldestelle Pflegekammer Niedersachsen:
corona@pflegekammer-nds.de

Benötigte Angabe: Name, Alter, Kontaktdaten (Telefon + E-Mail), Qualifikation, Weiterbildung und bevorzugter Einsatzort. Die Geschäftsstelle sammelt und ordnet diese Anfragen, um die Daten bei Bedarf sehr schnell den regionalen Krisenzentren zur Verfügung stellen zu können. Das Freiwilligenregister dient ausschließlich dazu, bei Bedarf zusätzliche personelle Ressourcen verfügbar zu haben. Es besteht keine Verpflichtung, aber auch keine Garantie für einen späteren Einsatz. Die Daten werden nach der Krise umgehend gelöscht.

Meldestelle Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein
pool@pflegeberufekammer-sh.de

Meldestelle der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz
corona@pflegekammer-rlp.de


Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB,keine Pflegekammer!)
www.pflegepool-bayern.de

 

Informationen für Pflegeunternehmer

Zum Umgang mit dem neuartigen Coronavirus haben wir Arbeitshilfen für den Berufsalltag ambulanter Pflegedienste aufbereitet und bieten diese zum Download an. Damit werden wichtige und aktuelle Fragen beantwortet: Wie ist das richtige Vorgehen, wenn bei einem/r Patienten/in oder Mitarbeiter/in ein Verdachtsfall besteht? Was ist Schritt für Schritt im Krisenfall zu tun?

Mit einer Mustervorlage können Pflegedienste außerdem ihre Patienten/innen und Klienten/innen zur aktuellen Lage und zum Umgang mit dem Coronavirus informieren.

 
 

Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes über die Finanzierung von Sonderleistungen während der Coronavirus SARSCoV-2-Pandemie für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen:

Prämienfestlegungen

Anlage 2 zu den Prämienfestlegungen

FAQs zu Corona:

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut und dem Bundesministerium für Gesundheit eine Liste mit häufigen Fragen und Antworten für die stationäre und ambulante Pflege erstellt.

Häufige Fragen von ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten und stationären Pflegeeinrichtungen zur Versorgung der pflegebedürftigen Menschen

Die Infos auch auf  pflegebevollmächtigter.de

 
 

Kostenerstattung für ambulante, teil- und vollstationäre Pflegeeinrichtungen bei COVID-19-bedingten Mehraufwendungen und Mindereinnahmen

Hinweise und Formulare des GKV Spitzenverbands gibt es auf der Corona-Übersichtsseite unter dem Punkt *Pflegeversicherung":

Fokus: Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

 
 

Informationen der Kassenärtzlichen Bundesvereinigung zur Vereinfachung der Kontakte zwischen Arztpraxis und Pflegedienst/Heim:

 
 

Handlungsempfehlungen und Richtlinien

 
 
Empfehlungen der Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V.:

 
 

Beratung und Materialien zu Hygienemaßnahmen für Pflegende

Hinweise des RKI zum beispielhaften An- und Ablegen von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) für Fachpersonal

Übersicht mit Postern und Videos: Schutzhandschuhe sicher ausziehen, Atemschutzmaske und Schutzbrille sicher anlegen und ablegen (herausgegeben im August 2020)

Schutz der eigenen Gesundheit und der Gesundheit von Kolleg/innen

Selbstschutz und der Schutz von Kolleg/innen sind die Grundvoraussetzung für die Aufrechterhaltung einer bestmöglichen Versorgung durch leistungsfähige Pflegefachpersonen. Hygieneanforderungen von Händehygiene über Atemschutz / Filtering Face Piece (FFP)-Masken bis hin zur Oberflächendesinfektion beschreibt das Robert Koch Institut speziell für beruflich Pflegende: Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten (PDF)
Achtung: Auf Grund des bundesweiten Mangels an FFP-Masken empfiehlt das RKI Maßnahmen für einen ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz und FFP

Weiter unten finden Sie die Kernaussagen als Poster zusammengefasst.


Schutz der eigenen Angehörigen

Da beruflich Pflegende trotz sämtlicher Schutzmaßnahmen im Pandemiefall einem vergleichsweise erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, gelten die für den Rest der Gesellschaft gültigen Vorsorgemaßnahmen in besonderem Maße. Der private Kontakt zu Risikogruppen wie älteren oder immungeschwächten Angehörigen sollte zu deren Schutz auf ein Minimum reduziert werden.

Die Compliance der eigenen Angehörigen ist durch Fachinformation zu stärken.

Wir empfehlen:

Schutz nicht infizierter Patient/innen, Bewohner/innen und Klient/innen

Die Arbeitsorganisation ist so auszurichten, dass eine möglichst geringe Infektionsgefährdung nicht infizierter Patient/innen und Bewohner/innen besteht (Details s.u.). Weisen Mitarbeiter/innen Krankheitssymptome auf, sollen sie nicht zum Dienst erscheinen oder müssen sich sofort vom Dienst befreien lassen, bis eine Abklärung erfolgt ist.

Schutz der Gesellschaft

Beruflich Pflegende tragen im Pandemiefall eine besondere Verantwortung für die gesundheitliche Aufklärung von Gesellschaft und vulnerablen Gruppen. Insbesondere im ambulanten Bereich ist die Weiterleitung von Informationsblättern an Patient/innen und Klient/innen oder deren Angehörige von hoher Bedeutung zu deren Selbstschutz und als Beitrag zur Limitierung einer pandemischen Ausbreitung.

Wir empfehlen auch hier das oben verlinkte Informationsmaterial im Absatz "Schutz der eigenen Angehörigen".

Poster für alle Einrichtungen

Händehygiene
Hygienetipps
Informationen für Patienten und Angehörige
 
 

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