Weiterentwicklung der Pflege

Gesellschaftlicher Wandel, demografische Veränderungen in der Bevölkerung und die Fortentwicklung medizinischer Möglichkeiten stellen das Gesundheitssystem vor immer neue Herausforderungen. Hier müssen auch die Pflegeberufe Antworten und Konzepte entwickeln und sich aktiv in die Gestaltung der Versorgung einbringen.

Empfehlungen nach einer stärkeren Einbeziehung aller Gesundheitsberufe, einer neuen Aufgabenverteilung im System und mehr Handlungsautonomie werden immer eindeutiger und vielseitiger eingefordert. Vor diesem Hintergrund und der seit langem voranschreitenden Akademisierung sind Pflegefachpersonen prädestiniert, eine erweiterte Rolle im Versorgungsgeschehen zu übernehmen. Ein Neuzuschnitt der Handlungsbereiche aller an der Gesundheitsversorgung Beteiligten ist nötig, um die Qualität der Versorgung zu optimieren und die künftigen Herausforderungen zu bestehen.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen schrieb in seinem Gutachten 2007 dazu: Anstelle einer bislang favorisierten Fokussierung auf die Einzelinteressen der jewei­li­­gen Berufsgruppe und dem Versuch, die Situation allein innerhalb der Berufs­gruppe zu opti­mieren, kann eine Ausweitung der Kooperation der Gesundheitsberufe für alle Beteilig­ten und nicht zuletzt für die Patienten weitaus vorteilhafter sein, als an den alten Mus­tern festzuhalten. Dies gilt vor allem dann, wenn das Selbstverständnis der Gesund­heits­berufe sich dahingehend wandelt, dass flache, vernetzte Teamstrukturen als sinn­voll und trag­fähig angesehen werden.(aus Kapitel 2).

Deutschland hat - international betrachtet - im Bezug auf Erweiterte Pflegepraxis (Advanced Nursing Practice) Nachholbedarf. Der DBfK setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Pflegefachpersonen sich spezialisieren und zunehmend eigenständig im Gesundheitswesen tätig werden. Ein Modell dazu ist das Projekt Familiengesundheitspflege, es gibt aber noch weit mehr Möglichkeiten, die ein Stück Pioniergeist und berufliches Selbstbewusstsein erfordern.

Der DBfK baut ein Netzwerk Erweiterte Pflegepraxis auf. Wenn Sie als Pflegefachperson mit (akademischer) Zusatzausbildung tätig sind und Interesse an weiterführenden Fragestellungen zu Advanced Nursing Practice haben, sind Sie im Netzwerk willkommen. Fragen wie

  • Welcher Nutzen ergibt sich für Patienten durch eine erweiterte Pflegepraxis?
  • Wie wirkt sich Advanced Nursing Practice auf die Qualität der Pflege aus?
  • Was kann eine Parkinson Nurse bewirken, eine Breast Care Nurse oder eine Mental Health Nurse?

und noch mehr sollen im Netzwerk aufgegriffen und diskutiert werden. Wer Interesse hat, melde sich bei Andrea Weskamm, der Koordinatorin des Netzwerks: weskamm@dbfk.de .

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