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Mein Beruf: Pflegen #meinberufpflegen

 
 
 
 
Manifest der Pflege 2015zoom

Seit 2015 gibt es das Manifest der Pflegeberufe des DBfK. Viele werden es kennen. Wir haben zur Einführung und Verbreitung vor drei Jahren dazu eine mehrmonatige Initiative durchgeführt. Die großformatigen Poster mit den eingängig formulierten Statements hingen (oder hängen vielleicht auch heute noch) in vielen Einrichtungen, Kliniken und Pflegediensten. Es wurden Tage der offenen Tür damit gestaltet, Appelle an Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker gerichtet. Mit der zugehörigen Postkartenreihe haben wir die beruflich Pflegenden erreicht und darüber hinaus auch weite Teile der Bevölkerung.


Was hat sich in diesen drei Jahren verändert?

Zu wenig - zumindest aus der Perspektive der beruflichen Pflege betrachtet. Diejenigen, die in ihrem Beruf kranke und alte Menschen pflegen und versorgen sollen, wurden bei den umfassenden Pflegereformen der vergangenen Legislaturperiode außer Acht gelassen bzw. sträflich vernachlässigt. Dabei ist die Arbeitssituation in der Pflege höchst problematisch und angespannt, jeder weiß das. Viel zu viel Arbeit muss von immer weniger Pflegefachpersonen geleistet werden, der Krankenstand ist hoch, Fluktuation und Berufsflucht steigen, das Image des Pflegeberufs sinkt stetig und kaum jemand erreicht in dieser Branche ein reguläres Renteneintrittsalter.

Die Pflegezukunft sieht somit düster aus, zumal der Bedarf an professioneller Pflege ständig steigt und schon längst nicht mehr gedeckt werden kann.

Für diese Fehlentwicklungen gibt es viele Gründe und Verantwortliche, der DBfK hat seit Jahren immer wieder und sehr deutlich auf die sich abzeichnenden Probleme hingewiesen. Lange hat es gedauert, bis die Bundesregierung Pflege auf ihre Agenda setzte – wichtige Zeit ist dabei verstrichen. Fast zu spät und viel zu langsam wird den Verantwortlichen in Politik und auf Arbeitgeberseite die Brisanz der Probleme bewusst – von echten Lösungsansätzen sind sie allerdings noch immer weit entfernt.


Wir haben uns entschlossen, drei der sechs Statements des Manifests in den Monaten Oktober, November und Dezember 2018 noch einmal aufzugreifen und inhaltlich zu vertiefen. Wir setzen darauf, dass die Zeit nun endlich reif ist für spürbare und nachhaltige Verbesserungen.

Es könnte die letzte Gelegenheit sein - wir wollen, dass alle Verantwortlichen sie ernsthaft nutzen!

 
 
 

Das sagt der DBfK

Unsere wichtigsten Forderungen:


Ausführliche Positionen zu den Forderungen:

Positionspapier zum Erhalt der aktuell geltenden Fachkraftquote im SGB-XI-Bereich (DBfK)

Betriebliche Gesundheit und Sicherheit (ICN)

Sichere Personalbemessung (ICN)

Position zur Personalbemessung in der stationären Altenpflege (DBfK)

Position zur Sicherung der Hygienestandards in Krankenhäusern (DBfK)

Gemeinsame Erklärung ver.di und DBfK: mehr Pflegepersonal im Krankenhaus

Positionspapier zur Anwerbung und Bindung von Pflegefachpersonal (EFN)

Bewertung des DBfK zum Kabinettsentwurf der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe

Positionierung des DBfK zur Schaffung neuer medizinischer Assistenzberufe im Krankenhaus (OTA, ATA, CTA, Physician Assistant)


Mehr zum DBfK

Unsere Leistungen für Mitglieder

Mitglied werden

 
 

Proud to be a nurse: 20 Statements

 
 

Die Rolle der Pflege

Nurses don' just passzoom

Meine Tochter sagte kürzlich zu mir: Mami, wenn ich groß bin, will ich keine Ärztin werden, sondern eine Krankenpflegerin, weil ich dann dem Doktor Dinge anreichen kann.

Selbst meine Vierjährige denkt, dass unsere Rolle eine Nebenrolle ist.

Nurses don' just pass things to the doctor

Artikel aus "Die Schwester Der Pfleger", 1/2017

just a nursezoom

I'm just a nurse

"Ich habe nur den geschulten Blick, der medizinischen Fehlern, Komplikationen und anderen Katastrophen vorbeugt..."


Plakat des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK )

 
 
 

Postkarten zur Aktion

Wir haben für die drei Aktionsmonate drei Postkarten-Motive gestaltet. Das Set kann kostenfrei bestellt werden im DBfK-Shop

Postkarte Leistungsfaktor
Postkarte Wiss
Postkarte Einsatz
 
 
 

Oktober: Ich bin ein Leistungsfaktor und kein Kostenfaktor

Leistungsfaktor
 
 

Das Leistungsspektrum der beruflichen Pflege

Pflegen ist …

  • Kranke und/oder pflegebedürftige Menschen bei ihren krankheits- bzw. altersbedingten Einschränkungen unterstützen
  • Abläufe und Maßnahmen bedarfs- und bedürfnisgerecht planen, steuern und evaluieren
  • Lotse sein im Gesundheits- und Pflegesystem
  • Menschen das Verbleiben in ihrer häuslichen Umgebung ermöglichen
  • Mitwirkung bei und Mitgestaltung von Therapie und Diagnostik
  • Beziehung und Vertrauen aufbauen
  • Interessenvertretung der zu Pflegenden
  • Wissen, Fertigkeiten, Erfahrung und Intuition einbringen und anwenden
  • Frühzeitiges Erkennen und Bewerten von sowie richtiges Reagieren auf Komplikationen
  • Entdecken, Entfalten und Fördern von Ressourcen des zu Pflegenden
  • Zielgerichtetes positives Beeinflussen des Genesungsprozesses
  • Erhalten bzw. Wiederherstellen von Lebensqualität und Eigenständigkeit
  • Vermitteln und Trainieren von Kompetenz zur Situationsbewältigung
  • Individuelle Zuwendung; Entgegenbringen von Wertschätzung, Respekt und Empathie
  • Ansprechpartner sein, zuhören, informieren; individuell und bedürfnisgerecht beraten
  • Orientierung geben
  • Kennen und Nutzen größtmöglicher Handlungsspielräume
  • Kreativität vor dem Hintergrund hoher Fachkompetenz
  • Sensibilität, Feinfühligkeit und viel Geduld
  • Zusammenarbeit über Professions- und Sektorengrenzen hinweg
  • Koordinieren von Übergängen und Schnittstellen
  • Prävention und Gesundheitsförderung
  • Forschung und Innovation
  • Evidenzbasiertes Handeln, Transfer neuen Wissens in die Praxis
  • Für größtmögliche Sicherheit sorgen
  • Nutzen der Potentiale von Technik
Grafik: Mehr Qualität durch Pflegezoom

Zum Tag der Pflegenden 2018 hat der DBfK zentrale Kapitel aus dem zugehörigen Handbuch des Weltverbands der Pflegeberufe (ICN)  ins Deutsche übertragen:

Gesundheit ist ein Menschenrecht

vollständiges ICN-Handbuch in Englisch

 

Der Weltverband der Pflegeberufe ICN fasst dies in seiner „Definition von Pflege“ so zusammen: Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein.

Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.
Siehe auch: ICN-Definition der Pflege in deutscher Übersetzung

Auch der ICN-Ethikkodex für Pflegende benennt in seiner Präambel vier grundlegende Aufgaben von Pflegenden: Gesundheit zu fördern, Krankheit zu verhüten, Gesundheit wiederherzustellen, Leiden zu lindern.

Pflegen bedeutet dagegen nicht, …

  • Handgriffe mechanisch wie am Fließband zu erledigen
  • Jeden Arbeitsschritt streng zu takten, um auch noch den allerletzten Rest an Effizienz abschöpfen zu können
  • Die Versorgung und Betreuung eines hilfsbedürftigen Menschen in kleinteilige Arbeitselemente zu zerlegen und dabei die Elemente Kommunikation und individuelle Zuwendung als verzichtbar zu deklarieren.
  • Sich ausnutzen zu lassen
  • Die eigenen professionellen Ideale, Werte und Normen zu verraten
 
 

Das sagen Pflegefachpersonen

... weil ich als Praxisanleitung Auszubildende darin unterstützen kann, eine gute Pflegeausbildung zu erfahren und dadurch die Möglichkeit, den schönen Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege attraktiv mitzugestalten.
Praxisanleitung in der Chirurgie
Marina Meier
... weil ich als Lehrerin für Pflegeberufe in der Krankenpflegeschule für das HERZ-STÜCK der Wertschöpfungskette im „Betrieb“ Krankenhaus mitverantwortlich bin. Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor, weil, was Kranken-Pflegekräfte können, können nur die Kranken-Pflegekräfte. (Synonym für Alten- und Kinderkrankenpflegekräfte).
Lehrerin für Krankenpflege
Elke Bauer
... weil ich dafür sorge, dass frisch operierte Patienten schnellstmöglich wieder mobil und fit werden, um in ihren Alltag entlassen zu werden.
GKP, BSc, chirurgische Station
Romy Zeller
... weil ich gewährleiste, dass viele ältere Menschen weiterhin zu Hause gepflegt werden können.
GKP in der ambulanten Pflege, Dipl. Pflegewirtin
Alice Pitsch
... weil ich nach 6 Jahren im gleichen Bereich eine Expertin bin.
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Veronika Malic
... weil ich immer noch unermüdlich daran arbeite, mir weder die Lust noch die Professionalität an meinem Beruf absprechen zu lassen.
Altenpflegefachkraft
Christiane Kodalik
... weil ich es liebe, mit meinen Pflegeschülern über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Pflege zu diskutieren.
Dipl. Pflegepädagogin und Pflegewissenschaftlerin
Elke Heier
... weil sich ohne mich zwar die Welt weiterdreht, aber viele Patienten sich nicht selbst von links nach rechts. Wer dreht sonst bitte an den vielen Knöpfen der unterschiedlichsten Geräte und kümmert sich darum, dass die Angehörigen nicht durchdrehen?
Fachweiterbildungsteilnehmer Intensivpflege
Timo Seja
...weil 1. …Patientenedukation hilft, die Therapiebestimmung und (Selbst-)pflegekompetenz in die Hände zu geben, in die sie gehören. 2. …je besser die Patienten versorgt sind, umso kürzer sind Krankenhausverweildauern und nachhaltiger der Heilungsverlauf. 3. …schöne Zimmer und teure Maschinen keine lebensnotwendigen Bedürfnisse erkennen und bedienen können. 4. …Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden sind; wer den Körper heilen will, muss den Geist pflegen.
Auszubildender GKP, staatlich geprüfter Rettungsassistent
Benjamin Nalato
... weil ohne Personal die Betreiber schließen müssten. Wir sind die Pflege!!! Wir sorgen dafür, dass die Betreiber ihre Aufträge und Verträge erfüllen können. Und das machen wir mit Herz, Liebe und hervorragender Fachlichkeit.
Altenpflegerin
Ruth Mansfeld
... weil ich professionell arbeite und Mensch geblieben bin!
Fachpflegekraft Intensiv- und Anästhesiepflege, Pflegepädagogin
Hildegard Jäger-Lang
... weil ich ‚Pflege‘ seit fast 3 Jahren unterrichte und mir erst jetzt, nachdem ich das ‚Hamsterrad‘ der direkten praktischen, stationären Pflege verlassen habe, bewusst wird, wie wichtig eine politisch initiierte Veränderung in der Pflege ist. Stichwort: Personalbemessung, Rahmenverträge etc. Jahrelang wurde Pflegenden suggeriert ‚Ihr seid nicht gut genug‘, ‚Wollt ihr besser pflegen, dann müsst ihr besser, schneller, effizienter arbeiten, das Hilfspersonal besser führen, effizienter dokumentieren, wirtschaftlicher arbeiten usw...
Lehrkraft Altenpflege, Dipl.-Pflegewirtin, Krankenschwester
Isabel Maino-Amer
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
...weil mit meinem Lachen alles leichter geht … ich als interne Hotline fungiere … mein Arbeitsalltag vielfältig ist … ich Herausforderungen mag … Veränderung das Normale ist … flexibel mein zweiter Vorname ist … ich mich für Pflegequalität engagiere … im Team jede Herausforderung zu meistern ist … ich nicht vergesse, wie ich als Patient / Angehöriger behandelt werden möchte … ich den gesunden Menschenverstand gebrauche … ich den Nachwuchs in der Pflege zu schätzen weiß … ich das Gesamthaus im Auge habe … ich das große Ziel anvisiere … ich an vielen Projekten fürs Gesamthaus beteiligt bin … ich Spaß an meiner Arbeit habe.
Abt.ltg. Pflege/pfleger. Qualitiätsmanagement und Abt.ltg. Intensivstationen
Monika Zeller und Monika Hnilicka
… weil ich über 40 Jahre Berufserfahrung verfüge und dieses Wissen an junge Kolleginnen und Kollegen weitergebe.
GKP, Fachkrankenschwester für Anästhesie-und Intensivpflege
Monika Zirkelbach
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
… weil ich durch pflegewissenschaftliche Studien einen Beitrag zum Wissenskorpus der Pflege leiste.
MScN, GKP, Wiss. Mitarbeiter DZNE
Martin Dichter
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
… weil ich die Fort- und Weiterbildung von Pflegenden unterstützen und damit die Professionalisierung des Pflegeberufes voranbringen kann. Die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und damit die Möglichkeit, theoretisch fundiertes Wissen an die Pflegenden weiterzugeben bzw. mit ihnen zu erarbeiten, halte ich dabei für die Grundvoraussetzung einer guten pflegerischen Arbeit.
Leiterin eines Instituts für Fort- und Weiterbildung für Berufe im Gesundheitswesen
Monika Engelke
... weil ich die Menschen nicht als „Stückgut“ sehe.
Inhaberin eines häuslichen Pflegedienstes
Maria Lausen
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
… weil pflegefachliches Wissen, Engagement und Empathie wichtig sind, um den Heilungserfolg eines erkrankten Menschen zu fördern und Schäden (zum Beispiel durch Infektionen) von ihm abzuwenden.
GKP, Stationsleiterin internist. Abteilung im Krankenhaus
Sonja Wolf
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
… weil ich Menschen darin unterstützen kann, ihre Fähigkeiten und Ressourcen in ihr Leben zu integrieren.
Teamleitung in der Psychosomatik
Petra Dorner
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
… weil ich die Frau für alle Fälle bin. Als Leitung bin ich für alles zuständig - Medikament fehlt, Personal fällt aus, Gerät defekt, Arzt braucht Coaching, Schüler Anleitung, Patienten Zuwendung, Angehörige möchten Auskunft oder beschweren sich, Kollegen beraten u.v.m.
Stationsleitung Geriatrie
Petra Giannis
… weil ich dafür sorge, dass die kranken Menschen die Hilfe bekommen, die sie benötigen und ich die Mitarbeiter motiviere, die Patientenversorgung sicher zu stellen. Gleichzeitig beobachte ich die Zusammenarbeit mit den einzelnen Disziplinen und Berufsgruppen, um Prozesse anzustoßen und zu verändern. Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit sind das Ziel.
Pfleg. Zentrumsleitung in einem Zentrum für Augenheilkunde, Schwerbehinderten vertrauensperson
Siegfried Steffen
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
… weil nur eine gute Pflegeausbildung die pflegerische Versorgung langfristig sichert.
Schulleitung der Krankenpflegeschulen der Lahn-Dill-Kliniken
Alexander Daniel
Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor,
… weil ich forsche, lehre und die Gesellschaft versorge.
GKP, RN, cand. B.A. Pflegewissenschaft
Max Zilezinsky
 
 
 
 

Und was sagen Sie?

Machen Sie mit! Schreiben Sie uns Ihre ganz persönliche Vervollständigung des Satzes: „Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor, weil …“

per E-Mail an: presse@dbfk.de

Bitte geben Sie Ihren Namen, Vornamen und die Tätigkeitsbezeichnung an. Mit der Einsendung geben Sie uns automatisch die Genehmigung, die Statements an dieser Stelle zu veröffentlichen.

 
 

Pflege - Und wenn sie fehlt

Schon lange gilt Pflege als Mangelberuf nach den Kriterien der Arbeitsmarktanalyse der Bundesagentur für Arbeit. In ihrer jüngsten Fachkräfteengpassanalyse (Juni 2018) zeigt sich die weitere Verschärfung des Mangels:
„Das Wichtigste in Kürze:

  • (…)Es zeigt sich nach der Analyse der Bundesagentur für Arbeit ein Fachkräftemangel in einzelnen technischen Berufsfeldern, in Bauberufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen. (…)
  • In den meisten Engpassberufen im Gesundheits- sowie im Pflegebereich kam es außerdem zu einem deutlichen Anstieg der Vakanzzeit. Berufe in der Altenpflege erreichen weiterhin mit die höchsten Vakanzzeiten.“

In der gesamten Berufsgruppe ‚Gesundheits-, Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe‘ beträgt die Vakanzzeit (d.h. Zeit bis zur adäquaten Wiederbesetzung einer ausgeschriebenen Stelle) von Stellenangeboten 149 Tage, damit ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 9 Tage gestiegen.

Der Fachkräftemangel in der Altenpflege fokussiert sich auf examinierte Fachkräfte und Spezialisten und zeigt sich ausnahmslos in allen Bundesländern. Dieser Befund ist nicht neu, aber auch hier verschärft sich die Situation weiter: Gemeldete Stellenangebote für examinierte Altenpflegefachkräfte und -spezialisten sind im Bundesdurchschnitt 175 Tage vakant, ein Anstieg um 8 Tage gegenüber dem Vorjahr.

Erfasst sind in dieser Engpassanalyse lediglich die gemeldeten freien Stellen in der Pflege. Die Agentur selbst weist darauf hin, dass nur etwa jede zweite freie Stelle überhaupt gemeldet wird, es könnte auch ein noch deutlich geringerer Anteil sein. D.h. der Engpass ist noch weitaus größer als es die statistischen Zahlen ausdrücken können.

Welche Auswirkungen hat dies für die Patienten- und Bewohnerversorgung?
Wir haben einige gravierende Beispiele für den Pflegepersonalmangel zusammengetragen:

Ambulante Pflegedienste müssen Kunden abweisen

27. Juli 2018 - Ambulante Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen (NRW) müssen nach Angaben ihrer Dachverbände zunehmend Menschen wegschicken. „Sieben von zehn Einrichtungen sind jeden Tag damit befasst, Kunden abzuweisen“, sagte der Landesbeauftragte des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, Knips. Auch die Freie Wohlfahrtspflege NRW kennt das Problem. Der Zusammenschluss von Verbänden wie AWO, Caritas oder Paritätischer Wohlfahrtsverband verzeichnete bei einer Stichprobenerhebung im April 2.600 Absagen. Weil nur ein Teil der 850 zugehörigen Dienste Zahlen lieferte, geht man aber tatsächlich von rund 10.000 Fällen aus.

(…)Nach Meinung des BPA-Landesbeauftragten hat die Entwicklung vor allem mit dem demografischen Wandel zu tun. (…) Und mit Einführung der neuen Pflegegrade sei der Anteil potenzieller Kunden noch einmal gewachsen. (…) Auf der anderen Seite fehle das Personal. „Wir kommen einfach nicht mehr nach, neue Leute nachzuholen“, sagte Knips, der von einer katastrophalen Situation spricht. „Mich rufen Träger an und sind am Heulen. Töchter sind fix und fertig, weil sie nicht wissen, wie sie die Mutter versorgen wollen“, erklärte er.

(Meldung vom 27.06.2018, aerzteblatt.de)

Neurologische Kliniken müssen ihre Versorgung zweitweise einschränken

25. Juni 2018 - Die Arbeit der Pflegekräfte hat einen immensen Einfluss auf die Versorgungsqualität von Patienten. Zahlreiche Studien zeigen: Wird ein Mindestmaß an Pflege unterschritten, steigt die Sterblichkeitsrate an, es kommt häufiger zu gravierenden Komplikationen. (…) Die Neurologie ist besonders pflegeintensiv. Das liegt an den Krankheitsbildern der Patienten mit Parkinson, Alzheimer, Schlaganfall oder Multipler Sklerose, an ihrem häufig hohen Alter, an Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit und der Kognition, an psychischer Komorbidität oder Inkontinenz.

„Die Qualität der medizinischen Versorgung in der Neurologie ist in hohem Maße abhängig von der Qualität der Pflege“, sagt DGN-Präsident Gereon R. Fink. (…) Rund 30 Prozent der neurologischen Kliniken geben an, dass sie überwiegend wegen Pflegekräftemangel ihre Versorgung zeitweise einschränken müssen. Der Pflegenotstand in der Neurologie hat drastische Folgen für die Versorgungsqualität der Patienten. Wenn ein Mindestmaß an Pflege nicht zur Verfügung steht, steigen die Mortalitätsraten, ebenso die Zahl der Pneumonien und Harnwegsinfekte. Darüber hinaus verlängert sich der Krankenhausaufenthalt.

(Presseinformation Deutsche Gesellschaft für Neurologie DGN)

Infektion mit Krankenhauskeimen

Juni 2018 - Eine bayerische Regionalzeitung berichtet über den Fall einer Kreisklinik, in der vor allem im Bereich der Intensivstationen knappes Personal, zu wenig Zeit und unzureichende Vorbereitung für wichtige Aufgaben wie Desinfektion von Geräten zu konkreten Problemen geführt hätten. In der Folge hätten sich mehrere Intensivpatienten mit Krankenhauskeimen angesteckt.

(Ärzte Zeitung online, 11.06.2018)

Höhere Arbeitsbelastung korreliert mit höherer Sterblichkeit

Juni 2018 - Beim Umgang mit innerklinischen Notfällen haben viele Krankenhäuser Luft nach oben, findet Stefan Lenkeit, pflegerischer Koordinator für das innerklinische Notfallmanagement am Uniklinikum Bonn. Das betreffe sowohl das rechtzeitige Erkennen kritischer Zustände als auch das Management der Notfälle.(…)

Er sieht mehrere Gründe dafür: Auch die zunehmende Arbeitsverdichtung in der Pflege spiele eine Rolle, mit immer weniger Personal müssten immer mehr Patienten versorgt werden. Internationale Studien würden zeigen, dass eine höhere Arbeitsbelastung mit einer höheren Sterblichkeit korreliert und eine höhere Qualifikation der Mitarbeiter mit einer niedrigeren Sterblichkeit.

(Ärzte Zeitung online, 12.05.2018)

Umfassende Patientenversorung ist nicht mehr möglich

März 2018 - „Die Bedingungen, zu denen wir unsere Arbeit verrichten sollen, entsprechen schon lange nicht mehr dem, was notwendig wäre, um die Patienten umfassend gut zu versorgen. Die Art der Pflege, die ich gelernt und gern auch meinen Patienten angeboten hätte, ist unter den derzeitigen Bedingungen nicht mehr möglich.(…)

Das Pflegestärkungsgesetz stärkt in seiner praktischen Anwendung lediglich die Kassen und kaschiert eine jahrzehntelange fehlgeleitete Sozial- und Gesundheitspolitik. Wir wollen uns daran nicht mehr beteiligen. Ich schließe deshalb nach mehr als 20 Jahren nun meinen häuslichen Pflegedienst.“

(N.N., Name und Sachverhalt sind uns bekannt)

Bettensperrungen auf Intensivstationen

März 2018 - Welche Konsequenzen der zunehmende Personalmangel schon heute hat, macht eine Online-Umfrage von zwei Intensivmedizinern deutlich. Die Auswertung zeigte, dass in den letzten Monaten auf rund dreiviertel der deutschen Intensivstationen Betten gesperrt werden mussten und diese somit nicht für eine Belegung zur Verfügung standen. In 22 Prozent der Fälle mussten sogar täglich Betten gesperrt werden. Von den Sperrungen waren meist zwei oder drei Betten betroffen.

„Als Gründe für die Bettensperrung gaben knapp die Hälfte der Befragten (43,8 Prozent) den Mangel an Pflegepersonal an, rund ein Fünftel (18,8 Prozent) einen kombinierten Mangel an Ärzten und Pflegenden.“

Auch die Notfallversorgung leidet unter dem Personalmangel. So gaben lediglich 18 Prozent der Befragten an, dass die Notfallversorgung nicht beeinträchtigt war. (…) Personalmangel und Bettensperrungen können zur verzögerten Aufnahme von kritisch kranken Patienten auf die Intensivstation führen und die Qualität der Versorgung beeinträchtigen.

(Meldung der Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin DGIIN)

Aufnahmestopp im Altenheim

Februar 2018 - Altenheim verhängt Aufnahmestopp. Einem Zeitungsbericht des Münchner Merkur zufolge kann die Paritätische Altenhilfe 24 der insgesamt 180 Plätze nicht belegen, weil dem Haus fünf Fachkräfte fehlen. (…) Bisher haben auch Maßnahmen zur Personalsuche keine Früchte getragen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hatte Mitarbeiter mit einer Startprämie von 3000 Euro versucht anzulocken – ohne Erfolg. (…) Die Wohnungsnot in München und Umgebung sowie die hohen Lebenshaltungskosten erschweren die Akquise von Mitarbeitern.

(Wohlfahrtintern, Meldung vom 01.02.2018)

#twitternwierüddel

Februar 2018 -

"Wenn der Nachtdienst zu zweit für 99 Bewohner ist (Erst ab 100 gäbe es eine dritte Kraft), dann wundert es auch nicht, dass die um ein Uhr Verstorbene um vier Uhr noch 100 ml getrunken hat. Muss ja stimmen, die Trinkmenge."

"Wenn du morgens um sieben Uhr die liebe, alte Dame auf der Toilette sitzend findest, weil die Nachtschwester ihr um 02.08 Uhr gesagt hat, sie komme gleich wieder. Und sie es vor lauter Arbeit vergessen hat."

"Wenn du als Pflegepraktikant krank wirst und die Stationsleitung Panik bekommt, weil Personal fehlt. Als Pflegepraktikant. In der dritten Woche."


Das sind drei Tweets von hunderten, die unter dem Hashtag #twitternwierüddel beim Kurznachrichtendienst Twitter ab dem 3. Februar 2018 aufgelaufen sind. Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel hatte die beruflich Pflegenden in einem Tweet aufgefordert, doch endlich mal positiv aus ihrem Job zu berichten. Die Reaktion war eine Empörungswelle: Zynisch und sarkastisch schilderten Pflegefachpersonen den tatsächlichen Zustand ihres Berufs.

Stationsschließung um pflegerische Qualtät zu halten

Januar 2018 - Das Universitätsklinikum Münster (UKM) musste eine Station schließen, weil zu wenig Pflegende für die Patienten da sind. „Wir stehen am UKM für eine hohe Qualität der pflegerischen und medizinischen Versorgung. Um diese Qualität und die Versorgungssicherheit unserer Patienten zu gewährleisten, haben wir in der bestehenden Mangelsituation entschieden, dass wir einen stationären Bereich schließen, um die Pflegenden in anderen Bereichen einsetzen zu können. (…) Uns fehlen rund 90 bis 100 Vollkraftstellen im Bereich der Pflegefachkräfte im Pflege- und Funktionsbereich.“

(25.01.2018; bibliomed-pflege.de; Interview mit dem Pflegedirektor des UKM)

Komplette Station in Kinderklinik stillgelegt

Januar 2018 - Die Haunersche Kinderklinik in München hat auf die dramatische Personalnot und deshalb reduzierte Aufnahmekapazität aufmerksam gemacht. Wegen der fehlenden Mitarbeiter sei dort eine komplette Station stillgelegt, die Notaufnahme sei derzeit abgemeldet (…).

Die meisten Pfleger seien im öffentlichen Dienst beschäftigt und das Gehalt sei zu gering, um sich ein Leben in München leisten zu können. „Ich bin ins Schwesternwohnheim zurückgezogen, weil der Mietspiegel so intensiv hoch ist, dass ich's mir eigentlich nicht mehr leisten kann“, berichtet eine Pflegefachkraft.

(18.01.2018; Meldung auf www.bibliomed-pflege.de)

Aufnahmestopp und lange Wartelisten bei Pflegediensten und stationären Einrichtungen

Dezember 2017 - „Sogar als Pflegeberaterin und akademisierte Pflegefachkraft erreicht mich der Pflegenotstand in Deutschland! Warum? Es gibt keine Kapazitäten mehr: Als Pflegeberaterin im Landkreis … kann ich aktuell kaum noch Pflegedienste, Kurzzeitpflegeplätze etc. an pflegebedürftige Menschen vermitteln. Die Pflegedienste haben Aufnahmestopp und die stationären Einrichtungen arbeiten mit langen Wartelisten. Wie Sie wissen gibt es durch das PSG II zusätzliche Angebote (z.B. Betreuungs- und Entlastungsangebote 125 Euro pro Monat etc.). Diese Angebote bleiben aus o.g. Gründen ungenutzt.“

(09.12.2017; Brief eines langjährigen engagierten DBfK-Mitglieds an den DBfK Bundesverband)

Verschwinden von Heimbewohner bleibt unbemerkt

Dezember 2017 - Ein Altenheim-Bewohner (83) hat in K. in Thüringen wahrscheinlich den Weg zurück ins Altenheim nicht mehr gefunden und ist erfroren. Der leicht bekleidete Senior sei an einer Unterkühlung gestorben, so die Polizei. Der Mann sei nach derzeitigem Ermittlungsstand dement gewesen. (…) Sein Verschwinden sei gegen 04:30 Uhr festgestellt worden, die Polizei fand ihn knapp vier Stunden später rund einen Kilometer entfernt vom Altenheim.

(dpa-Meldung vom 03.12.2017)

Dazu ein Hinweis: Eine groß angelegte Studie der Universität Witten-Herdecke ergab 2015, dass sich in deutschen Pflegeheimen eine Pflegekraft nachts im Schnitt um 52 Menschen kümmern muss. In manchen Heimen ist der Versorgungsschlüssel sogar weit schlechter als dieser Durchschnittswert. So gaben 8,7 Prozent der Befragten an, nachts sogar für mehr als 100 Heimbewohner zuständig zu sein. Da bleibt u.U. das Verschwinden eines Demenzkranken sehr lange unentdeckt.

Heimschließungen und Reduzierung der Bewohnerkapazitäten

November 2017 - Die prophezeite Krise in der Pflege kommt offenbar mit Wucht auch in Mitteldeutschland an. In Sachsen-Anhalt droht dem zweiten Heim binnen weniger Wochen das Aus, in Sachsen wird ein Aufnahmestopp für über 400 Betten in drei Heimen geprüft, auch Thüringen untersagte in den letzten Jahren schon die Wiederbelegung von Plätzen in Pflegeheimen. (…) Laut sachsen-anhaltischem Sozialministerium leidet die Branche unter einem extremen Fachkräftemangel.

(Meldung aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.11.2017)

Mehr Fehler durch steigende Arbeitsbelastung

November 2017 - Hygiene-Problem in deutschen Kliniken. „Auch wenn die Kliniken Hygiene-Spezialisten beschäftigen, herrscht doch in vielen Häusern Personalmangel.

Wie trägt der zum Problem bei?
Da gibt es einen Zusammenhang. Wenn die Arbeitsbelastung für Mitarbeiter immer größer wird, passieren eher Fehler oder die Handhygiene wird vergessen.

Welcher Teil der Krankenhausinfektionen wäre denn bei optimalen Hygiene- und Arbeitsbedingungen vermeidbar?
Etwa ein Drittel.“

(16.11.2017; Interview mit Prof. Petra Gastmeier bei SPIEGEL ONLINE)

Lange Wartezeiten auf OP

September 2017 - IQTIG legt Qualitätsreport vor. „Besorgniserregend ist der Prozessindikator zur präoperativen Verweildauer bei osteosynthetischer Versorgung einer hüftgelenknahen Femurfraktur“, schreibt Klakow-Franck. Nahezu jeder fünfte Patient müsse länger als maximal zulässig auf seine Operation warten.

„Dabei ist den einschlägigen Leitlinien zu entnehmen, dass Patientinnen und Patienten mit Schenkelhalsfraktur so schnell wie möglich operiert werden sollten, da eine frühzeitige Operation innerhalb von sechs bis 24 Stunden das Risiko einer Hüftkopfnekrose halbiere“ (…) Im Dialog mit den externen Qualitätswächtern gestehen Krankenhäuser dem Report zufolge häufig Struktur- und Prozessmängel ein: Neben geringen OP-Kapazitäten, Personalmangel am Wochenende, Engpässen bei der Verfügbarkeit postoperativer Überwachungsmöglichkeiten …

(27.09.2017; Meldung auf www.bibliomedmanager.de )

Pflegeheime mit freiwilligem Belegungsstopp

September 2017 - Belegungsstopp in Heimen: Es fehlt Personal. 14 von 101 Pflegeheimen in Bremen nehmen wegen Personalmangels keine neuen Bewohner mehr auf. So habe die Wohn- und Betreuungsaufsicht der Stadt bei fünf Häusern einen Belegungsstopp verhängt und neun Häuser haben sich freiwillig zu dem Schritt entschlossen. Entweder ging nach Überprüfungen bei den betroffenen Pflegeheimen aus dem Stellenplan hervor, dass zu wenige Fachkräfte angestellt sind. Oder die Schichten waren laut Dienstplan zum Beispiel wegen Erkrankungen von Personal nicht ausreichend besetzt.(…)

Die Wohn- und Betreuungsaufsicht orientiert sich bei der Beurteilung der Häuser neben den Dienstplänen auch an den Trinkprotokollen, Medikationsplänen oder den Maßnahmen zur Körperhygiene. Bei den Häusern mit Belegungsstopp werden die pflegerischen Herausforderungen nicht im vollen Umfang gewährleistet.

(14.09.2017; Meldung auf Ärzte Zeitung online)

Größere Komplikationsrate durch schlechtere Patientenversorgung

März 2017 - Pflegemangel gefährdet OP-Erfolge. Chirurgen warnen vor mehr Komplikationen nach OPs. In Deutschland versorgt ein Pfleger oft 13 Patienten, in anderen Ländern sind es nur zwischen sechs und acht. Das hat Folgen.

„Trotz der enormen Fortschritte in der Chirurgie gibt es in Deutschland erhebliche Defizite in der Patientenversorgung“, sagte T. Pohlemann, Präsident des 134. Chirurgenkongresses in München.(…) Patienten würden immer schlechter vor- und nachversorgt, so Pohlemann. „Das entscheidet auch über eine höhere oder geringere Komplikationsrate.“ Je öfter Pfleger den Patienten sähen, desto eher bemerkten sie eine negative Entwicklung. (…)

Untersuchungen belegten, dass Deutschland bei der Personalausstattung in Kliniken im internationalen Vergleich abfalle. Die Pflege sei der größte Kostenfaktor in einem Krankenhaus, folglich werde hier immer weiter gespart.

(20.03.2017, Meldung bei SPIEGEL ONLINE)

 
 

Nursing Now: Die Rolle der Profession Pflege

Nursing Now 1zoom

Die sich ändernden Anforderungen des 21. Jahrhunderts haben zur Folge, dass Pflegefachpersonen in Zukunft eine weitreichende Rolle spielen müssen. Neue und innovative Dienstleistungen sind nötig – stärker bezogen auf die eigene Häuslichkeit und die Kommune, ganzheitlicher und individueller, mit wachsendem Fokus auf Prävention und technische Lösungen. In all diesen Bereichen können Pflegefachpersonen eine Führungsrolle übernehmen. Den Beitrag professionell Pflegender zu verstärken erfordert jedoch, dass sie angemessen eingesetzt, gewürdigt und in Politik und Entscheidungsfindung eingebunden werden.

Nursing Now arbeitet weltweit mit Partnern zusammen und will dafür kämpfen, dass mehr Pflegefachpersonen in Führungspositionen kommen – damit beruflich Pflegende den Einfluss erhalten, den sie verdienen. Gestärkt werden soll auch der Zugang zu Aus- und Weiterbildung sowie gemeinsames Forschen und Austausch von Erfahrungswissen.

Nursing Now ruft verantwortliche Gesundheitsexperten auf, in Pflege zu investieren und neue Versorgungskonzepte zu etablieren, damit der Beitrag beruflich Pflegender zur allgemeinen Gesundheitsversorgung maximiert werden kann. Nur das garantiert das Recht jedes Einzelnen auf gute Versorgung ohne finanzielle Notlagen.

Nursing Now ist eine gemeinsame Initiative des Weltverbands der Pflegeberufe ICN und der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Kampagne ist auf drei Jahre angelegt.

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