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Sachsen-Anhalt hat gewählt - Wir bleiben dran!

Pflegepolitische Themen in der Landespolitik Sachsen-Anhalts verankern

Die Koalitionsverhandlungen in Sachsen-Anhalt schreiten voran und damit werden die Weichen für die Landespolitik der kommenden fünf Jahre gestellt. Der DBfK bleibt den Politker:innen dicht auf den Fersen und ist im Rahmen der derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen weiter im Gespräch mit den beteiligten Vertreter:innen von CDU, SPD und FDP. Ziel ist es, die Forderungen der professionellen Pflege in Sachsen-Anhalt mit auf den Weg zu geben. Hier standen vor allem die Themen Gehalt, Personalausstattung, Aus- und Weiterbildung und politische Mitbestimmung im Zentrum der Gespräche. Quer durch alle Themen zieht sich die größte Herausforderung der Pflege: der akute Fachpersonenmangel.

Gehalt und Fachpersonenmangel

Um den Fachpersonenmangel in Sachsen-Anhalt nicht noch weiter anzuheizen, ist eine Angleichung der Löhne in Sachsen-Anhalt an das Westniveau dringend notwendig. Im Land gut ausgebildete Pflegefachpersonen sind jung und flexibel, sie verlassen das Land für höhere Gehälter in Niedersachsen oder Hessen. Der DBfK sieht vor allem die Krankenhäuser und Altenpflegeheime in öffentlicher Hand in der Pflicht mit gutem Beispiel voranzugehen und so auf dem vorhandenen Arbeitnehmermarkt Maßstäbe zu setzen. In diesem Zusammenhang sollte das politische Primat ambulant vor stationär nicht vergessen werden. Hier muss insbesondere für ambulante Dienste die Refinanzierung höherer Löhne gesichert werden.

Personalausstattung und Fachpersonenmangel

Möchte man den Pflexit – also den Austritt aus dem Berufsleben von Pflegefachpersonen verhindern, müssen gerade und erst recht unter Bedingungen des Fachpersonenmangels, der in Sachsen-Anhalt aufgrund der demografischen Entwicklungen besonders ausgeprägt ist, Personalbemessungsinstrumente implementiert werden. Das gilt in der Langzeitpflege ebenso wie in für den Krankenhausbereich. Die Personalausstattung in der Langzeitpflege wird auf Basis eines wissenschaftlich gestützten Personalbemessungsinstruments bestimmt. Sie orientiert sich am Pflegebedarf und der Versorgungsqualität. Das bereits vorliegende Personalbemessungsinstrument für die Langzeitpflege soll zügig etabliert, parallel weiterentwickelt und verbindlich eingeführt werden. Für den Krankenhausbereich muss eine valide Personalbemessung auf den Weg gebracht werden. Mit der PPR 2.0 kann schon längst der erste Schritt gemacht werden, um parallel eine dauerhafte Lösung zu erarbeiten. Die Personalbemessung muss mögliche Ausfälle und deren Kompensation sowie eine bedarfs- und qualitätsorientierte Zusammensetzung der Pflegeteams (Skill-Grade-Mix) berücksichtigen. Auch hier sind Einrichtungen der öffentlichen Hand in der Pflicht voranzuschreiten solange bundespolitische Entscheidungen auf sich warten lassen.

 
Aus- und Weiterbildung und Fachpersonenmangel

Die Qualität der Ausbildung entscheidet über Anzahl und Qualität der zukünftigen Fachpersonen. Aktuell gibt es teils hohe Abbruchquoten, da sich die Organisation der Praxiseinsätze schwierig gestaltet. Nadelöhre sind hier die Einsätze in der ambulanten Pflege, der Pädiatrie und der Psychiatrie. Hier sollte zum einen ein Prüfauftrag an die Landesbehörden hinsichtlich der vorhandenen Kapazitäten für Praxiseinsätze in der Pflege ergehen, des Weiteren sollte die Landesregierung sich beim Bund dafür einsetzen, die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung bei der Evaluation des Pflegeberufegesetzes in dreieinhalb Jahren so anzupassen, dass die Einsatzzeiten variabler gestaltet werden können. Weiterhin muss für eine qualitativ hochwertige Ausbildung am neuralgischen Punkt der Praxisanleitung angesetzt werden. Hier braucht es neben einer profunden Ausbildung auch einerseits die Freistellung für die didaktischen Aufgaben und andererseits die finanzielle Vergütung der Bildungsaufgabe.

Um eine gute Ausbildung zu gewährleisten braucht es gut ausgebildete Lehrkräfte. Aktuell gibt es an der Otto-von Guericke-Universität (OvGU) Magdeburg nur einen Master für Lehramt an berufsbildenden Schulen – Gesundheit und Pflege. Für den Zugang zu diesem sind Bachelorstudiengänge an privaten (und damit teuren) Hochschulen oder verschiedene komplexe Anerkennungsverfahren und Brückenkurse notwendig. Hier ist die Durchlässigkeit der pflegebezogenen Studiengänge zueinander zu gewährleisten. Die akademische Pflegeausbildung braucht dringend die Förderung der Landespolitik. Die Praxiseinsätze der Studierenden der Pflege an der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg entsprechend im Umfang nahezu vollständig denen einer Pflegeausbildung, werden aber im Gegensatz zur Ausbildung nicht vergütet. Das schafft Fehlanreize. Eine Bezahlung der Praxiszeiten der Studierenden ist dringend geboten. Zusätzlich sollten Stipendienprogramme für Studierende der Pflegewissenschaften eingeführt werden.

Attraktivität gewinnt ein Beruf bei jungen Menschen auch durch mögliche Karrierewege. Das Land Sachsen-Anhalt ist in diesem Feld mit seinen Modellprojekten zur Übertragung heilkundlicher Aufgaben in Zusammenarbeit mit der MLU Halle-Wittenberg Vorreiter für Deutschland. Diesen Status als Vorreiter gilt es durch den Ausbau von Modellprojekten weiter auszubauen. Hier bieten sich vor allem Projekte der Einführung von Community Health Nursing in vom demografischen Wandel besonders stark betroffenen Regionen wie Jerichower Land, Altmark oder Salzlandkreis an. Für diese und auch für die bestehenden Modellprojekte braucht es neben der finanziellem vor allem auch politische Unterstützung.

 Das Land benötigt eine eigene Weiterbildungsverordnung, mindestens für den Bereich der gesetzlichen vorgeschriebenen Fortbildungen der Praxisanleitenden, ausgerichtet an den Bedarfen der Pflegeeinrichtungen im Land.

Politische Mitbestimmung und Fachpersonenmangel

Der DBfK fordert die politische Unterstützung für die perspektivische Einrichtung einer Landespflegeberufekammer in Sachsen-Anhalt. Nur eine Kammer ist in der Lage, aus der Berufsgruppe Pflege den Berufsstand Pflege zu formen mit dem entsprechenden Selbstverständnis nach innen und der attraktiven Wirkung nach außen. Insbesondere die Pandemie hat gezeigt, dass zum Beispiel eine Registrierung von Fachpersonen hilfreich ist, um diese im Bedarfsfall aktivieren zu können. Eine Etablierung von pflegerischer Fachexpertise unterstützt die Verankerung von pflegepolitischen Themen in der Landesverwaltung.

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