Die Deutsche Krebshilfe (DKH) fördert mit insgesamt drei Millionen Euro zwei neue Pflege-Professuren in Halle/Saale und Freiburg. Ziel ist es, die onkologische Pflege in Versorgung, Forschung und Lehre gezielt weiterzuentwickeln und stärker an den Bedürfnissen von Krebspatient:innen auszurichten.
Ausgangspunkt war das Interesse der Deutschen Krebshilfe zur Unterstützung der beruflichen Pflege. Die Pflegewissenschaftlerinnen Prof. Dr. Christel Bienstein und Prof Dr. Regina Wiedemann wurden gebeten, eine Expert:innengruppe zusammenzustellen, um Ideen zur Förderung zu entwickeln. Rasch waren Pflegeexpert:innen gefunden, darunter auch DBfK-Präsidentin Vera Lux. In mehreren Sitzungen entwickelte die Gruppe Vorschläge, ganz oben auf der Liste standen die Stiftungsprofessuren in der onkologischen Pflege. Es folgte ein umfangreicher Antrag dazu, der mehrere Gremien der DKH durchlief. Nach dem positiven Bescheid durch die DKH wurde eine Ausschreibung erarbeitet, mit der sich Standorte um die Implementierung der Professur bewerben konnten – Halle und Freiburg erhielten den Zuschlag. Inzwischen läuft das Bewerbungsverfahren für die Professuren. Den Expert:innen ist dabei wichtig, dass die Bewerber:innen über umfangreiche wissenschaftliche Kenntnisse in der onkologischen Pflege verfügen und die Patient:innen besonders intensiv in den Blick genommen werden.
Aus diesem Grund wird von den Inhaber:innen der Stiftungsprofessur auch eine direkte Einbindung in die Versorgung und Begleitung von krebserkrankten Menschen erwartet. Beide Standorte arbeiten dabei eng zusammen, insbesondere beim Aufbau gemeinsamer Forschungs- und Studienangebote. „Wir freuen uns darüber sehr, vor allem weil die direkte Patient:innenversorgung im Fokus steht. Hier werden Wissenschaft, Forschung und Lehre für die Praxis gemacht, denn wir müssen nicht weg vom Bett akademisieren, sondern hin zu den Patient:innen“, fasst Vera Lux zusammen.
In Halle ist die Verbindung von Wissenschaft und Praxis der zentrale Punkt: Mit einem Programm für „Clinical Nurse Scientists“ erhalten studierte Pflegefachpersonen die Möglichkeit, parallel zu ihrer Tätigkeit wissenschaftlich zu arbeiten und Fragestellungen der onkologischen Pflege zu bearbeiten. In Freiburg liegt ein Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung von Advanced Practice Nursing (APN). Speziell qualifizierte Pflegefachpersonen mit erweiterten klinischen Kompetenzen sollen gezielt in Promotionsprogramme eingebunden und stärker in Forschungs- und Versorgungsprojekte integriert werden.
Ein weiterer Baustein ist der Ausbau akademischer Qualifizierungsangebote. In einem ersten Schritt soll ein verkürztes berufsintegrierendes Bachelorprogramm entwickelt werden, das sich besonders an Pflegefachpersonen aus der Onkologie oder mit einer Fachweiterbildung onkologische Pflege richtet. Aufbauend auf dem bestehenden Masterstudiengang „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ soll dann in Halle eine Spezialisierung in der onkologischen Pflege entstehen, die Fachweiterbildung und wissenschaftliche Methoden miteinander verbindet.
Die Förderung der DKH ist auf fünf Jahre angelegt und dient dem nachhaltigen Aufbau entsprechender Strukturen in der onkologischen Pflege.