Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ca. elf Prozent der
Menschen in Deutschland sich als LGBTIQ+ identifizieren. Also müssten in
jeder Einrichtung der Langzeitpflege und bei jedem ambulanten
Pflegedienst mehrere Bewohner:innen oder Patient;innen sein, die der
Community zuzurechnen sind.
Ältere queere Menschen haben oft lebenslang Diskriminierung erlebt, wurden stigmatisiert oder haben ihre eigentliche Orientierung verborgen. Auch im Alter und in Pflegeeinrichtungen können sie sich isoliert fühlen oder haben Angst vor Ablehnung. Sie benötigen daher eine queersensible Pflege, die ihre spezifischen Bedürfnisse nach Akzeptanz und Sicherheit berücksichtigt.
Viele Pflegende sind sich sicher: Wir behandeln alle gleich, egal, ob sie sich dem LSBTIQ+-Spektrum zuordnen oder nicht. Aber kenne ich mich tatsächlich aus oder gibt es Dinge, die bisher nicht bemerkt oder beachtet wurden? Was kann meine Einrichtung zur Unterstützung tun?
Diese Fragen wollen wir beantworten mit dem Fachtag „Queersensible Pflege im Alter“ am 23. April 2026 in Kassel. Der Fachtag vermittelt Fachwissen, gibt Impulse für die Praxis und regt dazu an, die eigene Haltung zu reflektieren. Wir beleuchten, wie Pflegende queere Lebensgeschichten berücksichtigen, respektvolle Sprache verwenden, Diskriminierung aktiv entgegenwirken und Strukturen so gestalten können, dass Selbstbestimmung möglich ist.
Neben fachlichen Inputs bieten wir Raum für Austausch: Bringt eigene Erfahrungen, Fragen und Unsicherheiten ein und diskutiert mit Kolleg:innen aus unterschiedlichen Bereichen.