Bei einer Anhörung vor dem Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des NRW-Landtags am 21. Januar hat die DBfK Nordwest-Geschäftsführerin Sandra Mehmecke auf die Verantwortung von Arbeitgebenden hingewiesen, die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden im Umgang mit Sozialen Medien zu schulen.
Hintergrund der Anhörung ist ein Antrag der FDP-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen zur Social Media-Nutzung von beruflich Pflegenden, mit dem sich der DBfK Nordwest in einer Stellungnahme auseinandergesetzt hat. Anlass des Antrags waren medial wirksame Einzelfälle von Grenzverletzungen in Sozialen Medien durch beruflich Pflegende.
Der DBfK Nordwest hat in einer Pressemitteilung vor der Anhörung davor gewarnt, Pflegefachpersonen unter Generalverdacht zu stellen, und dafür geworben, Grenzüberschreitungen unter anderem durch eine strukturierte Vermittlung von Medien- und Ethikkompetenz vorzubeugen. Diese Position hat Mehmecke bei der Anhörung noch einmal unterstrichen.
„Viele Gesundheitsorganisationen haben sich schon auf den Weg gemacht und Social Media-Guidelines erstellt“, so Mehmecke. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass diese vielen professionell Pflegenden nicht bekannt seien – was laut Mehmecke die Frage nach der Verantwortung der Arbeitgebenden aufwirft: „Unser Eindruck als Berufsverband ist, dass viele Kolleg:innen in der Praxis nicht regelmäßig geschult, über bestehende Guidelines informiert oder dabei unterstützt werden, herausfordernde Situationen in der Praxis gemeinsam zu reflektieren.“ Zettel zum Umgang mit sozialen Medien im beruflichen Kontext auszuhängen, reiche nicht aus, stattdessen müssten Führungskräfte auf allen Ebenen geschult sein und mit den Mitarbeitenden dazu in den Austausch gehen. „Das ist der Dreh- und Angelpunkt“, so Mehmecke.
Wie zentral das Thema Bildung im Umgang mit sozialen Medien für einige Unternehmen in der Pflege bereits ist, erläuterte Mehmecke beispielhaft anhand des DBfK-Lehrgangs Social Media Nurse®: „Zum großen Teil besuchen diesen Kurs Kolleg:innen, die von ihren Arbeitgebenden – Krankenhäusern, Gesundheitseinrichtungen – zu uns geschickt werden, die mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Mitarbeitenden ausbilden lassen, damit sie als Vorbild auf den Stationen einen professionellen Umgang mit sozialen Medien vorleben und vermitteln.“
Die Aufzeichnung der Anhörung gibt es in der Mediathek des Landtags NRW.