Wie viel Kompetenz in der Pflege steckt, zeigte unser Kongress zum Tag der Pflegenden in München auf vielfältige Weise. Der DBfK Südost hatte dazu gemeinsam mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern und der Evangelischen PflegeAkademie eingeladen.
Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war die Vorstellung der nominierten Projekte für den Publikumspreis. Die vier präsentierten Projekte zeigten sehr unterschiedliche Zugänge zur Weiterentwicklung pflegerischer Praxis.
Nathanael Scheutz stellte ein Modell zum Bezugspflegegespräch in der psychiatrischen Pflege vor. Slavko Nestorovic berichtete, wie und warum er Pflegefachpersonen und Ärzt:innen in der Rehabilitation im Notfallmanagement schult – und konnte sich damit den Publikumspreis sichern. Michael Schneider und zwei seiner Kolleginnen präsentierten den Hospitationskreisel als Instrument für kollegiales Lernen. Danijela Konatarevic und Sandra Fürbeck stellten ein Konzept für Tandemführung in der Pflege vor.

Neben den Praxisprojekten ging es auch um die Rahmenbedingungen der Profession. Für den ursprünglich vorgesehenen Vortrag von Norbert Matscheko sprang Prof. Dr. Katharina Lüftl von der Technischen Hochschule Rosenheim ein. Sie gab einen Überblick über aktuelle gesetzliche Vorgaben, was ein Pflegestudium zu vermitteln hat und wie die Vorgaben zu erfüllen sind.
Bernhard Krautz von der Vereinigung der Pflegenden in Bayern sprach insbesondere über das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege und welche Chancen, aber auch Herausforderungen daraus für die Profession entstehen.


In den Workshops richtete sich der Blick auf konkrete Arbeitsfelder: wertschätzende Führung, Technologien wie KI und Virtual Reality in der Pflege sowie innere Haltung als Stressschutz.
Der Tag zeigte deutlich, dass Pflegekompetenz dort besonders greifbar wird, wo sie in konkrete Verbesserungen übersetzt wird — ob im Notfallmanagement, im Führungsstil oder durch berufspolitische Mitgestaltung.