Der Übergang von der Ausbildung in die Pflegepraxis ist eine der herausforderndsten Phasen für Nachwuchs-Pflegende. Ein neues Mentorship-Toolkit der Weltgesundheitsorganisation WHO bietet dazu nun einen strukturierten Leitfaden.
Ziel ist, junge Pflegefachpersonen durch gezielte Begleitung zu unterstützen, ihre Selbstsicherheit zu stärken und sie langfristig im Beruf zu halten. Das Programm basiert auf einem dreistufigen Framework, das politische Rahmenbedingungen (Makro-Ebene), die Unterstützung durch Gesundheitseinrichtungen (Meso-Ebene) und die direkte Interaktion zwischen Mentor und Mentee (Mikro-Ebene) vereint. Die Basis bilden die vier Säulen: Unterstützung, Reflexion, Entwicklung und Wachstum. Zentral sind zwei parallele Kurse mit je sechs Modulen, zugeschnitten auf Pflegementor:innen einerseits und junge Pflegefachpersonen andererseits.
Der gemeinsame Weg durchläuft drei Phasen: In den „Grundlagen“ werden das Mentorship-Konzept eingeführt, Rollen geklärt sowie kulturelle Kompetenzen gestärkt. Die zweite Phase dient der „Unterstützung des Übergangs“ und hilft konkret bei der Bewältigung der neuen Verantwortung durch Kommunikationsfähigkeiten, Stressbewältigungsstrategien und klinischem Reasoning, um Resilienz und psychische Gesundheit zu schützen. In der dritten Phase, der „Sicheren und unabhängigen Praxis“, werden die Mentees in die Eigenständigkeit begleitet, woraufhin die Mentoring-Beziehung bewusst abgeschlossen wird.
Um den Arbeitsalltag zu erleichtern, bieten die Module praktische Werkzeuge wie Videomaterial, evidenzbasierte Leitfäden, Checklisten, Templates zur Fortschrittsmessung sowie Reflexions-Prompts zur Besprechung schwieriger Sitationen.
Das Toolkit entstand in zweijähriger Kooperation mit WHO-Kollaborationszentren, Ministerien aus 21 Ländern und europäischen Partnern (ENSA, EFNA, EFNNMA). Eine Pilotphase in neun Ländern mit über 150 Teilnehmenden brachte durchweg positives Feedback.
Mehr Informationen und Online-Material
Mehr zum Thema internationale Bildung:
Neuer ICN Learning Hub bündelt Wissen aus der internationalen Pflege