DBfK aktuell - Oktober 2026

DBfK zeichnet die European Declaration on Heat and Health

Der DBfK hat im August die „European Declaration on Heat and Health“ unterzeichnet. Sie richtet sich an EU-Institutionen und fordert einen radikalen Ausbau des Klimaschutzes.

Die Hitzewellen, die diesen Sommer Süd-, West- und Mitteleuropa trafen und allein in Deutschland laut Robert Koch-Institut über 16.000 Todesopfer forderten, waren eine vorhersehbare Gesundheitskrise. Sie sind keine Ausnahmeerscheinung mehr, sondern eine wachsende Bedrohung für die Gesundheit, insbesondere für vulnerable Gruppen.

Europa ist der Kontinent, der sich infolge des Klimawandels am Schnellsten erwärmt. Gleichzeitig altert die Gesellschaft und die Versorgungsstrukturen sind schlecht auf Hitze eingestellt. 

Hitzeaktionspläne existieren zwar vielerorts, aber fast nirgends als finanzierte, mehrjährige Budgets oder als rechtlich bindender Rahmen. In Deutschland gibt es zwar Initiativen auf Bundesebene, die auch die Verankerung von Hitzeschutz im Grundgesetz diskutieren, aber bislang bleibt die Verantwortung vor allem bei Ländern und Kommunen. Verbindlicher und flächendeckender Hitzeschutz ist so weder finanzier- noch umsetzbar. Das hat Folgen, die die professionelle Pflege tagtäglich erlebt: stille Tode in überhitzten Wohnungen, dekompensierte Patient:innen mit chronischen Erkrankungen, erschöpfte Kolleg:innen, die das System zusammenhalten. Hitze ist keine abstrakte Klimazahl, sondern pflegerischer Alltag. 

Vor diesem Hintergrund hat der DBfK am 27. August 2026 die „European Declaration on Heat and Health“ unterschrieben, die vom European Hub der Planetary Health Alliance initiiert wurde und sich an die Institutionen der Europäischen Union (EU) richtet. Denn auch wenn gerade an einem European Climate Resilience Framework gearbeitet wird, hat die EU hat bisher keine bindenden Ziele und Hitzeaktionspläne vorgelegt. Und von den internationalen Klimaanpassungsfinanzierungen europäischer Geber fließen lediglich 0,07 Prozent in den Gesundheitsschutz. 


Forderung nach Hitzaktionsplänen für alle Pflegesettings

Gemeinsam mit mittlerweile über 120 europäischen Berufsverbänden und Organisationen aus Gesundheitswesen, Wissenschaft, Wirtschaft und Versicherung fordert der DBfK daher von der EU einen radikalen Kurswechsel: verbindliche Hitzeaktionspläne, gezielte Finanzierung für resilientere Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, stärkeren Schutz von Beschäftigten und weitere bindende und finanzierte Maßnahmen, die Hitze als grenzüberschreitendes Gesundheitsrisiko ernst nehmen. Besonders bedeutsam für die professionelle Pflege: Der Annex der Declaration fordert ausdrücklich einrichtungsspezifische Hitzeaktionspläne für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste – mit geschultem Personal, vorbereiteten Notfallprozeduren und dem Schutz der Beschäftigten, „ohne die keine Einrichtung jemanden schützen kann“, wie es heißt. Zudem wird die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften in Klima und Gesundheit als zentrale Maßnahme benannt. 

Mit der Arbeit in diesem Bereich, u.a. dem Projekt BBNE-PfleGe, und der Überzeugung, dass Gesundheits- und Pflegefachpersonen nicht nur Betroffene der Klimakrise sind, sondern zentrale Akteur:innen der Anpassung und Mitigation, steht der DBfK nicht allein. Erst im Juni hat die European Federation of Nurses Associations (EFN) einen offenen Brief der #HandleTheHeat-Kampagne an die EU-Kommission gezeichnet. Der International Council of Nurses (ICN) verweist schon im Ethikkodex auf die Verantwortung gegenüber der Umwelt und den natürlichen Lebensgrundlagen. Und in Deutschland arbeitet der DBfK in einem breiten Bündnis an einer vom BKK-Dachverband initiierten verbindlichen Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen mit: vereint im Bewusstsein, dass eine gesunde Erde die Grundlage für gesunde Menschen ist.

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