Zum
Internationalen Tag der Pflegenden besuchte DBfK-Präsidentin Vera Lux den
ambulanten Pflegedienst Fritzsche in Leverkusen. Im Austausch mit
Pflegefachpersonen sowie Mitarbeitenden aus Verwaltung und Leitung informierte
sie sich über den Alltag in der ambulanten Versorgung. Herausforderungen
in der häuslichen Pflege und die Wünsche der Beschäftigten an Politik und
Gesellschaft kamen dabei zur Sprache.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen nicht nur die Herausforderungen des Berufsalltags, sondern vor allem die Stärke und Professionalität ambulanter Pflege. Die Mitarbeitenden beschrieben eine Tätigkeit, die hohe fachliche Kompetenz, Eigenverantwortung und Flexibilität erfordert und zugleich von Nähe, Vertrauen und Menschlichkeit geprägt ist. Deutlich wurde: Ambulante Pflege umfasst weit mehr als die Versorgung älterer Menschen. Sie begleitet Menschen mit ganz unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen – von chronischen Erkrankungen über körperliche Einschränkungen bis hin zu komplexen sozialen Problemlagen.
Vera Lux betonte im Gespräch die zentrale Bedeutung der ambulanten Pflege für das Gesundheitswesen. Beruflich Pflegende ermöglichten täglich, dass Menschen dort versorgt werden können, wo sie sich meist am wohlsten fühlen: zu Hause. Ambulante Pflege sichere Gesundheit, Teilhabe und Lebensqualität und sei deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen Versorgung.

Gleichzeitig schilderten die Mitarbeitenden zahlreiche Hürden im Alltag: Etwa, wenn nach Krankenhausentlassungen Hilfsmittel fehlen, Angehörige mit der Organisation der Versorgung überfordert sind, bürokratische Abläufe notwendige Unterstützung verzögern oder schlicht Parkplätze fehlen, um bei Abrechnung im Minutentakt Versorgung überhaupt wirtschaftlich zu ermöglichen. Mehr Befugnisse für Pflegefachpersonen – wie zum Beispiel die Möglichkeit, pflegerische Hilfsmittel selbst zu verordnen – eine bessere Einbindung in das Entlass-
und
Überleitungsmanagement der Krankenhäuser sowie die vollständige Erfassung und
Verfügbarkeit von Informationen in der elektronischen Patientenakte könnten
hier spürbar entlasten und Versorgung verbessern.
Weniger Zeitdruck und mehr Raum für Momente des menschlichen Miteinanders – das wünschen sich die Mitarbeitenden besonders. Gleichzeitig schilderten die Pflegenden eine hohe Identifikation mit ihrem Beruf. Sie betonten, wie sinnstiftend ihre Profession sei und wie wichtig Vertrauen, Geduld und auch psychosoziale Begleitung für die häusliche Versorgung sind. „Ambulante Pflege funktioniert nur, wenn man nah an den Menschen ist: an den Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und auch am Team“, sagte Inhaber Ralf Fritzsche. „Wir erleben jeden Tag, wie viel Fachlichkeit, Flexibilität und Vertrauen dafür nötig sind. Gute Pflege zu ermöglichen, bei all den bürokratischen Anforderungen und der Notwendigkeit, wirtschaftlich zu arbeiten, ist ein Balanceakt, der nur mit wirklich motivierten und hochprofessionellen Mitarbeitenden gelingt.“
Das Motto des International Council of Nurses (ICN) zum Internationalen Tag der Pflegenden lautete 2026: „Unsere Pflegenden. Unsere Zukunft. Erstarkte Pflege schützt Leben.“ Für den DBfK gilt diese Botschaft insbesondere auch für die ambulante Versorgung: Wer Pflege stärken will, muss ambulante Pflege stärker sichtbar machen und Pflegefachpersonen mehr Handlungsspielräume eröffnen.